Kulinarium 2024 in Schwedt: Lavendel, Hanf, Honig – Food Trends aus der Uckermark

Kulinarium 2024 in Schwedt: Was man aus regionalen Spezialitäten auf den Teller bringen kann und was er besonders liebt, zeigt Event-Koch Volker Müller-Hagenbeck beim Showkochen auf der Genussmesse in den Uckermärkischen Bühnen.
Daniela Windolff- Kulinarium 2024 in Schwedt: Messe für regionale Produkte aus Uckermark und Barnim.
- Event-Koch Volker Müller-Hagenbeck zeigt regionale Spezialitäten und neue Food-Trends.
- Lavendel aus der Uckermark gilt als besonders aromatisch; Karol Olszewski erklärt warum.
- Globus Naturkost bietet über 100 Bio-Käsesorten; Welse-Gut Frauenhagen verkauft Bio-Eier.
- Messe fördert Regionalität und Nachhaltigkeit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lavendel aus der Uckermark macht der Provence Konkurrenz. Hier soll der aromatischste Lavendel Europas wachsen. Was ist dran an der Lobeshymne? Warum zieht Hanf in die Küche ein und was macht guten Käse aus? Darüber konnten sich Besucher wieder auf der großen Genussmesse „Kulinarium“ in Schwedt informieren und sich durchkosten.
Regionalität und Exklusivität auf dem Teller, das bietet die traditionelle Food-Ausstellung in den Uckermärkischen Bühnen, eine lokale Grüne Woche in der Uckermark im Miniformat. Hier kann man wirklich jeden Stand kennenlernen, kosten und persönlich ins Gespräch kommen.
20 Aussteller, Händler und Produzenten aus Uckermark, Barnim und Polen präsentierten in diesem Jahr auf der Genussmesse ihre Favoriten und neue Trends, fernab von industrieller Massenproduktion. Von exklusiven Grillkräutern der Wilde Grillerei GmbH über Honigspezialitäten der Wanderimkerei Vogel aus Schwedt bis zu Lavendelkreationen für Wellness und Küche aus dem uckermärkischen Grimme bei Brüssow.
Kulinarium 2024: Der beste Lavendel kommt aus der Uckermark
Hier blühen im Sommer 2 Hektar große Lavendelfelder, deren Blüten zu den aromatischsten Europas gehören sollen, behauptet eine Expertin, die gerade ein Buch über Lavendel aus aller Welt schreibt. Warum der Lavendel aus der Uckermark traditionelle Produkte aus Italien oder der Provence in den Schatten stellen, erklärt Lavendelbauer Karol Olszewski aus Grimme: „Das liegt am Klima. In der Uckermark ist es im Sommer weniger trocken und heiß, sodass der Lavendel eine längere Vegetationsperiode, das heißt, viel mehr Zeit zum Wachsen und Reifen, und sich so die ätherischen Öle, die den betörenden Duft ausmachen, viel intensiver entwickeln können“. Das wurde ihm von international erfahrenen Lavendelkennern bestätigt.
Trotzdem ist der Lavendelanbau in der Uckermark, die wegen ihrer Landschaft den Namen Toskana des Nordens trägt, noch ein reiner, kleiner Familienbetrieb, in dem sich vier Generationen dem violetten Duftkraut, seinem Anbau, der Ernte und Verarbeitung, alles in Handarbeit, verschrieben haben. Sie stellen nicht nur Seifen und Duftkissen her, sondern auch kostbares Lavendelöl und Lavendelhonig für die Küche.
Lavendel aus der Uckermark: Das Rezept für Lavendel-Muffins
Tochter Marianna schwört auf Lavendel-Muffins, für die der Teil mit ein paar Tropfen Lavendelöl, Zitrone und feinen Lavendelblüten verfeinert wird.

