Die Schlange von Bürgern, die die Qualität ihres Brunnenwassers überprüfen lassen wollen, scheint angesichts der Corona-Abstandregeln natürlich noch länger. 70 Frauen und Männer stehen quer über den Platz bis zum Kompaktbau und in seinem Schatten fast bis zum Eingang von Mäc Geiz, als die Besatzung des Labormobils schon vor der angekündigten Zeit mit der Annahme beginnt. Die meisten Wartenden in der Schlange haben ein oder mehrere Plastikflaschen mit Wasserproben  dabei. Sie füllen Formulare zur Probe aus, werden noch kurz zur Nutzung des Wassers befragt und über die Unterschiede der angebotenen Test aufgeklärt. Zwischen zwölf und 99 Euro kosten die Test je nach Umfang der Testparameter.

Als Gießwasser unbedenklich

Barbara und Walter Sluyter aus Schwedt haben sich ihre Campingstühle mitgebracht, um in der langen Schlange nicht so lange stehen zu müssen. "Wir wollen das Wasser der Brunnen vom Bootsweg und in Criewen testen lassen", erzählen sie. Egon Glasenapp von der Gartensparte Talsand hat eine Probe vom Gemeinschaftsbrunnen dabei. Zwei junge Berliner, die nördlich von Prenzlau ein Grundstück gekauft haben, wollen das Trinkwasser testen, das sie aus dem vorhandenen Brunnen auf dem Hof trinken. "Wir haben vorher im Internet recherchiert und Preise bis zu 240 Euro pro Untersuchung gefunden. Da ist das Angebot hier echt preiswert und wir unterstützen zudem einen gemeinnützigen Verein, der sich um Wasserreinhaltung bemüht und die Öffentlichkeit zur Nitratbelastung aufklärt", sagt die Frau. Sie sei besorgt um die Wasserqualität durch das Düngen der Äcker.
Odett Doula aus Schwedt erzählt, dass ihr Mann das Wasser aus dem Gartenbrunnen auch trinkt, deshalb wollte sie einmal Gewissheit, dass das auch gesund ist. Sprecher Harald Gülzow und Peter Brückner, der für den Verein als Bundesfreiwilliger arbeitet, erklären jedem Gartenbesitzer, dass es einen Unterschied macht, ob man nur Obstbäume, Rasen oder Blumen  gießt, oder auch Gemüse. Für letzteren Fall empfehlen sie die teurere Untersuchung, die auch auf Keime und Bakterien testet.

Oft zu hohe Nitratwerte

"Während der Corona-Pandemie sind viele in ihren Gärten aktiv und das Thema Wasserqualität wurde für sie wieder aktuell", erklärt sich Harald Gülzow den Andrang. "Menschen, die bereit sind, sich hier anderthalb Stunden in praller Sonne anzustellen, denen ist die Wasserqualität offenbar sehr wichtig und die nehmen ihre Verantwortung für Kinder oder Enkel ernst. Jetzt haben viele mehr Zeit für Dinge, die sie schon immer mal erledigen wollten."
Elf kleine Wasseruntersuchungen wurden noch am Abend im Labormobil ausgewertet, vier hatten zu hohe Nitratwerte von 70 bis 90 mg/Liter. Die Ergebnisse der größeren Tests werden den Teilnehmern in zwei, drei Wochen zugesandt.

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