Kindergärten: Kostenloses Frühstück

Herzhafter Biss: Kinder der Kindertagesstätte "Friedrich Fröbel" starten ihren Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Seit 1. August müssen Eltern dafür und für die Vesper-Versorgung am Nachmittag nichts mehr dazubezahlen.
Oliver Voigt/MOZAm Donnerstag startete in Schwedter Kindergärten eine neue Ära. Seit August gibt es kostenlose Versorgung mit Frühstück und Vesper in den Kitas der Stadt, so wie von den Stadtverordneten voriges Jahr beschlossen.
Wenn Jamie, Pascal und Luisa früh gemeinsam Weiß– oder Mischbrotstullen schmieren und mit Erdbeermarmelade oder Jagdwurst belegen, vom Obst und Gemüseteller naschen, Kakao oder Pfefferminztee trinken und über die Woche auch mal Rührei, Miniwürstchen oder Früchtemüsli zur Abwechslung bekommen, dann zahlen die Eltern dafür keinen Cent mehr dazu. Das gleiche gilt nachmittags für den Imbiss zur Kaffeezeit, Vesper.
Die Kita „Friedrich Fröbel“ bietet diese Versorgung zusätzlich zum Mittag schon längere Zeit an. Der Kitaausschuss hatte mehrheitlich beschlossen, diesen Service einzuführen. Damit wurde die Praxis abgeschafft, dass die Eltern ihren Kindern Frühstück mitgaben, mal gesund, mal nicht, auf jeden Fall sehr unterschiedlich. Für die Versorgung durch den Anbieter, der auch das Mittag für die Kinder bereitstellt, zahlten die Eltern pro Frühstück 70 Cent dazu.
„Wir Erzieher begrüßen die neue Regelung sehr. Die Kinder bekommen gesundes und abwechslungsreiches Frühstück mit frischem Obst und Gemüse. Es wird zusammen angerichtet und gegessen und die jungen Elternpaare oder alleinerziehenden Mütter werden finanziell entlastet“, sagt Isolde Kuhlmann von der Kita. Sie schätzt, dass der Anteil der Kinder, die zum Frühstück kommen, steigen wird, wenn es sich erst herumgesprochen hat.
Freie Träger entscheiden selbst
Das kostenlose Frühstück bekommen aber nicht alle Kinder. Erhalten Eltern Hartz IV und sind zu Hause, haben sie keinen Anspruch auf eine Kita–Betreuung ihrer Kinder außerhalb der Regelbetreuung von 8.30 bis 14.30 Uhr. Demzufolge sind sie nicht in der Kita, wenn es Frühstück und Vesper gibt. Auch in den Kitas freier Träger, die deutlich mehr Kinder betreuen als die der Stadt, gibt es das kostenlose Angebot nicht automatisch. Die Träger entscheiden selbst, wie sie das Geld einsetzen, das ihr die Stadt dafür gibt. Der Naturkindergarten der Lebenshilfe hat die Regelung übernommen, die Kita Schnatterenten nicht. Sie verlangt weiterhin 70 Cent zur Kostendeckung.