Loveparade in Schwedt: Wünsche und Visionen – was die Jugend für die Zukunft fordert

Rebel Revolution heißt die Loveparade in Schwedt. Zu erleben ist diese am Freitag ab 16 Uhr im Schwedter Straßenbild. Michael Wolf und Marco Mentag (v.l.) gehören zu den Organisatoren der Demo.
Hans Still- Jugendliche in Schwedt veranstalten am Freitag eine Loveparade "Rebel Revolution" ab 16 Uhr am ZOB.
- Organisatoren sind Michael Wolf und Marco Mentag, die sich für die Belange der Jugend einsetzen.
- Die Veranstaltung soll auf Probleme und Wünsche junger Menschen aufmerksam machen.
- Es werden drei Fahrzeuge mit Beats und zwei Wagen mit Forderungen der Jugend durch die Stadt fahren.
- Abschluss und Tanzveranstaltung ab 20 Uhr beim Musikcafé EXIT.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beim Thema Transformation rollen nicht wenige Schwedter eher verstört mit den Augen. Sie fragen sich, was die teilweise politisch motivierten Veränderungen in der Wirtschaft mit ihrem Leben zu tun haben könnten? Ältere Herrschaften haben mit dem aktiven Berufsleben oft abgeschlossen. Sie mögen interessiert sein, aber die Veränderungen in der PCK Raffinerie inklusive der Träume von grüner Wasserstoff-Transformation bleiben ihnen vielleicht doch eher fremd.
Und die Jugendlichen? „Sie fühlen sich oft ausgegrenzt“, wissen beispielsweise Michael Wolf vom Verein Jugend- & Musikcafé Exit und Marco Mentag vom Jugendclub Külz. Beide gehören zu einem Kreis von Organisatoren, die mit dem Konzept „Rebel Revolution“ eine kleine Loveparade in Schwedt ins Laufen gebracht haben.
Sound und Bässe auf den Schwedter Straßen
2024 war dieser musikalisch unüberhörbare Akt der Willensbekundung erstmalig auf den Schwedter Straßen zu erleben. Beim thematischen Event geht es nämlich einzig und allein um die Belange Jugendlicher, um ihre Wünsche, Ängste und Visionen. „Wenn man so oft von der Transformation liest, dann könnte der Eindruck entstehen, es ginge nur um Maschinen und Technik. Jugendliche fragen sich dann, wo sie eigentlich mit ihren Bedürfnissen bleiben“, erinnert Wolf, der sich eine Zeit lang auch in der Schwedter Kommunalpolitik engagiert hatte.
Dass es bei den Botschaften Jugendlicher nicht um Parteipolitik geht, versteht sich für die Macher von selbst. „Das sind Losungen aus dem Alltag der Jugendlichen. Dazu gehörte im letzten Jahr die Forderung nach einem bezahlbaren Döner, die ja später sogar von den Bundesparteien aufgenommen wurde.“
Schwedt: Jugendliche brauchen Plätze, Musik und Resonanz
Jugendliche brauchen Teilhabe, betonen beide Schwedter, die tagtäglich mit den jungen Menschen zu tun haben. Im Schwedter Külz-Club etwa kommen täglich zwischen 20 und 40 junge Menschen zusammen, die dort mitunter mehr Zeit verbringen, als in den elterlichen vier Wänden, berichtet Mentag. „Jugendliche brauchen ihre Plätze, ihre Musik und Resonanz“, sagt er, während Wolf einen deutschlandweiten Vergleich der Teilhabe zitiert.
Demnach rangiert die Uckermark im Ranking-Atlas der Untersuchung deutlich unter den Mittelwerten. Jugendliche aus Schwedt und dem Umland teilen die Probleme anderer ländlicher Regionen. Sie wünschen sich Orte, die sie nach ihren Vorstellungen gestalten können. Sie sind auf eine eigenständige Mobilität angewiesen, um Freundschaften zu pflegen, Musik zu machen oder Sport zu treiben. „In Schwedt fehlt es an politischem Willen, diese Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen“, sind sich Wolf und Mentag einig.
Loveparade startet in Schwedt am ZOB
Und sie fragen die Schwedter Kommunalpolitik, woher eines Tages der Nachwuchs kommen soll, wenn die Jugendlichen zur Ausbildung oder zum Studium die Region verlassen haben, ohne „eine Art von Nestwärme“ auszubilden, die ihnen die Rückkehr zum Bedürfnis werden lässt. „Die Jugendlichen müssen Schwedt als Heimat empfinden. Dann kommen sie auch gern zurück und siedeln hier mit ihren Familien“, geben Mentag und Wolf den Kommunalpolitikern mit der Mahnung, an die Zukunft zu denken, auf den Weg.
Und so bereiten sie die Schwedter im Verbund mit etlichen Partnern auf eine Loveparade vor, die am Freitag (23. Mai) ab 16 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ihren Anfang nehmen soll. Drei Fahrzeuge mit ordentlichen Beats, Bässen und Sound an Bord wird es geben, es folgen zwei weitere Wagen mit Losungen und Forderungen der Jugendlichen.
Vom ZOB geht es auf die Werner-Seelenbinder-Straße. Erster Stopp ist die OBI-Kreuzung (Rosa-Luxemburg-Str./Werner-Seelenbinder -Str.), um Schüler der Gesamtschule Talsand aufzunehmen, dann geht es weiter Richtung Stadt, über den Julian-Marchlewski-Ring, die Berliner Straße und die Lindenallee.
Die Jugenddemonstration endet auf der Wiese beim Verein Musikcafé EXIT am Langen Grund. Im Anschluss darf weiter nach Meinung der Organisatoren gern gefeiert werden.
Abends geht es für alle zum Tanz
Um 20 Uhr startet auf der Wiese am EXIT eine Tanzveranstaltung für Jugendliche und Junggebliebene mit bekannten und unbekannten DJs aus Schwedt und Berlin. Für Getränke und ein Imbiss ist dann gesorgt, allerdings müssen diese bezahlt werden.
„Wir wünschen uns, dass Schüler, Akteure, Junggebliebene und Anwohner die Demo zu Fuß oder mit ihren Fortbewegungsmitteln wie Fahrrad, Scooter, Inlinern oder Rollschuhen durch die Stadt begleiten“, sagen Wolf und Mentag und hoffen am Freitag auf eine starke Beteiligung.
Sie laden alle Vereine, Initiativen, Personen aus der Wirtschaft und Mitarbeiter aus der Verwaltung sowie Politiker dazu ein, vor Ort teilzunehmen und mit allen ins Gespräch zu kommen. So könnten die Botschaften und Forderungen der Jugendlichen und Akteure breit aufgenommen werden und in den Gesprächen Lösungsansätze gefunden werden, werben die Organisatoren.


