Kriminalität: Krasser Anstieg der Straftaten

Brandanschlag: Fünf Autos wurden in der Nacht vom 17. Oktober in Schwedt angezündet. Der Tatverdächtige muss sich jetzt dafür und insgesamt 17 weitere Straftaten vor Gericht verantworten.
Oliver VoigtSchwedt als größte Stadt in der Uckermark bleibt auch 2018 Schwerpunkt der Polizeieinsätze der Inspektion Uckermark. Von den 14 289 Einsätzen der Beamten im Landkreis entfielen 4658 auf Schwedt, berichtete Michael Fritz, Revierleiter der Polizei in Schwedt, auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.
39 Prozent aller Polizeieinsätze entfallen auf die Oderstadt, Tendenz steigend. Das ist um so heftiger, betrachtet man die Personalausstattung der Schwedter Polizei. Von den 222 Beamten in der Uckermark sind nur 33 Streifenpolizisten, sechs Revierpolizisten und 17 Beamte der Kriminalpolizei in Schwedt stationiert: 25 Prozent.
Hohe Aufklärungsquote
Der häufigste Grund für die Einsätze sind Verkehrsdelikte, gefolgt von Straftaten und Unfällen. Doch während die Unfallzahlen 2018 in der Uckermark und in Schwedt rückläufig waren, stiegen die Straftaten deutlich an. Uckermarkweit wurden 8100 Straftaten registriert, das sind 350 mehr als 2017, was einem Anstieg um 5,4 Prozent entspricht. In Schwedt jedoch stieg die Anzahl der Straftaten von 2120 im Jahr 2017 auf 2521 im vorigen Jahr an. Das bedeutet einen Anstieg um 18,9 Prozent. Zeitgleich konnte die Polizei für Schwedt aber auch eine der besten Aufklärungsquoten im Land vorweisen. Von den 2521 Straftaten konnte sie 1470 aufklären, das ist eine Quote von 58,3 Prozent.
Zugenommen haben vor allem Diebstahlsdelikte (830), Betrugsfälle (364), festgestellte Betäubungsmittel (102) und besonders schwere Diebstähle aus Autos (84). Eine ganze Serie von Einbrüchen in Autos der Modelle VW, Skoda und Audi ereignete sich im Zeitraum Juni bis November 2018. Die Täter schlugen die Scheiben der Autos ein und bauten in zwei bis drei Minuten vor allem hochwertige Navigations- und Radiosysteme aus. Tatorte waren vor allem der Stadtteil Neue Zeit. Einige Autobesitzer wurden sogar mehrfach Opfer in der Serie. Zum Ende des Jahre traten gleichgelagerte Fälle in Prenzlau und Mecklenburg-Vorpommern auf. Als dort ein Tatverdächtiger festgenommen werden konnte, brach auch die Diebstahlserie in Schwedt abrupt ab.
Brandstifter vor Gericht
Auch ein Fall von Brandstiftung sorgte 2018 für Aufsehen in der Stadt. In der Nacht des 17. Oktober brannten im Eislerweg, in der Liebig- und Schillstraße insgesamt fünf Autos in Schwedt. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen, der auf seiner Zündeltour mit einem Motorrad unterwegs war, kurz danach festnehmen. Es war ein guter Bekannter: Alexander T., der nach der Einbruchsserie der „Freitagsbande“ in 21 Eigenheime geschnappt wurde und ins Gefängnis wanderte, war auf Bewährung wieder frei.
Jetzt muss sich der 30-Jährige wegen 17 Straftaten vor Gericht verantworten, unter anderem wegen Sachbeschädigung, Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahr-erlaubnis, Trunkenheit am Steuer, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verstoß gegen das Waffengesetz, versuchte Nötigung und Brandstiftung. Die Verhandlung ist zurzeit ausgesetzt, bis ein Gutachten die Schuldfähigkeit und Drogenabhängigkeit von Alexander T. geklärt hat. Derzeit ist der Angeklagte auf freiem Fuß.
Polizeistatistik 2018 für das Revier Schwedt/Gartz
2521 Straftaten hat die Polizei 2018 registriert, das sind 400 mehr als im Vorjahr. Die Häufgkeit von Straftaten pro Einwohner liegt jedoch unter dem Landesdurchschnitt.
Häufigste Delikte: 830 Diebstähle,364 Betrugsfälle,393 Rohheitsdelikte,297 Sachbeschädigungen,102 Rauschgiftdelikte,84 Diebstähle an und aus Kfz,25 Raubdelikte,24 Propaganda-Delikte,22 Wohnungseinbrüche
Aufklärungsquote: 58,3 Prozent von allen Straftaten, speziell bei Diebstahlsdelikten 31,4 Prozent.
Autodiebstahl ist leicht zurückgegangen. Uckermarkweit wurden 66 Autos gestohlen gemeldet, 20 weniger als 2017.
Einbrüche in Gartenlauben und Bungalows haben deutlich von 170 im Jahr 2017 auf 259 Fälle in 2018 zugenommen.
Zugenommen haben festgestellte Straftaten im Bereich Rauschgiftkriminalität, politisch motivierte Gewalttaten und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.
Ausgestattet ist die Polizeiinspektion Uckermark aktuell mit 222 Polizeivollzugsbeamten und Mitarbeitern. Davon sind 56 Beamte im Revier Schwedt stationiert:6 Revierpolizisten6 Wachdienstführer27 Beamte im Wach- und Wechseldienst17 Beamter der Kriminalpolizei.⇥md