Polizei: Speichelproben nach Fund von Babyleiche in Schwedt bisher negativ
Suche nach der Mutter mit einem DNA-Test
Die Mordkommission hatte in der Zwischenzeit alle Hoffnungen auf einen großangelegten DNA-Test gesetzt, um die Mutter zu finden. Sie ist die wichtigste Person bei der Aufklärung des spektakulären Falles. Doch nach Auskunft der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder) sind alle Speichelproben negativ gewesen. Genau 138 Frauen aus der Umgebung waren von der Polizei ausgesucht und zum freiwilligen Test gebeten worden. Doch tatsächlich wahrgenommen haben das nur etwa zwei Drittel der angeschriebenen Personen. Auf diesen Kreis konzentrieren sich jetzt die weiteren Ermittlungen. Die Polizei will die betreffenden Frauen erneut anschreiben, um einen DNA-Vergleich zu machen. Vorgenommen wird die Sache dann wieder im Schwedter Revier.
Ziel der Aktion ist es, unbedingt die Mutter ausfindig zu machen und andere potenzielle Mütter auszuschließen. Der Säugling war offenbar bei der Geburt lebensfähig, wie die Obduktion ergeben hat.
Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Bei einer großangelegten mehrtägigen Suchaktion unter Zuhilfenahme von Polizeitauchern gab es im Wasser wie auch entlang der Uferzonen keinerlei verwertbaren Hinweis, der mit der Tat in Verbindung zu bringen war. Die Kripo hat an mehreren Stellen das Areal absuchen lassen, weil nicht klar ist, an welcher Stelle der Säugling ins Wasser geworfen wurde. Auch die Tatzeit muss länger zurückliegen. Offenbar trieb der Körper schon längere Zeit im Kanal, bevor er sich am Ufer an einem Wehr verfing.
Ein Zeugenaufruf in der Region brachte zwar eine Reihe von Hinweisen. Jedoch gab es bislang dazu auch keinen Treffer. Das Gelände ist dort abgelegen, wird aber gern von Radfahrern, Joggern oder Spaziergängern genutzt.
Erster Fall in Friedrichsthal ist nie geklärt worden
Die Mordkommission will den Fall unbedingt klären, ist es doch schon der zweite ähnlich gelagerte an fast gleicher Stelle. 2014 entdeckte man direkt bei der Ortschaft Friedrichsthal eine Babyleiche in einer Plastiktüte. Beide Kinder haben jedoch nichts miteinander zu tun, wie der DNA-Vergleich erbrachte. Man hatte damals sogar in Erwägung gezogen, dass die Mutter möglicherweise aus Polen stammen könnte oder zumindest dorthin Kontakt hat. Darauf ließ die verwendete Tüte schließen. Jedoch verliefen sämtliche Ermittlungen zu dem Fall ergebnislos. Weitere Hinweise nimmt die Polizei entgegen.
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DNA-Tests überführen auch noch nach Jahren
Bei einem DNA-Vergleich lässt sich die Herkunft eines Menschen genau ermitteln. Auf diese Weise kann die Polizei nach der eigentlichen Mutter suchen. Gleichermaßen lassen sich potenzielle Mütter ausschließen. Damit wird der Personenkreis immer kleiner. Durch bessere Analysen sind auf diese Weise schon Mordfälle aus vergangenen Jahrzehnten im Nach-hinein aufgeklärt worden.⇥os