Lavendel aus der Uckermark: Karol Olszewski und Tochter Marianna präsentieren auf der Kulinarium-Messe in Schwedt Lavendel-Kreationen aus eigenem Anbau, von Seife bis Honig.
Daniela WindolffDen Lavendel aus Grimme hat auch ein Profikoch für die feine uckermärkische Hot Cuisine entdeckt. Volker Müller-Hagenbeck hat in vielen Ländern der Welt gekocht und sein Handwerk verfeinert, von Spanien, Schweiz, Indien bis China. Jetzt lebt und kocht er seit 30 Jahren in der Uckermark, die er scherzhaft als kulinarisches „Tieflandzone“ bezeichnet.
Doch diese ursprüngliche, ländliche Region habe Potenzial, gerade auch durch neue regionale und innovative Produzenten und Produkte, schwört Müller-Hagenbeck. Er etablierte im alten Stadtgefängnis Templin ein Eventrestaurant, in dem auch schon Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel schmauste.
Kulinarium in Schwedt: Schaukochen mit Volker Müller-Hagenbeck
Auf der Kulinarium in Schwedt demonstriert der Koch in der Showküche seine Rezepte aus heimischen Produkten: Birnen-Capaccio mit Ziegenkäse, karamellisierten Walnüssen und Lavendelhonig, der dazu einfach köstlich sei.
Den habe er auf der Kulinarium entdeckt und wird ihn in seiner Küche veredeln, nicht nur über Käse, auch Salate. Als Hauptgang kocht er Schupfnudeln aus Kürbis mit Steinplizen aus der Uckermark in Sahnesoße und köstlichstem Comté-Käse. Auch den hat er hier direkt nebenan am Globus-Stand erworben und sich kiloweise bevorratet, so lecker schmecken ihm die Käse-Kreationen.
Zum Dessert kredenzt er Glühweincreme mit Hanfküchlein. Demnächst will der Koch Hanfbutter kreieren, sogar auf Wunsch von Kunden mit THC-Gehalt: „Mit so einem Frühstück ist der Tag gelaufen“, lacht Müller-Hagenbeck.
100 Käsesorten im Globus Naturkost Eberswalde
Am Stand von Globus Naturkost aus Eberswalde kann man sich durch verschiedenste, ausgefallene Bio-Käse-Sorten kosten, die alle eine Geschichte haben. Die erzählt Torsten Pelikan gern und verrät, wozu die Käsespezialitäten am leckersten schmecken, denn nur als Käsestulle sind sie viel zu schade und im wahrsten Sinne kostbar. An der 5 Meter langen Käsetheke bei Globus gibt es über 100 Sorten.

Über 100 Käsesorten gibt es im Globus Naturkost Markt Eberswalde. Bei der Kulinarium-Messe in Schwedt bietet Torsten Pelikan eine delikate Auswahl an Spezialitäten in Bio-Qualität zum Kosten und Kaufen.
Daniela WindolffWie man mit Käse Vogelschutz betreibt
Für den „Weidevogel“ werden die Milchkühe erst im Juni, Juli auf die Weide getrieben, um die Boden- und Wiesenbrüter zu schützen, erzählt Torsten Pelikan. Auch der berühmte Comté-Käe aus Frankreich darf nur von einer ganz bestimmten Kuhrasse im Juragebirge Frankreichs produziert werden. Man schmecke förmlich die Bergwiesenkräuter der Gebirgswiesen, das entspannte Leben der Kühe auf den Gebirgswiesen und die lange Reifezeit von mindestens 12 Monaten, schwört Torsten Pelikan.
Diese Spezialität ist einer von Torsten Pelikans Lieblingskäse, die er pur mit einem Glas guten Rotwein genießt: Erst den Käse schon langsam im Mund zerkauen und dann mit einem Schluck Rotwein vermischen und ganz langsam genießen und schlucken, als hätte man einen Giraffenhals", erklärt der Gourmet.
Kulinarium 2024: Frische Bio-Eier vom Landgut Frauenhagen
Viel bodenständiger sind die Produkte, die das Welse-Gut Frauenhagen anbietet: frische Bio-Eier und heimische Kartoffeln. In dem Angermünder Ortsteil haben sich der junge Landwirt Konstantin Birr und seine Partnerin Nadine Halser einen Traum erfüllt und einen eigenen Bio-Hof mit Direktvermarktung gegründet.

Frische Bio-Eier vom Land bietet das Welse-Gut Frauenhagen bei der Kulinarium-Messe in Schwedt. Nadine Halser hat bei Angermünde mit ihrem Mann einen kleinen Bio-Hof mit Direktvermarktung gegründet. Schwiegermutter Ingelore Birr hilft gern mit im Familienbetrieb.
Daniela WndolffSie wollen nachhaltig, ökologisch und traditionell wirtschaften. Ihre Produkte verkaufen sie in Automaten am Hof, an Privatkunden und zunehmend auch an Gastronomen und touristische Höfe, die Wert auf heimische Bio-Eier für ihre Gäste legen. Die Kulinarium ist für sie ein Schaufenster, auch mit ganz traditionellen Produkten ohne Schischi zu zeigen, dass Nachhaltigkeit und Regionalität auch im Alltag in die Küche einziehen kann.



