Lange Nacht der Museen in Polen
: Was Fans von Kunst und Kultur in Stettin erwartet

Stettin öffnet zur 19. Langen Nacht der Museen die Türen: Von Konzerten bis Ausstellungen – Kulturfans erwartet ein abwechslungsreiches Programm.
Von
Leona Bellinda Schröder
Stettin
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Der schönste Blick über Stettin: Vom Turm des Schlosses der Pommerschen Herzöge schaut man in den Innenhof und bis über die Oder hinweg.

Ein Blick vom Turm des Schlosses der Pommerschen Herzöge

Ein Blick vom Turm des Schlosses der Pommerschen Herzöge in Stettin ist auch bei der 19. Langen Nacht der Museen möglich. Museen, Galerien und Kultureinrichtungen öffnen kostenfrei ihre Türen und begeistern Gäste aus Deutschland, Polen und anderen Ländern.

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  • Stettin veranstaltet am 17. Mai die 19. Lange Nacht der Museen.
  • Museen, Galerien und Kultureinrichtungen öffnen kostenfrei.
  • Höhepunkte: Opernbesichtigungen, Helmut Newton-Ausstellung, Sydonia von Borck-Sonderausstellung.
  • Besucher können den Glockenturm besteigen und die Aussicht genießen.
  • Altstadt lädt zum Flanieren und kulinarischen Entdeckungen ein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am 17. Mai steht Stettin ganz im Zeichen der Kultur: Die 19. Lange Nacht der Museen lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Vielfalt der städtischen Museen und Kultureinrichtungen zu erleben. Zahlreiche Häuser öffnen bis in die späten Abendstunden, bieten Sonderausstellungen, Musik und Aktionen für die ganze Familie.

Die Veranstaltung ist längst ein fester Termin im Kalender der Stadt und zieht Kulturinteressierte aus Polen und Deutschland gleichermaßen an. Welche Höhepunkte in diesem Jahr auf dem Programm stehen und warum sich ein Besuch besonders lohnt, verrät ein Blick auf die diesjährigen Angebote.

Museumsnacht in der Oper Stettin – Geschichte und Gegenwart treffen aufeinander

Die Oper im Schloss öffnet im Rahmen der Nacht der Museen (poln. Noc Muzeów) ihre historischen Innenräume für Besucher. Auf abendlichen Führungen können sie die zentralen Bereiche der Oper kennenlernen – darunter die Bühne und den Saal. Ergänzt wird das Programm durch Erzählungen über die Geschichte des Hauses und Anekdoten aus dem Bühnenleben.

Zu den Höhepunkten zählt die Besichtigung der Schlossfundamente aus dem 14. Jahrhundert sowie des Saals, in dem die ältesten Fresken Westpommerns beheimatet sind. Das rekonstruierte Renaissance-Gebälk und die moderne Bühne zeigen, wie Geschichte und Gegenwart in der Oper verbunden sind. Der Rundgang wird von Opernmusik und Ausstellungen mit Fotos und Plakaten begleitet. Farbenfrohe Kostüme aus dem Fundus runden das Erleben ab.

Philharmonie zeigt Helmut Newton und Künstler aus Stettin

Auch die Stettiner Philharmonie beteiligt sich an der Langen Nacht der Museen und präsentiert ein vielseitiges Programm rund um Fotografie, Film und Stadtgeschichte. Der Eintritt ist frei, Beginn ist um 18 Uhr, der letzte Einlass erfolgt um 21:30 Uhr.

Im Mittelpunkt steht die Ausstellung „Helmut Newton. Music & Portraits“ in der Galerie auf der 4. Etage. Gezeigt werden ikonische Porträts des berühmten deutsch-australischen Fotografen, der mit Aufnahmen von Künstlerinnen wie Madonna, Sting, Luciano Pavarotti und Carla Bruni weltbekannt wurde. Die Ausstellung vereint Newtons Arbeiten aus den Bereichen Mode, Akt, Musik und Porträt und gibt einen Einblick in die individuellen Persönlichkeiten der dargestellten Stars.

