Hitzefolgen
: Wassermangel im Tierpark

Der Tierpark Angermünde hat durch die Hitzeperioden ein Wasserproblem. Die Teichanlage trocknet immer mehr aus. Ein Brunnen soll gebaut werden.
Von
Kerstin Unger
Angermünde
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  • Nur nicht bewegen: Das Damwild im Freigehege des Angermünder Tierparks sucht sich schattige Plätzchen und lässt sich nicht einmal von Besuchern stören.

    Nur nicht bewegen: Das Damwild im Freigehege des Angermünder Tierparks sucht sich schattige Plätzchen und lässt sich nicht einmal von Besuchern stören.

    Kerstin Unger
  • Wasserschwund im Teich: Die Schildkröten kommen nicht mehr an Land, sondern rasten auf den Seerosen.

    Wasserschwund im Teich: Die Schildkröten kommen nicht mehr an Land, sondern rasten auf den Seerosen.

    Kerstin Unger
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Die Hitze der vergangenen Wochen macht sich auch im Angermünder Tierpark bemerkbar. Er war in den Sommerferien auch ein Anziehungspunkt für Familien. An Hitzetagen kamen sie jedoch meist in den Morgen– und Abendstunden.

Bei den Tieren wirkt sich die oft tropische Hitze vor allem durch einen massiv steigenden Wasserverbrauch aus, erzählt Tierparkleiter Dennis Sonnenberg. „Wir nutzen Leitungswasser, drehen also den Hahn auf. Das sehen wir dann auf der Rechnung“, sagt er. Für die Beete rechts und links des Weges nehmen die Mitarbeiter jedoch ungern Leitungswasser. „Wir haben mit der Stadt aber einen Antrag auf Brunnenbau beim Landkreis gestellt“, so der Tierparkchef.

Schildkröten gehandicapt

Auch in der Teichanlage rund um die Katta–Insel war der Wasserstand nie so niedrig gewesen. Das hat vor allem Auswirkungen auf die Tierwelt darin. Die Wasserschildkröten kommen nicht mehr heraus, weil der Absatz bis zum Ufer zu hoch ist. Und für die Fische wird der Sauerstoff knapp. "Die Folie im Graben liegt seit 1977 drin. Wenn sie trocken liegt, wird sie porös. Dann müssen wir die Teichanlage komplett sanieren“, erklärt Dennis Sonnenberg.

Ansonsten halten die Tiere des Tierparks die Hitze ganz gut aus. Viele sind Exoten wie die Kamele, Laufvögel und Affen und dadurch an extreme Temperaturschwankungen gewöhnt. Das Damwild im Freigehege sucht sich schattige Plätzchen. Die Tiertränken müssen allerdings immer voll sein. Darauf achten die Tierpfleger, für die der Arbeitgeber wiederum Fürsorge zu tragen hat. Deshalb werden körperlich schwere Arbeiten nicht gerade in die Mittagsglut verlegt. Hitzefrei gibt es nicht, denn die Mindestbesetzung muss garantiert werden. Aber für kühle Getränke wird gesorgt.

Der nun schon zweite Sommer mit Hitzerekorden macht sich auch bei den Bäumen bemerkbar. Die Äste trocknen aus. Der Bestand im Tierpark ist ziemlich alt. Zum Glück sei in den letzten zwei Jahren nicht viel passiert, weil 2014 umfassende Pflegemaßnahmen durchgeführt wurden. Aber immer kommt es zu spontanen Brüchen durch Trockenheit, berichtet der Tierparkleiter. „Wenn Äste in Gehege fallen, könne die Tiere flüchten. Wenn Besucher auf dem Hauptweg gefährdet werden, ist das schlimm.“

Mehr Saisonkarten verkauft

Die Besucherzahlen halten in etwa das Niveau des vergangenen Jahres. Es gibt flaue Tage und auch gute. Es seien aber noch nie so viele Saisonkarten verkauft worden wie in diesem Jahr. „Wir haben viele Stammgäste, die öfter im Jahr kommen“, freut sich Dennis Sonnenberg.

Dazu gehören auch ältere Leute, die im Tierpark gern spazieren gehen. Demnächst haben sie wieder Gelegenheit dazu. Am 10. August von 14 bis 17 Uhr findet der alljährliche Seniorennachmittag an der Freilichtbühne im Tierpark statt. Der Tierparkförderverein lädt zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen sowie musikalischer Begleitung mit Unterhaltungsmusik von Klaus–Manfred Jahn ein. Beim Gesang des Günterberger Chors kann man einstimmen. Jeweils stündlich ab 14.30 Uhr gibt es Führungen durch das Tierparkgelände.