Gewalt gegen Frauen
: Aktion auf dem Marktplatz – Tanzen gegen die Angst

Die Kriminalstatistik Brandenburg zeigt ein erschreckendes Ausmaß an Gewalt gegen Frauen und Kindern. Angermünde ist unter den traurigen Spitzenreitern. Die beunruhigenden Fakten.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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  • One Billion Rising in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen.

    One Billion Rising in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen.

    Daniela Windolff
  • One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen.

    One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen.

    Daniela Windolff
  • One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen.

    One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen.

    Daniela Windolff
  • One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen. Auch Bürgermeister Frederik Bewer war mit Familie dabei

    One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen. Auch Bürgermeister Frederik Bewer war mit Familie dabei

    Daniela Windolff
  • One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen. Lina hat eigene Erfahrungen sexueller Belästigung in einem sehr bewegenden Poetry Slam verarbeitet.

    One Billion Rising 2024 in Angermünde: Zum 9. Mal organisiert das Team der Uckermärkischen Musik- und Tanzschule mit den Schulen der Stadt gemeinsam einen großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz, um sich an der weltweiten Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Kindern zu beteiligen. Lina hat eigene Erfahrungen sexueller Belästigung in einem sehr bewegenden Poetry Slam verarbeitet.

    Daniela Windolff
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Es geschieht oft hinter verschlossenen Türen und ist doch allgegenwärtig: Schläge, Bedrohungen, Erniedrigung, sexuelle Nötigung, Missbrauch, physische und psychische Gewalt, deren Oper vor allem Frauen und Kinder sind.

Allein für die Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder), zu der auch die Landkreise Uckermark, Barnim und Märkisch Oderland gehören, verzeichnet die Kriminalstatistik des Landes Brandenburg 2022 insgesamt 1.511 Fälle häuslicher Gewalt. Dabei ist der Anteil der Frauen unter den Opfern exorbitant höher als der Männer.

Vor allem Frauen werden Opfer häuslicher Gewalt

In Zahlen: 1.078 Frauen in Ostbrandenburg erlebten 2022 schwere körperliche und sexuelle Gewalt in der eigenen Häuslichkeit. Das sind nur die Fälle, die bei der Polizei angezeigt und verfolgt werden. Die Dunkelzimmer liege um ein Vielfaches darüber. Im gesamten Land Brandenburg waren es laut Polizeistatistik in dem ausgewerteten Jahr 2022 insgesamt 5.823 Straftaten häuslicher Gewalt mit 6.126 Opfern, darunter 4291 Frauen. Fünf von ihnen verloren ihr Leben. Die Täter waren die eigenen Partner.

Sexueller Missbrauch nimmt zu

Erschreckend ist außerdem der Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die wieder überwiegend gegen Frauen und Kinder gerichtet sind. Im Berichtszeitraum 2022 sind 1.605 Fälle zur Anzeige gebracht worden, darunter 881 im Bereich der Polizeidirektion Ost. Im Jahr davor waren es „nur“ 614, immer noch rund zwei jeden Tag!

Dabei sind auch hier rund 80 Prozent der Opfer Frauen und Kinder. Sexueller Missbrauch bei Kindern wurde 2022 in insgesamt 133 Fällen bei der Polizei Ostbrandenburg angezeigt, 12 mehr 2021. Doch auch die Aufklärungsquote steigt. 2022 konnten immerhin 94,7 Prozent der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder aufgeklärt werden, 2021 waren es 89 Prozent.

Polizei baut Ermittlungsarbeit auf

Das liegt auch am neu aufgebauten Sachbereich „Besondere Ermittlungen/Cybercrime/Sexualisierte Gewalt gegen Kinder (Becseki)“ der Kriminalpolizei der Direktion Ost, der sich intensiv mit besonderen Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche beschäftigt. Ein Beispiel: Im Mai 2022 konnten die Kriminalisten einen Mann durch Spezialkräfte der Polizei Schleswig-Holstein festnehmen lassen, dem mehrfacher schwerer sexueller Missbrauch eines neunjährigen Mädchens im Barnim nachgewiesen wurde. Das Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Bei der Auswertung der Kriminalstatistik Brandenburg gibt es zudem große regionale Unterschiede. Besondere Schwerpunkte zunehmender häuslicher Gewalt sind die Landkreise Uckermark, Prignitz und Ostprignitz sowie Havelland, die deutlich über dem Landesdurchschnitt liegen.

Häusliche Gewalt – Angermünde unter den traurigen Spitzenreitern

Dabei sind neben der Landeshauptstadt Potsdam ausgerechnet die ländlichen Städte Prenzlau und Angermünde (Uckermark) sowie Bad Freienwalde (MOL) und Wittstock/Dosse (Prignitz) traurige Spitzenreiter mit über 400 angezeigten Fällen pro 100.000 Einwohner. Brandenburger Landesdurchschnitt sind 231.

Vergewaltigungen, sexueller Missbrauch und schwere Körperverletzungen sind nur die Spitze des Eisberges, wie häufig und vielfältig gerade Frauen, Kinder und Jugendliche auch hierzulande noch physische und psychische Gewalt und Missbrauch erleben müssen. Ein Grund mehr, warum sich Angermünde schon 2016, als eine der ersten Städte in Brandenburg, der weltweiten Protestbewegung One Billion Rising angeschlossen hat und seitdem jedes Jahr am 14. Februar, am Valentinstag, zum großen Tanz-Flashmob auf dem Marktplatz aufruft.

Das OBR-Team um die Initiatorin Christina Gressmann, Tanzlehrerin der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule in Angermünde, sorgt mit ihren Tanzgruppen und Schülern Angermünder Schulen nicht nur für mitreißende Stimmung mit Musik und Tanzshow, von der sich hunderte Menschen mitreißen lassen, sondern sorgt in Zusammenarbeit mit Fachleuten verschiedener Bereiche und Vereine, von Frauenhaus, Kinderschutzbund bis Polizei, auch für Aufklärung und Informationen zum Thema Gewalt, Gleichberechtigung und Prävention.

Angermünde tanzt seit 2016 bei One Billion Rising mit

Das sei nicht nur in Regionen mit Krieg, Diktatur und Missachtung von Menschenrechten ein Problem, sondern leider auch noch immer direkt vor unseren Haustüren, vor dem niemand die Augen verschließen dürfe, mahnten die Initiatoren um Christina Gressmann beim im wahrsten Sinne des Wortes wieder bewegenden Aktionstag One Billion Rising 2024.

Mit der emotionalen und energiegeladenen Tanzshow „Stärker als Gewalt“ zeigten auch 2024 wieder zahlreiche Familien, vor allem Frauen und Mädchen, gemeinsam ein lautes, buntes und lebensbejahendes Zeichen gegen Gewalt, für Zusammenhalt, Solidarität und Mut. In diesem Jahr wurde erneut für das Frauenhaus in Schwedt gespendet.

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