Über dem neuen Service- und Sozialgebäude am Wassertouristischen Zentrum von Schwedt weht die Richtkrone. Bauleute, die Stadt Schwedt als Auftraggeber und Mitglieder des Wassersportvereins PCK als künftige Nutzer haben den Moment genau verfolgt, den Matthias Pich auf dem Dach zelebrierte. Pich ist Dachdecker der Firma Chris Heidebring aus Vierraden. Er las den Richtspruch vor, in dem es unter anderem hieß: „Die heutige Zeit zeigt ihr Gesicht, ein Dach aus Holz, das seh’ ihr nicht. Stattdessen waren Beton und Stahl für den Statiker die erste Wahl.“
Das neue Gebäude erhält ein Flachdach. Doch gefeiert werden sollte trotzdem – Dach ist Dach. Die Planer vom Ingenieurbüro Prüfer und Wilke haben einen modernen Bau entworfen. Das auf der Baustelle angepinnte Zukunftsfoto zeigt die Fassade der Rezeption mit einer Alurahmen-Glas-Konstruktion in der Farbe blau.

90 Prozent Förderung

Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl sagte: „Die Nationalparkstadt ist gut beraten, hier, an einem der schönsten Orte von Schwedt, die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Angesichts des steigenden Bedarfes der Leute, im Inland Urlaub zu machen, haben wir alles richtig gemacht.“ Die Stadt als Auftraggeber kann sich dabei über eine 90-prozentige Förderung aus Mitteln des Bundes und des Landes freuen.
Achim Aschmoneit ist Ehrenvorsitzender von Wassersport PCK und froh, dass das Projekt so weit gediehen ist. Der Verein mit rund 700 Mitgliedern wird der Hauptnutzer des neuen Service- und Sozialgebäudes sein. Aschmoneit dankte den Baufirmen, die alle aus der Region kommen, für ihre Arbeit. Er dankte auch der Stadt Schwedt, den Geldgebern sowie den Vereinsmitgliedern, die an diesem Objekt mitgeholfen haben. „Hier treffen sich Sport und Tourismus. Die Ausstrahlung des Objektes geht weit über die Region hinaus“, sagte er. „Der Verein wird dafür sorgen, dass die Gäste zufrieden sind und die Stadt stolz auf uns sein kann.“

Alles schick für Touristen

In den Jahren 2013 und 2014 wurde das Wassertouristische Zentrum errichtet. Im Juni 2020 begann der Neubau am Service- und Sozialgebäude. Als Voraussetzung für dessen Errichtung waren zunächst verschiedene Vorarbeiten notwendig. Dazu gehörte die Baufeldfreimachung durch Abriss der alten Flächenbefestigungen und Gebäude. Aber auch Kanalisationsarbeiten wurden durchgeführt, um die verbleibenden Gebäude auf dem Grundstück weiterhin mit Strom und Trinkwasser zu versorgen.
In dem Neubau befinden sich künftig eine Rezeption, Koch- und Abwaschmöglichkeiten sowie ein Behinderten- und Babybad. Es wird vier Herren-WC und insgesamt zwölf Duschen geben sowie fünf Damen- und ein Behinderten-WC. Campingtouristen können in diesem Haus auch ihre Wäsche waschen. Außerdem gibt es Technik- und Lagerräume. In einer Werkstatt können künftig Boote, Fahrräder und Zelte repariert werden.

Stellflächen werden erweitert

In den nächsten Wochen und Monaten erfolgt der Innenausbau des Hauses. Mit der endgültigen Fertigstellung des Service- und Sozialgebäudes rechnen die Bauleute im März 2020. Danach geht die Gesamtbaumaßnahme in ihre letzten beiden Phasen. Das ist zum einen die Erweiterung der Stellflächen für Camping- und Zelttouristen einschließlich Spielplatz. Hier ist die Ausführung von Oktober 2020 bis Juni 2021 geplant. Die letzte Bauphase ist die Gestaltung der Freiflächen auf dem aktuell noch genutzten Camping- und Caravan-Stellplatz. Von April bis November 2021 sollen diese Bauarbeiten dauern.
Am Ende soll Schwedt einen modernen Campingplatz haben, der Teil eines deutsch-polnischen Netzes von Wasserwanderrastplätzen ist. Bürgermeister Jürgen Polzehl kündigte an: „Mit dem Nationalpark haben wir weitere Vorhaben in Richtung Gryfino ins Auge gefasst.“