Jubiläum
: Kunst sprengt Grenzen

Die 2. deutsch-ponischen Theatertagen in Schwedt boten ein abwechslungsreiches Programm und herzliche Begegnungen.
Von
Kerstin Unger
Schwedt
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  • Interaktives Ende des Kinderballetts: Die beiden Akteurinnen der Stettiner Oper luden die Mädchen und Jungen zum Abschluss zur Schneeballschlacht mit Federn und Socken ein.

    Interaktives Ende des Kinderballetts: Die beiden Akteurinnen der Stettiner Oper luden die Mädchen und Jungen zum Abschluss zur Schneeballschlacht mit Federn und Socken ein.

    Oliver Voigt
  • Stimmungsvolle Eröffnung: Przemyslaw Konopka, Jacek Jekiel und André Nicke (v. l.) gemeinsam auf der Bühne

    Stimmungsvolle Eröffnung: Przemyslaw Konopka, Jacek Jekiel und André Nicke (v. l.) gemeinsam auf der Bühne

    Oliver Voigt
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Mit einer Veranstaltung für Kinder starteten am Sonnabend die zweiten deutsch-polnischen Theatertage des Netzwerkes „viaTHEATRI“. Nach Stralsund im vergangenen Jahr waren diesmal die Uckermärkischen Bühnen Gastgeber des gemeinsamen Programms.

Der dritte Partner, die Stettiner Oper, hatte eine interaktive Ballettaufführung für Kinder mitgebracht. Zwei Künstlerinnen zogen rund 35 Kinder sowie Eltern und Großeltern in ihren Bann. Mit einfacher Kulisse, Musik sowie Mimik und Ausdruckstanz wurden die vier Jahreszeiten dargestellt und zum Schluss die Kinder zu einer Socken-Schneeballschlacht animiert.

Ein voller Bus aus Greifswald

Alle Besucher und die Gäste für die Abendveranstaltung, das Schauspiel „Nürnberg“ der Ubs., konnten im Anschluss die feierliche Eröffnung der Theatertage miterleben. Intendant André Nicke begrüßte auch einen Bus voller Greifswalder Theaterinteressenten. Przemyslaw Konopka, Projektmanager von „viaTEATRI“, übernahm die Übersetzung. Damit war eine weitere Hürde passé.

Das Motto „Theater kennt keine Grenzen“ wurde von Beginn an erlebbar. "Das Kinderballett war ein wunderbares Beispiel dafür“, meinte auch André Nicke. „Musik ist universell, man muss keinen Text haben. Für ,Nürnberg‘ haben wir eine Untertitelungsanlage. Und bei der Oper und Operette des Theaters Vorpommern gilt: Musik geht erst in den Bauch, bevor sie in den Kopf steigt.“

Besonderen Beifall erhielt das persönliche Grußwort des Stettiner Intendanten Jacek Jekiel. Die Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern sei eine der wichtigsten Sachen, die er je in seinem Leben gemacht habe, erklärte er. "Unsere Zusammenarbeit ist so eng, gut und freundschaftlich, dass ich jeglichen Sinn für den nationalen Charakter eines Theaters verloren habe. Ich fühle mich hier in Schwedt genauso zu Hause wie in Stettin“, sagt er. Zudem lud Jacek Jekiel alle Anwesenden für nächstes Jahr zur dritten Ausgabe der Theatertage nach Stettin ein. Dazu beizutragen, dass das Verschwinden der Grenzen verwollkommnet wird, ohne zu schauen, was in der Politik passiert, sei der Sinn dieser Kooperation.

Auch der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl hieß die Gäste in seiner Stadt herzlich willkommen. Er freut sich, dass die Logistik des Hauses durch die gute Zusammenarbeit genutzt wird. „Schwedt hat drei polnische Partnerstädte, die über Interreg schon viele Projekte und EU-Geld dies- und jenseits der Oder zu sich geholt haben. Wenn wir auch nur ein Ein-Sparten-Theater haben, sind wir durch die Kooperation gut aufgestellt und konzentrieren gemeinsam mehr unter einem Dach. So profitieren alle Seiten“, sagte er. Die Einladung nach Stettin nahm er gerne an.

Brief von der Ministerin

Per Video wünschte Dirk Löschner, Intendant des Theaters Vorpommern, den Theatertagen viel Erfolg. Er wäre gerne persönlich gekommen, hatte aber selbst eine Premiere in Greifswald. Die brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Martina Münch, schickte ihr Grußwort per Brief, der verlesen wurde. Durch die Initiative werde das Angebot erweitert, und die deutsch-polnische Freundschaft sei ein gutes Fundament für den regelmäßigen Austausch über die Theatertage hinaus, schrieb sie.

Bevor André Nicke vor dem abendlichen Schauspiel seines Ensembles zur kleinen Stärkung ans Büfett einlud, teilte er mit, dass bereits jeder zwölfte Besucher, der eine Karte für die Ubs. kauft, aus Polen kommt.