Landwirtschaft: Ernte in der Uckermark ist fast eingebracht

Große Maschinen auf großen Schlägen: Unter günstigen Bedingungen haben die Bauern der Uckermark in diesem Jahr die Ernte eingefahren. Jetzt beginnt die Herbstbestellung. Die ersten Agrarbetriebe bringen den Raps aus.
Oliver VoigtDenn mit großem Bangen hatten die Agrarbetriebe nach zwei akuten Dürrejahren auf die Erträge in diesem Sommer geschaut. Denn es deutete sich frühzeitig die nächste Trockenperiode an. Wider Erwarten sind die meisten Bauern doch recht zufrieden. „Schon bei der Wintergerste gab es eine angenehme Überraschung“, so Friedhelm Rogasch, Geschäftsführer vom Bauernverband Uckermark. „Trotz Frost und trockenen Böden sind die Erträge über dem Durchschnitt der Vorjahre.“ Auch der Raps habe nicht so enttäuscht wie 2019. Und so zieht sich das über den Roggen und den Weizen weiter hin.
Mais vertrocknet auf dem Feld
Mit den Dürre-Ernten der beiden Vorjahre ist das also nicht vergleichbar. Der Grund: Immer wieder hat es hier und da mehr oder weniger geregnet. Manchmal gerade so im letzten Moment, um die Pflanzen mit dem notwendigen Wasser zu versorgen. „Die unterschiedlichen Niederschläge zeigen sich bei den jeweiligen Ernteergebnissen“, so Rogasch. „Mit jedem Bodenpunkt und jedem Tropfen Regen wird es besser.“
Allerdings haben die heißen Tage der vergangenen Wochen vor allem dem Mais enorm zugesetzt. An feuchten Stellen steht er mehrere Meter hoch. Auf trockenen Standorten ist er verdorrt. In vielen Bereichen sind die Bestände regelrecht zusammengebrochen. Die Bauern müssen nun selbst entscheiden, ob die Hoffnung auf Regen noch ausreicht, oder ob sie den betroffenen Schlag einfach dreschen ohne den notwendigen Zuwachs. "Jeder Tropfen bringt noch Ertrag, auch bei den Zuckerrüben“, so Rogasch.
Natürlich ist das Ernteergebnis mit denen aus Glanzzeiten uckermärkischer Witterungsbedingungen nicht vergleichbar. Und auch die Aufkaufpreise seien nicht gerade berauschend. Allerdings hat die Trockenheit auf dem Acker auch eine künstliche Trocknung des Getreides überflüssig gemacht. Und die Erntebedingungen seien bis auf einige Brände relativ günstig gewesen.
Roggen wieder im Kommen
Mittlerweile wird nach Angaben des Bauernverbands wieder mehr Roggen angebaut in der Uckermark, weil der durch sein verzweigtes Wurzelwerk die geringe Feuchtigkeit von der Oberfläche besser nutzen kann. Bis heute fehlen aber immer noch mehrere hundert Liter an Niederschlägen, um das Defizit im Boden auszugleichen.
Nach der Ernte geht es jetzt weiter mit der Feldbestellung. Einige Bauern haben bereits den Raps ausgebracht. Der Morgentau reicht offenbar aus für die Saat.
Kornkammer Brandenburgs
Ein großer Teilder in Brandenburg geernteten Getreidemengen kommen aus der Uckermark. Daher gilt sie schon aus der Geschichte heraus als Kornkammer Brandenburgs. Das liegt einerseits an den guten Böden, andererseits an den großen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Einen enormen Stellenwert hat dabei der Weizen als Nahrungsgetreide. Berühmt sind auch die riesigen Rapsfelder.⇥os