Gold der Uckermark
: Tabakmuseum Vierraden lockt Besucher mit Ferienprogramm

Das Tabakmuseum Vierraden ist immer einen Ausflug wert. In den Sommerferien gibt es ein spezielles Angebot für Kinder.
Von
Eva-Martina Weyer
Schwedt
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  • Im Schaugarten des Tabakmuseums in Vierraden: Leokadia Hateville kennt  sich mit Oldtimern aus und verwendet entsprechenden Rostschutz für den neuen Anstrich der alten Technik. Fotos (4): Oliver Voigt

    Im Schaugarten des Tabakmuseums in Vierraden: Leokadia Hateville kennt  sich mit Oldtimern aus und verwendet entsprechenden Rostschutz für den neuen Anstrich der alten Technik. Fotos (4): Oliver Voigt

    Oliver Voigt/MOZ
  • Mit dem Filzstift: Die Geschwister Johanna und Julian aus Kunow verewigen sich nach ihrem Besuch im Museum mit ihrem Namen im Gästebuch.

    Mit dem Filzstift: Die Geschwister Johanna und Julian aus Kunow verewigen sich nach ihrem Besuch im Museum mit ihrem Namen im Gästebuch.

    Miriam John
  • Heinz Lange Tabakwaren: Das war einst ein stolzes Geschäft rund um den blauen Dunst.  Karin Stockfisch (l.) und Marzena Wazinska zeigen, wie es sich einst hinter der Ladentheke angefühlt haben muss. Diese Ladentheke ist ein neues Exponat und befindet sich gerade im Aufbau.

    Heinz Lange Tabakwaren: Das war einst ein stolzes Geschäft rund um den blauen Dunst.  Karin Stockfisch (l.) und Marzena Wazinska zeigen, wie es sich einst hinter der Ladentheke angefühlt haben muss. Diese Ladentheke ist ein neues Exponat und befindet sich gerade im Aufbau.

    Oliver Voigt
  • Detailverliebtes Stück: Diese Handarbeitspfeife ist aus dem Holz der Baumheide gemacht. Der massive Pfeifenkopf ist dekorativ mit einem rauchenden Männerkopf gestaltet und stammt aus dem Zigarettenladen Lange in Beeskow.

    Detailverliebtes Stück: Diese Handarbeitspfeife ist aus dem Holz der Baumheide gemacht. Der massive Pfeifenkopf ist dekorativ mit einem rauchenden Männerkopf gestaltet und stammt aus dem Zigarettenladen Lange in Beeskow.

    Oliver Voigt
  • Tabakpflanzen blühen: Im Hintergrund ist landwirtschaftliche Technik zu sehen, mit der die Tabakbauern einst zu Gange waren. Ein Sprichwort lautet: "Der Tabak will stets seinen Herrn sehen."

    Tabakpflanzen blühen: Im Hintergrund ist landwirtschaftliche Technik zu sehen, mit der die Tabakbauern einst zu Gange waren. Ein Sprichwort lautet: "Der Tabak will stets seinen Herrn sehen."

    Oliver Voigt
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Schon 300 Jahre lang Tabakanbau

Ferienkinder erfuhren in einer extra für sie gestalteten Aktion mit Gartenfest, dass hugenottische Glaubensflüchtlinge vor über 300 Jahren den Tabakanbau in die östliche Uckermark und damit nach Schwedt und Vierraden gebracht haben. Die besonders günstigen klimatischen Bedingungen im Odertal brachten vielen Generationen von Tabakbauern den Wohlstand. Deshalb wird der Tabak auch als „Gold der Uckermark“ bezeichnet.

Auf Besichtigungstour mit Museumsleiterin Karin Stockfisch waren auch die Geschwister Johanna und Julian aus Kunow gegangen. „Wenn wir heute nicht hier wären, würden wir Fahrrad fahren und Fernsehen,“ erzählten sie. Die ausgestellten Maschinen und Gerätschaften gaben den jungen Besuchern einen Einblick wie einst die Felder bewirtschaftet wurden.

Denn vor dem guten Verdienst für die Tabakbauern stand die harte Arbeit auf dem Feld. Ihr Arbeitsjahr war schwer und forderte oft einen krummen Rücken beim Hacken. Ganz zu schweigen von den schwarzen Händen der Frauen, wenn sie die Tabakblätter zum Trocknen auffädelten. Fröhliche Krönung des Jahres war  die Tabakköst – ein Fest mit Essen und Trinken, wie es traditionell zur Erntezeit anstand.

Tee aus den Blätern der Rosenblüte

Neugierig nahmen die Ferienkinder so manches Gerät in die Hand und probierten seine Funktionsweise aus. Am Ende durften sie einen besonderen Tee trinken, der aus frisch gesammelten Rosenblütenblättern gebrüht wurde. Im Museumsgarten hatten sie zuvor die heilende Wirkung der Pflanzen erforscht. Im Schaugarten konnten die Kinder den Tabak nicht nur als mannshohe Pflanze sehen, sondern ihn auch anfassen und riechen.

Bis zum 31. August finden wegen der Corona–Krise keine Veranstaltungen im Tabakmuseum statt. Auch das traditionelle Tabakblütenfest in Vierraden muss wegen Corona ausfallen. Fortgeführt wird jedoch die Ferienaktion für Kinder jeden Donnerstag.

Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag 10 bis 16 Uhr, Sonnabend, Sonntag 10 bis 17 Uhr. Führungen für Gruppen derzeit nicht möglich. Es gelten Hygienebeschränkungen. Gartenfest für Ferienkinder im Tabakmuseum: 16., 23. und 30. Juli sowie 6. August; Anmeldung: 03332 250991