Hotelneubau
: Rathaus verkauft Filetstück in Schwedt

Für rund eine Viertelmillion Euro soll das Grundstück verkauft werden, auf dem das neue Hotel geplant ist.
Von
Michael Dietrich
Schwedt
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Baupläne: Für die Grünfläche am Bollwerk neben dem Haus Polderblick ist ein Hotel-Neubau geplant. Zwei Entwürfe wurden dafür eingereicht. Die Stadt  beschloss, das Grundstück an den Investor KoHa zu verkaufen, der ein Stadthotel Fontane errichten will.

Oliver Voigt

Nach dem Beschluss der Schwedter Stadtverordneten über den Verkauf des Grundstücks für den Hotelneubau am Bollwerk bereitet das Rathaus den Kaufvertrag vor. Im September hatte das Stadtparlament beschlossen, das 2500 Quadratmeter große Filetstück Bauland zwischen Altem Markt und Uferpromenade an die KoHa Bauausführung und Immobilien GmbH zu veräußern. Der Investor aus Berlin hatte einen Kaufantrag für die Fläche gestellt und sein Vorhaben eines 4–Sterne–Buisness–Hotels zuvor öffentlich vorgestellt.

Streit bis zur letzten Sekunde

Bis Ende Oktober, informierte Vize–Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe, soll der Entwurf für den Vertrag stehen. Er soll auch eine Rückfallklausel enthalten, wenn der Investor nicht in der angegebenen Zeit baut. Über den beabsichtigten Kaufpreis hatte die Stadt die Stadtverordneten vor dem Beschluss informiert. Das Rathaus hatte ein externes Wertgutachten erstellen lassen, das einen Bodenpreis von­ 110 Euro pro Quadratmeter ermittelte. Für einen Teil des Grundstücks wurde dieser Preis etwas abgesenkt, weil dort eine Fern­wärmeleitung als Grundstückslast vorhanden ist. Insgesamt soll das Grundstück für etwas über einer Viertelmillion Euro an den neuen Eigentümer gehen.

Der geplante Hotelbau war bis zur Entscheidung des Grundstücksverkaufs in Schwedt heiß umstritten. Die Größenordnung eines Vier–Sterne–Hotels mit 226 Zimmern, vier Konferenzräumen, Wellness– und Spa–Bereich mit 25 Meter Schimmbahn, Restaurant der Oberklasse und Tiefgarage mit 113 Stellplätzen stieß bei vielen Schwedtern auf große Skepsis. Noch am Tag der Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung wurde von Schwedter Bürgern in der Fragestunde ein Betreiber– und Wirtschaftlichkeitskonzept des Investors nachgefragt. Das muss der Investor ohnehin anstellen. Bevor er das Grundstück nicht sicher hat, wollte er dafür aber die Kosten und Mühen noch nicht aufbringen. Die Vorstellung des Hotelprojekts durch den Generalbevollmächtigten der KoHa, Dirk Nasner, muss bei den Stadtverordneten aber so eindrucksvoll gewesen sein, dass sogar einige, die der Hotelgröße kritisch gegenüber standen, doch für den Verkauf stimmten.

Kurz vor der Entscheidung hatten die Betreiber des Schwedter Turmhotels ebenfalls einen Entwurf für ein Hotel an der Stelle eingereicht. Das Projekt sieht einen viergeschossigen Bau mit 62 bis 86 Zimmern für  12 bis 14 Millionen Euro vor. Die Fraktion Die Linke beantragte daraufhin, die Entscheidung des Verkaufs zu vertagen. Dafür fand sie aber keine Mehrheit. Die folgte vielmehr Bürgermeister Jürgen Polzehl, der einwarf, dass nur ein Kaufantrag vorliege, der zu entscheiden sei, bevor der Interessent abspringe.