Master-Zertifikat: Operieren auf hohem Niveau in Schwedt
Wenn es um die Wirbelsäulenchirurgie geht, nimmt das Asklepios Klinikum Uckermark eine Spitzenposition im Norden von Brandenburg ein. Dr. Michael Manthey, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, hat jetzt das Master-Zertifikat der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft erhalten. Sie bestätigt dem Klinikum Uckermark das hohe Niveau auf diesem Spezialgebiet der Chirurgie. Die am nächsten gelegenen Krankenhäuser, die Vergleichbares leisten, befinden sich in Berlin und Greifswald.
Patienten sparen lange Wege
Chirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule sind komplex und gelten als schwieriger Bereich, weil die Operation im Endergebnis für Patienten oft nicht befriedigend ist. Das will die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft beheben und hat ein Trainingsprogramm für Ärzte entwickelt. An dessen erfolgreichem Abschluss steht das Zertifikat. „Die Verleihung freut mich ganz besonders“, sagt Chefarzt Dr. Ghias Hallak. „Das Zertifikat ist ein Aushängeschild für uns. Es widerspiegelt die hohe Fachkompetenz von Dr. Manthey und des gesamten Teams sowie die hervorragende technische Ausstattung unserer Klinik.“
Dr. Michael Manthey hat nicht nur langjährige Erfahrung in der Wirbelsäulenchirurgie aufzuweisen, sondern musste einen umfangreichen OP-Katalog abarbeiten. Eine Gutachterkommission hat die Ergebnisse bewertet. „Solche Operationen kann nicht jede Klinik leisten“, erläutert Michael Manthey. „Man braucht auch Gefäßchirurgen an seiner Seite, Intensivmediziner, Schmerztherapie und Pflege. Wir haben hier viele Patienten, die sehr krank sind und viel Zuneigung bedürfen. Das alles wollen wir in höchstmöglicher Qualität leisten.“
Der Vorteil für die Patienten ist, dass sie mit ihren schweren Leiden keine langen Wege auf sich nehmen müssen. Die Erkrankten kommen aus Schwedt und der ganzen Uckermark. Viele von ihnen haben keine klare Diagnose. „Ich kläre das ab und mache die Diagnostik zu Ende. Es muss nicht jeder operiert werden. Viel kriegt man mit konservativer Behandlung hin“, sagt Dr. Manthey. Zwischen fünf und zehn Prozent seiner Sprechstundenpatienten kommen in den OP-Saal.
„Das Schöne für den Patienten ist, dass er mich aus Gesprächen vor der OP kennt, ich operiere und sehe ihn in meiner Sprechstunde zur Nachkontrolle wieder. Das ist nicht so, wie in Berliner Kliniken. Ich sehe, was kommt dabei raus, wenn ich operiert habe und treffe die Patienten in der Stadt wieder“, erläutert der 40-jährige Arzt, der in Greifswald studiert hat.
Die Asklepios-Geschäftsführung sieht sich in der aktiven Förderung junger Ärzte bestätigt. Es sei wichtig, aufstrebende Spezialisten zu unterstützen und für das Klinikum und die Uckermark zu begeistern. Die Spitzenposition in der Wirbelsäulenchirurgie wird flankiert von Knie- und Hüftgelenk-Endoprothetik. Auch Operationen der Schulter, einschließlich Implantation von Prothesen, gehören zum Leistungsspektrum. „Wir machen viel Schulterendoprothetik, und zwar mit steigender Tendenz, weil die Patienten immer älter werden“, erläutert Chefarzt Dr. Hallak. „Wir machen auch Revisionsendoprothetik. Da können wir uns mit großen Kliniken vergleichen.“
Kassen schreiben OP-Zahlen vor
Die Mindest-Operationszahlen sind von den Kassen vorgegeben. 2019 hat sie die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie geschafft. Sie erwecken fast den Eindruck von Fließbandarbeit. „Pflicht sind 50 Knieprothesen pro Jahr, wir sind bei 70. Wir müssten 100 Hüftprothesen einsetzen. Da liegen wir bei über 200 und haben manchmal drei bis vier am Tag“, informiert Dr. Hallak. Die Bereiche Schulter, Knie, Hüfte sind sein Spezialgebiet. Dennoch arbeitet auch er darauf hin, dass er das Master-Zertifikat in der Wirbelsäulenchirurgie verliehen bekommt.


