Platzmangel: Das neue Schuljahr startet für Grundschüler in Angermünde im Container
Hier wird Platz geschaffen für einen Containerbau. Bis zum Schuljahresbeginn in wenigen Tagen soll der Behelfsbau mit drei Klassenräumen bezugsfertig sein, um die akute Raumnot der Schule zu lindern, bis der geplante Erweiterungsbau fertig ist. Den will die Stadt als Schulträger voraussichtlich in drei Jahren bauen. Doch solange können Lehrer und Schüler nicht warten.
Größte Grundschule im Kreis
Die Bruhnschule, mit 450 Schülern die größte Grundschule im Landkreis Uckermark, platzt aus allen Nähten. Und für spezielle Unterrichtsformen, wie Teilungs- und Förderunterricht, die in einer inklusiven Schule des gemeinsamen Lernens erforderlich ist, reichten bereits in den vergangenen Schuljahren die Kapazitäten nicht mehr aus.
Zum neuen Schuljahr 2020/2021 werden es noch mehr Schüler. 80 Erstklässler werden hier neu eingeschult – nicht nur aus Angermünde und den Ortsteilen, sondern viele auch aus dem benachbarten Barnim. Damit eröffnet die Grundschule zum neuen Schuljahr erstmals sechs 1. Klassen gleichzeitig. Normalerweise lief der Schulbetrieb bisher dreizügig. Die Stadt musste also schnell handeln und hatte sich mit einem Eilbeschluss der Stadtverordnetenversammlung für eine Containerlösung entschieden, um zusätzliche Klassenräume zu schaffen. Dafür werden in diesen Tagen vorbereitende Bodenarbeiten vor dem Schulgebäude in der Rudolf-Harbig-Straße vorgenommen, um darauf den Containerbau errichten zu können. Die Montage sei am 5. und 6. August geplant. Am 8. und 9. August, dem letzten Ferienwochenende, sollen die drei Klassenräume eingerichtet werden, in welche die 6. Klassen einziehen.
Die Zeit ist äußerst knapp, wenn zum Schulstart am 10. August alles bezugsfertig sein soll, räumt die Chefin der Angermünder Bauverwaltung Susanne Tahineh ein. „Wir hatten zwar rechtzeitig die Baugenehmigung, mussten allerdings den Auftrag zweimal ausschreiben, weil beim ersten Mal nur zwei Angebote eingereicht wurden, deren Kosten jedoch doppelt beziehungsweise sogar dreimal so hoch waren, als im Beschluss der SVV festgelegt. Das war jenseits von gut und böse.“ Neben ohnehin explodierenden Baukosten und Kapazitätsgrenzen im Baugewerbe, habe die Corona-Krise die Situation gerade im Containerbau noch verschärft, weil viele Firmen für Krankenhäuser liefern mussten.
Den Zuschlag in Angermünde hat nun die Firma Kleusberg GmbH erhalten, die Container selbst entwickelt, fertigt, vor Ort montiert und im Kostenrahmen bleibt. Die Stadt wird den Schulcontainer für drei Jahre anmieten und hat dafür rund 165 500 Euro für den Gesamtzeitraum veranschlagt. Danach sollen die Container wieder abgebaut werden, wenn der Erweiterungsbau fertig ist. Die Stadt hatte das Nachbargebäude des ehemaligen Fitnessstudios Klockow gekauft, um für eine Schulnutzung umzubauen. Die Planungen seien fertig. Ende des Monats rechne man mit der Baugenehmigung.
Suche nach Fördertöpfen
Allerdings ist die Finanzierung noch offen, weil die Stadt aus allen Fördertöpfen rausfiel, sagt Susanne Tahineh. „Wir brauchen außerhalb der laufenden Sanierungsförderung für unsere Altstadt dringend neue Fördergebietskulissen. Mit dem beschlossenen Insek haben wir dafür eine Grundlage, aber uns fehlen fünf Jahre Planungsvorlauf.“
Dennoch gibt sich die Bauamtsleiterin optimistisch – für den Erweiterungsbau und auch für den sehr sportlichen Zeitplan des Schulcontainers.


