Kommunalwahl: Von wegen verschlafenes Nest

Will in die Politik: Michelle Diebetz ist die jüngste Kandidatin für die Wahl zur Angermünder Stadtverordnetenversammlung am 26. Mai.
Daniela WindolffWo andere in ihrem Alter auf Facebook oder Instagram unterwegs sind, sich für Party und Computerspiele interessieren oder sich in Vereinen engagieren, will Michelle Diebetz ehrenamtlich in der Angermünder Stadtverordnetenversammlung mitwirken. Sie will dadurch auch mit dem Vorurteil aufräumen, dass sich junge Leute nicht für Politik interessieren.
Die 24-Jährige hat sich als Einzelbewerberin zur Kommunalwahl gestellt, ohne Partei oder Wählervereinigung im Rücken. Die deshalb notwendigen Unterstützerunterschriften hatte sie schnell zusammen. „Als ich meiner Familie und Freunden davon erzählte, waren alle begeistert und unterstützten mich“, erzählt die junge Frau. „Ohne Partei ist es zwar schwerer für mich, andererseits bin ich unabhängig.“
Für Bürgeranliegen offen sein
Michelle ist Angermünderin, hier zur Schule gegangen, hat bei den Städtischen Werken ihre kaufmännische Ausbildung absolviert, sofort eine Festanstellung erhalten. „Der Job im Kundenservice macht mir großen Spaß, weil ich gern Kontakt mit Menschen habe“, erzählt sie. „Ich fühle mich in Angermünde sehr wohl. Man kennt sich, grüßt auf der Straße, ist ruckzuck in der wunderschönen Natur und an Badeseen und in einer Stunde mitten in Berlin. Und langweilig ist es hier auch nicht. So ein Highlight wie das Open-Air am Wolletzsee sucht seinesgleichen. Damit kann ich regelmäßig Freunde aus Hamburg und Berlin beeindrucken und ihnen beweisen, dass meine Heimatstadt alles andere als verschlafen ist“, schwärmt die Kandidatin.
Für Kommunalpolitik und Stadtentwicklung interessiert sie sich schon lange, verfolgt die Medien, liest Niederschriften der Ausschusssitzungen und Stadtverordnetenversammlungen und war jüngste Wahlhelferin sowie stellvertretende Wahlvorsteherin bei den Bundestagswahlen, ganz und gar freiwillig. In der SVV möchte die junge Frau mitwirken, damit Angermünde noch attraktiver und lebenswerter für junge Leute wird, sich die Generationen annähern und eine gemeinsame Heimat in Angermünde und den Ortsteilen finden. „Junge Leute wünschen sich mehr Freizeitmöglichkeiten draußen, frei zugänglich. Ich denke, dass das auch junge Familien anzieht. Davon profitieren wiederum Handel und Wirtschaft. Junge Familien bringen mehr Kaufkraft in die Stadt und Fachkräfte“, erklärt Michelle Diebetz. Auch für moderne Schulen und gesunde Pausenversorgung, zum Beispiel mit täglich frischem Obst, will sie sich einsetzen. „Ich möchte für alle Bürgeranliegen offen und jederzeit ansprechbar sein und würde dafür eigens eine E-Mail-Adresse und Telefonnummer einrichten. Und ich hoffe, dass sich dann auch mehr junge Leute für Stadtpolitik interessieren und ihre Ideen einbringen“, hofft Michelle Diebetz.
Zur Person
Michelle Diebetz wurde 1995 geboren, ist in Angermünde aufgewachsen und wohnt noch im Elternhaus. Nach dem Realschulabschluss in der Ehm Welk-Oberschule absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei den Städtischen Werken und wurde dort auch in Festanstellung übernommen. Hier arbeitet sie derzeit im Kundenservice, ein Job, der viel Kundenkontakt mit sich bringt und der der aufgeschlossenen jungen Frau großen Spaß macht. Sie kandidiert als Einzelwahlvorschlag für die Wahl zur SVV am 26. Mai.⇥dw
