Mittsommernacht in Schwedt: Sonnenwendefeier – so war es in der Uckermark

Trotz Regen: Die Mittsommernachtsstange wurde pünktlich um 16.45 Uhr in der Vierradener Straße am Brunnen aufgestellt. Hunderte genossen das Fest und kamen später nach, denn der Regen hörte auf.
Gabriela A. ProdöhlWenn die Tage am längsten und die Nächte am kürzesten sind, dann ist es wieder so weit: die Sommersonnenwende ist da. Zum beliebten fröhlichen Mittsommernachtsfest lädt die Stadt Schwedt alljährlich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern und vielen Händlern ein. Dann genießen zahlreiche Schwedter und Menschen aus der Umgebung in der Regel eine laue Sommernacht bei Musik, Theater und Shopping. Doch in diesem Jahr war es anders. „Noch nie in den 19 Jahren, an denen das Fest zelebriert wurde, hatten wir Regen. Aber das soll uns nicht davon abhalten, dieses wunderschöne Fest trotzdem zu genießen“, ermunterte Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe während er Eröffnung am Brunnen in der Vierradener Straße.
Für jeden Musikgeschmack war etwas dabei
Dort hatten Helfer am Freitag pünktlich um 16.45 Uhr die Mittsommernachtsstange aufgestellt und hunderte Uckermärker ließen sich die Eröffnung des bunten Festes trotzdem nicht nehmen. Die Tanzgruppe des Theaters Stolperdraht und der Stelzenwalkact „Flowers“ begannen schon bald mit ihrer Vorstellung. Inzwischen ließ der Regen etwas nach. Später verteilte sich die Menschenmenge in der Altstadt, auf dem Alten Markt, am Bollwerk, im Hugenottenpark, im Jüdischen Museum und im Stadtmuseum.
Überall liefen wie immer verschiedene Veranstaltungen an, für jeden Musikgeschmack war etwas dabei. Auch besondere Stände boten Außergewöhnliches. So gab es in der Vierradener Straße handgemahlenen Kaffee, den man hier mit Omas Mühle malen konnte. Der Erlös war für ein Baumpflanz-Projekt in Schwedt gedacht.
Überall auf den Plätzen lockten kulinarische Köstlichkeiten von der Grillpfanne, wurden verschiedene Getränke angeboten und am Bollwerk riss die Schlange am Eiswagen nicht ab. Weiterhin lockten am Kirchplatz in der Vierradener Straße eine Modenschau und das Altstadt-Café. Eine Kleidertauschbörse und die Buchhandlung luden zu Stöbern ein.
Traditionell gab es auch Straßentheater, Kulinarisches und natürlich das Kränzeflechten
Das Mittsommernachtsfest wird gemeinsam mit den Partnern MomentUM, Uckermärkische Bühnen Schwedt, Theater Stolperdraht und Karthausclub organisiert und umgesetzt. Aber auch die Vereine Flussbadestelle, der Kunstverein und die Städtischen Museen sind beteiligt. Ausgefallen ist das Fest nur im Jahr 2005, wegen eines Stadtjubiläums, und in der Corona-Zeit, in den Jahren 2020 und 2021. Nicht nur Schwedter, sondern auch Besucher aus der umliegenden Gegend kommen gerne zu dem Fest, bei dem es eine bunte Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen, Straßentheater, dem traditionellen Kränzeflechten und natürlich Kulinarisches gibt.
Gern besucht waren der Alte Markt und der Polderblick. Hier begeisterte die Juzz Crewzz mit flottem Hip-Hopp. Wer es ruhiger mochte, konnte im Jüdischen Museum den Gesangsstücken und eigenen Arrangements der Band „Temmingberg“, mit klassischem Jazz bis zu Swing und Balladen lauschen. Gut besucht war auch das Stadtmuseum.
Highligh war das Höhenfeuerwerk über der Oder
Während Interessierte sich den traditionellen Mittsommernachtskranz aus einer Mischung von vielen Blumen und Kräutern flechten durften, spielten im Museumshof Anne Wohlgemuth und Nico Genz als Duo „Junes meets other“ rockige Melodien. Highlight des Tages war sicher das Höhenfeuerwerk, zu dem sich gegen 22.30 Uhr hunderte Besucher auf der Oderbrücke und am Polder eingefunden hatten. Sie wurden mit einem eindrucksvollen und abwechslungsreichen Feuerwerk belohnt, welches sich gekonnt inszeniert über eine volle halbe Stunde über der Oder erhob.
Bei der Mittsommernachtsfeier denkt man unwillkürlich an Schweden. Im Land mit den langen, dunklen Wintern kommt der Sommersonnenwende traditionell eine ganz besondere Bedeutung zu. Dort feiert man alljährlich mit ganz besonderer Freude und Ausgelassenheit die Mittsommernacht mit einem Fest (schwedisch: Midsommar), immer am Samstag zwischen dem 20. Juni und dem 26. Juni eines jeden Jahres. Doch dieses Fest hat auch in Deutschland eine lange Tradition. So werden zum kalendarischen Sommeranfang, dem längsten Tag des Jahres, auch in vielen Regionen Deutschlands, vorwiegend in den Dörfern, Häuser und Kirchen geschmückt sowie Feuer entzündet.
Davon ließ sich die Stadt Schwedt, gemeinsam mit der damaligen Aktionsgemeinschaft City e. V., inspirieren. So erhielt das Fest den Namen „Schwedter Mittsommernacht“. 35.000 Euro stehen für das Fest im diesjährigen Haushaltsplan. Weiterhin wird an die beteiligten Vereine ein Zuschuss zur Gestaltung des Mittsommernachtsfestes in Höhe von 8.000 Euro ausgereicht.


