Ein Strafbefehl über 2000 Euro ist die Folge einer Veröffentlichung eines Hitlerbildes mit Hakenkreuz in einer Whatsapp-Gruppe. Der Vorfall hatte sich zu Weihnachten im Raum Gartz ereignet. Mit großen Buchstaben war zu lesen: „Der Führer wünscht allen Deutschen Frohe Weihnacht“. Die zweifelhafte Botschaft ohne jeden weiteren Kommentar hatte einer von drei Administratoren gepostet, alle stammen aus der Uckermark, darunter ein Bundespolizist. Die mehr als 30 Mitglieder der Gruppe reagierten darauf nicht.

Polizei stellte Anzeige

Dafür aber die Polizei, die Strafanzeige stellte und die Betreffenden zur Anhörung vorlud. Auch die Öffentlichkeit reagierte empört, als die Sache in der Märkischen Oderzeitung aufgegriffen wurde. Zu Silvester erschien vom gleichen (nicht anonymen) Absender das nächste Foto: Es zeigt eine Kapelle der Wehrmacht, die mit Instrumenten über eine Straße marschiert. Der Text dazu in altdeutscher schwarzer Schrift: „Der Deutsche rutscht nicht sondern marschiert ins neue Jahr!“

Verfassungsfeindliche Symbole

Wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole sind nun 2000 Euro fällig, außerdem ein Eintrag ins Führungszeugnis. Der Absender will dagegen aber vorgehen. Er bezeichnet die Sache nach wie vor als Comic. Er werde den Strafbefehl nicht akzeptieren und es zur Gerichtsverhandlung kommen lassen, erklärte er gegenüber der MOZ.
Die Sache ist nicht privat, gehört doch die Whatsapp-Gruppe ganz offiziell zu einer Tantower Internetseite, die bewusst über viele Dinge aus der Region berichtet. „Ich habe aber nichts mit rechtsextremen Dingen zu tun“, bekennt der Administrator. „Ganz im Gegenteil. Das weiß jeder, der mich kennt. Ich habe auch weder redaktionell noch irgendetwas anderes hinzugefügt.“
Nun wird ein Gericht über den Ausgang der umstrittenen Weihnachtsbotschaft entscheiden. Die Verhandlung soll im Oktober sein.