Helmut Newton

Helmut Newton - weltberühmter Fotograf - wird in einem Dokumentarfilm gewürdigt, den seine Frau gedreht hat.

Werner Baum/Archiv/dpa

Ergänzt wird die Ausstellung durch die Filmvorführung „Helmut Newton by June“ im Symphoniesaal. Regie führte bei dem Film Helmut Newtons Frau, June Newton, die mit diesem intimen Dokumentarfilm ein außergewöhnliches Künstlerporträt erschuf. Zuschauer erhalten Einblicke in Newtons Schaffen als weltberühmter Fotograf und gleichzeitig in sein Privatleben – durch die Person, die ihm am nächsten stand.

Im Art.Room der Philharmonie wird parallel die Ausstellung „Aus Liebe zu Stettin“ gezeigt. Fotografien und Illustrationen von lokalen Künstlern wie Anna Niemiec, Monika Szymanik und Radosław Kurzaj erzählen persönliche Geschichten über die Stadt. Die Werke sind inspiriert von literarischen Motiven und individuellen Erinnerungen an Stettin.

Lange Nacht der Museen in Polen: Magie und Mystik mit Sydonia von Borck

Die diesjährige Lange Nacht der Museen im Schloss der Pommerschen Herzöge steht ganz im Zeichen von Sydonia von Borck, einer der bekanntesten und zugleich tragischsten Figuren der pommerschen Geschichte. Anlässlich des 405. Jahrestags ihrer Verfolgung wird das Schloss am 17. Mai in eine mystische Atmosphäre getaucht. Zwischen 18 und 23 Uhr laden zahlreiche Ausstellungen und Sonderveranstaltungen dazu ein, das Leben und Wirken der als „pommersche Hexe“ bekannten Adligen aus neuer Perspektive zu entdecken.

Ein besonderer Programmpunkt ist die Sonderausstellung „Sydonia von Borck mit Grafiken von Andrzej Maciejewski. Im Ostsaal wird Sydonias Schicksal in einer modernen Interpretation aufgegriffen und mit aktuellen Fragen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft verknüpft. In speziellen Fotokabinen können Erinnerungsfotos im Stil der Epoche gemacht werden.

Darüber hinaus sind alle Dauerausstellungen sowie die Außenausstellungen des Schlosses geöffnet. Besonderes Highlight: Besucherinnen und Besucher können den Glockenturm kostenfrei besteigen und von hier aus die fantastische Aussicht über Stettin genießen.

Das Programm wird durch Filmvorführungen im Schlosskino ergänzt, so etwa Dokumentationen über berühmte Künstler. Die Museumsnacht bietet somit die Gelegenheit, sich intensiv mit einer der faszinierendsten Persönlichkeiten Pommerns auseinanderzusetzen – eingebettet in die besondere Kulisse des Schlosses.

Lange Nacht der Museen – Flanieren in der Altstadt Stettin

Auch die Stettiner Altstadt (Stare Miasto) ist Teil des Programms. Die kopfsteingepflasterten Straßen rund um den Heumarkt laden zum abendlichen Flanieren ein. Historische Gebäude, das Rathaus und kleine Galerien öffnen bis spät in die Nacht. Viele Cafés und Restaurants beteiligen sich mit eigenen Aktionen, sodass sich Kulturgenuss und kulinarische Entdeckungen ideal verbinden lassen.

Die Lange Nacht der Museen

Die erste Lange Nacht der Museen wurde 1997 in Berlin veranstaltet, mit dem Ziel, Wissenschaft, Kunst und Kultur einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Das Konzept, Museen bis in die Nacht zu öffnen und mit einem gemeinsamen Ticket zugänglich zu machen, wurde rasch erfolgreich und von weiteren europäischen Städten aufgegriffen.

In Polen organisierte das Nationalmuseum in Posen 2003 erstmals eine „Noc Muzeów“. Bereits im darauffolgenden Jahr beteiligten sich auch Krakau und Warschau an der Museumsnacht. Heute ist die Veranstaltung ein fester Termin im Veranstaltungskalender, zahlreiche polnische Städte nehmen aktiv an der Veranstaltung teil und öffnen ihre Museen und Kultureinrichtungen.