Odertalbühne
: Fabelwesen vom Broadway

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt proben für „Shrek – Das Musical“ und knüpfen an eine international gefeierte Produktion an.
Von
Eva-Martina Weyer
Schwedt
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Im Probenkostüm für das Musical "Shrek": Schon fast perfekt auf der Odertalbühne sind Paulina Wojtowicz als Fiona, Michael Kuczynski als Esel und Dominik Müller in der Titelrolle des Fabelwesens Shrek (v. l.).

Dina Schein

Einen Hauch von Broadway und Hollywood kann das Publikum bei der diesjährigen Sommerproduktion auf der Odertalbühne erleben. Dort proben Schauspieler von den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (Ubs.) und Darsteller aus Polen gemeinsam für „Shrek – Das Musical“. Das ist einzigartig in Ostdeutschland.

Denn das Problem mit international gefeierten Musicals ist, an die Aufführungsrechte zu kommen. Sich die Show am Broadway oder im Internet anzusehen und eine eigene Version davon zu stricken, geht nämlich nicht. Im Fall von „Shrek“ reichen die Rechte bis nach Hollywood. Das Musical basiert auf dem gleichnamigen Dreamworks-Animationsfilm. „Vor zwei Jahren haben wir gemerkt, dass man an die Aufführungsrechte rankommen kann. Wir haben sie erworben, müssen aber Entwürfe für Kostüme, Bühnenbild und Maske vorab genehmigen lassen, damit alles im Sinne der Urheber ist“, erläutert Ubs.-Chefdramaturgin Sandra Zabelt.

Fühlt sich das Schwedter Produktionsteam rund um Regisseur Lars Franke deshalb eingeengt in seiner Phantasie? „Das stört mich überhaupt nicht“, sagt LarsFranke, der aus Zwickau stammt und Regie für Musiktheater studiert hat. „Diese Auflagen sind Ansporn, gemeinsam mit den Schauspielern die einzelnen Figuren zu erschaffen.“ Den besonderen Reiz des Musicals machen aus seiner Sicht die tollen Dialoge aus und die anspruchsvollen Passagen in Text und Musik. „Seine große Doppelbödigkeit ist eine Qualität des Stückes. Außerdem machen wir hier Theater und kopieren nicht den Film.“

Wer oder was ist nun aber Shrek? Nicht alle potenziellen Zuschauer kennen diese Figur mit dem komischen Namen. Sie ist ein hässliches Fabelwesen, das niemand mag. Deshalb hat Shrek sich in einem einsamen Sumpf eingerichtet. Er pflegt seine schlechte Laune und ärgert sich über Eindringlinge. Wie er doch noch glücklich wird, erzählt das Musical.

In der Titelrolle des Shrek ist Ubs.-Schauspieler Dominik Müller zu sehen. Über sein Kostüm sagt er: "Mein ganzes Gesicht wird verkleidet und der Nacken versteift. Ich werde ein vollkommen grünes Monster und viele Polster tragen. Obwohl ich als Shrek sehr mürrisch bin, werde ich auch singen und tanzen.“ Dominik Müller ist 1,97 Meter groß und wird es in seinen Riesenschuhen die zwei-Meter-Marke reißen. Die Premiere von „Shrek – Das Musical“ findet am 8. Juni auf der Odertalbühne statt.

Der Ursprungdes grünen Monsters

Die Geschichte von Shrek basiert auf einem Kinderbuch von William Steig aus dem Jahr 1990. Der Stoff erlangte 2001 Weltruhm, als die Firma Dreamworks Animation aus Kalifornien einen sehr erfolgreichen Zeichentrickfilm ins Kino brachte. 2008 entstand daraus am Broadway ein Musical. Nach New York und London feierte "Shrek" 2014 in Düsseldorf seine Deutschland-Premiere. ⇥emw