Mitgliederversammlung
: Die Interessengemeinschaft Sport Schwedt soll aufgelöst werden

Der Vorstand lädt zu Mitte Dezember zur außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Geht die Arbeit als „Stammtischrunde“ weiter?
Von
Jörg Matthies
Schwedt
Jetzt in der App anhören
  • Schwedt, 02.09.2020, Kinderolympiade Wieselflink und Bärenstark, Kästner-Schüler beim Schlängellauf

    Schwedt, 02.09.2020, Kinderolympiade Wieselflink und Bärenstark, Kästner-Schüler beim Schlängellauf

    Carola Voigt
  • Prenzlau, 05.09.2018: 13. Kita-Cup, Vierfüßlergang Kinderwelt Schwedt

    Prenzlau, 05.09.2018: 13. Kita-Cup, Vierfüßlergang Kinderwelt Schwedt

    Carola Voigt
1 / 2

Im August hatte es die aus dem März coronabedingt verschobene IG–Mitgliederversammlung gegeben. Wenn der Vorstand jetzt kurzfristig zum Jahresende noch einmal zu einem Treffen einlädt, dann muss es einen wichtigen Grund geben. Den gibt es! Und erste Reaktionen zeigen, dass von diesem so manch einer ziemlich überrascht ist. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Auflösung des Vereins — zum
31. Dezember dieses Jahres.

Zum aktuellen Vorsitzenden ist Tino Reetz (FC Schwedt) im Sommer vom gewählten sechsköpfigen Leitungsgremium bestimmt worden. Als erstes stellt er auf die Anfrage nach dem grund für die beabsichtigte Vereinsauflösung knallhart fest: „Diese Versammlung war irgendwie so ein Knackpunkt: Außer dem Vorstand, der natürlich auch Vereine vertritt, war nur ein einziger weiterer Verein anwesend!“

Frage nach dem Sinn des Tuns

Jedes Jahr stelle sich der Vorstand für die Interessengemeinschaft die gleiche Frage, sagt Reetz: Was können wir mit unserer Arbeit erreichen? „Wir sind da, können auch das eine oder andere vielleicht in Ansätzen mit beeinflussen“, aber insgesamt werde doch mitunter viel Zeit ans Bein gebunden, „ohne etwas gekonnt zu haben. Wir haben versucht, mit den Parteien aus dem Stadtparlament ins Gespräch zu kommen. Es gab Ansätze, uns durch die Stadt bei der Vergabe von Fördermitteln im Sport mit einzubeziehen.

Aber insgesamt können wir nicht wirklich was leisten. Haben die Vereine Wünsche, wenden sie sich in der Regel nach wie vor direkt an die Stadt.“ Die Aktualisierung der Schwedter Sportentwicklungskonzeption, eine umfangreiche Arbeit, liege jetzt auch schon wieder etliche Jahre zurück. Man sei praktisch ziellos.

Olympiaden bleiben erhalten

„Wir haben uns da etwas mehr erhofft“, ergänzt auch der SSV– PCK–Vorsitzende Olaf Hildebrand. Er bestätigt aber auch zwei Fakten, die zuvor schon bei Tino Reetz herauszuhören waren: Zum einen wolle man sich im jetzigen Leitungsgremium als aktive „Stammtischrunde“ weiter für die Entwicklung insbesondere des Kinder– und Jugendsportes in der Oderstadt engagieren — sehr gern können so viele wie mögliche Interessenten darüber hinaus hinzustoßen. Zum anderen gehöre dazu, dass es die Kita– und die Kinderolympiade „Wieselflink und Bärenstark“ weiter geben soll — eventuell dann unter Hauptverantwortung einzelner Vereine.

Und was sagt die Stadt dazu? „Ich bin darüber nicht wirklich erfreut“, sagt die zuständige Fachbereichsleiterin Andrea Schelhas aus dem Rathaus. Da es aber die Absichtserklärung gebe, dass sich ein kompetentes Team weiter engagieren wolle, müsse die Verwaltung wohl mit dieser Entscheidung leben. Die zentrale Position der Stadt beim Vergeben der Sportfördermittel wurde durch die Verwaltung nie in Frage gestellt — die wolle und müsse as Rathaus schon behalten, so Schelhas.

Verlegung durchaus denkbar

In Zeiten bleibender und vermutlich sogar noch etwas verschärfter Kontaktbeschränkungen in den nächsten Wochen ist nun wohl allerdings damit zu rechnen, dass der Termin 14. Dezember für die Versammlung und damit die Auflösung zum Jahresende 2020 (eine Zweidrittel–Mehrheit muss dafür sein) noch einmal außer Kraft gesetzt und irgendwann im nächsten Jahr anstehen werden.