Grippewelle in Deutschland
: RKI warnt vor steigenden Influenza-Zahlen

Der Beginn der Grippewelle in Deutschland deutet sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) an. Kann man sich jetzt noch impfen lassen?
Von
Nicole Züge,
dpa
Frankfurt (Oder)/Cottbus
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Grippe

Laut RKI beginnt die Grippewelle in Deutschland. Wie die aktuellen Zahlen aussehen und ob sich eine Grippeschutzimpfung jetzt noch lohnt. (Symbolbild)

Christina Sabrowsky/dpa
  • Laut RKI beginnt die Grippewelle in Deutschland, Fälle und Krankenhausaufenthalte steigen.
  • Bislang 40 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion in der Saison 2024/25, 80% der Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter.
  • Eine Grippeimpfung ist auch jetzt noch sinnvoll, besonders für Risikogruppen.
  • STIKO empfiehlt Impfung für Personen ab 60, Schwangere und chronisch Kranke.
  • RSV-Fälle und Atemwegsinfektionen ebenfalls gestiegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das neue Jahr hat begonnen und auch die erste Grippewelle steht nach Angaben des RKI derzeit in den Startlöchern. Die Zahl der gemeldeten Fälle ist seit Anfang Dezember deutlich gestiegen, wie es in einem aktuellen Bericht heißt. Alles Wichtige zu den aktuellen Zahlen und ob es sich noch lohnt, sich gegen die Grippe impfen zu lassen.

Übersicht

  • Grippewelle in Deutschland: aktuelle Zahlen des RKI
  • Grippewelle 2024/2025: bislang 40 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion
  • Kann man sich jetzt noch gegen Grippe impfen lassen?
  • Welche Personen haben ein erhöhtes Risiko und sollten sich impfen lassen?

Grippewelle in Deutschland: aktuelle Zahlen des RKI

Die jährliche Grippewelle hat laut RKI in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert. Vom Beginn der Grippewelle könne man stark vereinfacht dann sprechen, wenn in jeder fünften Patientenprobe Influenza A- oder B-Viren nachgewiesen werden.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden in der Woche vom 2. Dezember noch rund 1.220 laborbestätigte Influenza-Fälle an das Institut übermittelt, für die Woche vom 30. Dezember sind es bislang bereits rund 4.560.

Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Menschen mit einer gemeldeten Grippe-Diagnose ist gestiegen. In der Woche vom 2. Dezember kamen rund 18 Prozent der Patientinnen und Patienten ins Krankenhaus. In der Woche vom 30. Dezember waren es rund 27 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf die an das RKI übermittelten Fälle.

Grippewelle 2024/2025: bislang 40 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion

In der Saison 2024/25 sind bislang 40 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion an das RKI übermittelt worden. „80 % der Todesfälle waren 60 Jahre oder älter“, so das RKI.

Auch beim Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) gibt es seit einigen Wochen einen Anstieg. In der Woche vom 30. Dezember wurden 967 Fälle an das RKI übermittelt. Anfang Dezember waren es noch rund 430 Fälle. Für die Saison 2024/25 wurden dem RKI bislang fünf Todesfälle mit RSV-Infektion.

Insgesamt sei die Aktivität akuter Atemwegsinfektionen während der Feiertage wie in den Vorjahren zurückgegangen. In der ersten Woche des neuen Jahres litten rund 6.300 von 100.000 Einwohnern an einer akuten Atemwegserkrankung (Vorwoche: 7.900 von 100.000)

Kann man sich jetzt noch gegen Grippe impfen lassen?

Laut RKI dauert es nach der Impfung 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich ab Oktober bis Mitte Dezember impfen zu lassen.

Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es auch zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Auch in Verbindung mit einer Corona-Impfung sei das laut RKI möglich.

Das liegt damit begründet, dass man nie genau vorhersagen kann, wie lange eine Grippewelle insgesamt dauern wird. In der Saison 2022/2023 kam es laut RKI zum Beispiel im März zu einer zweiten Grippewelle durch eine andere Virusvariante. Somit kann die Impfung auch jetzt, Mitte Januar, noch sinnvoll sein.

Welche Personen haben ein erhöhtes Risiko und sollten sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für folgende Personengruppen (Quelle: rki.de):

  • Personen ab 60 Jahren
  • Schwangere ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Trimenon
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV)
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen sowie für Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende Menschen oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können.
  • Personen mit erhöhter Gefährdung im Rahmen eines beruflichen Risikos (z.B. medizinisches Personal)
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können