Die Mordkommission ermittelt nach einer erschütternden Straftat in Hohenfelde, einem Ortsteil von Schwedt. Dort hatten am Sonnabend gegen 22.30 Uhr drei Personen an der Tür eines Wohnhauses geklingelt. Als der 43-jährige Hauseigentümer öffnete, schlug ihm ein maskierter Täter mit einem harten Gegenstand so sehr, dass die später herbeigeeilten Polizisten ihn ins Krankenhaus einliefern ließen.
„Wir haben den Anfangsverdacht auf ein versuchtes Tötungsdelikt“, bestätigt Oberstaatsanwalt Dr. Andreas Pelzer, der die Ermittlungen in dem Fall von Seiten der Justiz leitet. Aufgrund der Schwere der Verletzungen, die das Opfer davontrug, ist mindestens von gefährlicher Körperverletzung auszugehen. Ob am Ende für eine Anklage auch versuchter Totschlag oder gar versuchter Mord in Betracht zu ziehen ist, müssen noch die Ermittlungen der Polizei ergeben, die auf Hochtouren laufen.

Täter flüchteten zunächst unerkannt

Zum Glück hatten Zeugen die unheimliche Szene in Hohenfelde beobachtet. Als das Trio dies bemerkte, flüchtete es. Die drei Männer entkamen zunächst unerkannt. Doch im Anschluss hatten sie weniger Glück. Nach ihrer brutalen Tat war für sie der Abend offenbar noch nicht beendet. Während die Polizei noch nach den Männern fahndete, kam eine Info vom Sicherheitsdienst eines Einkaufscenters.
Dort waren drei Personen in einen Tabakladen eingedrungen. Sie hatten die Glastür zum Geschäftsraum zerstört und dann im Inneren des Ladens die Einrichtung verwüstet. Den alarmierten Polizisten gelang es, das Trio noch in unmittelbarer Nähe zum Objekt zu stellen. Bei ihnen handelte es sich um Jugendliche im Alter von 15 und 17 Jahren.

Ein Motiv für die Tat ist noch nicht bekannt

Aufgrund der bei den Tätern gefundenen Spuren kam schnell der Verdacht auf, dass die Jugendlichen auch für die Tat in Hohenfelde in Betracht zu ziehen sind. „Ein Motiv für die Tat haben wir allerdings noch nicht herausfinden können“, sagte Oberstaatsanwalt Pelzer. Die Beschuldigten machten von ihrem Recht Gebrauch, sich nicht zu den Anschuldigungen zu äußern.
Auf die Frage, ob die Jugendlichen der Polizei bereits zuvor bekannt gewesen sind, wollte sich der Oberstaatsanwalt nicht äußern. Fest steht allerdings, dass das Trio offenbar für weitere Taten in Betracht kommt. So zeichnet sich ab, dass die Jugendlichen auch für Einbrüche in eine Taxizentrale sowie in das Verwaltungsgebäude des nahe dem Center gelegenen Busbahnhofes zur Verantwortung zu ziehen sind.

Jugendliche stahlen vermutlich auch einen Opel Vectra

Die drei Tatverdächtigen hatten bei ihrer Festnahme außerdem einen Fahrzeugschlüssel bei sich, der zu einem Opel Vectra passte. Dieser Wagen fand sich auf einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Centers. Eigentlich hätte das Fahrzeug auf dem Gelände eines Autohauses im Ortsteil Vierraden stehen sollen, schreibt die Polizei in ihrem Bericht. Nach aktuellem Kenntnisstand war der Opel aber von den drei jungen Männern dort gestohlen worden.
Offen ist derzeit zudem, ob die Jugendlichen noch für eine weitere Tat zur Verantwortung gezogen werden müssen: Am Montagmorgen meldeten sich die Mitarbeiter einer Kindertagesstätte in der Kirchstraße von Vierraden bei der Polizei. Dort war am Wochenende zuvor eingebrochen und ein Büro nach Verwertbarem durchsucht worden.