Preiserhöhung: Taxipreise in Schwedt steigen
Neuer Kurzstreckentarif
Die Einschaltgebühr pro Fahrt steigt danach von drei auf 3,50 Euro am Tag und 3,90 Euro in der Nacht. Der Kilometerpreis steigt von 1,50 beziehungsweise 1,70 Euro auf Preise zwischen 1,60 und 2 Euro. Neu eingeführt wird, dass für Kurzfahrten bis fünf Kilometer jeweils um 20 Cent höhere Kilometerpreise gelten. Angepasst wird auch der Grundpreis für Großraumtaxis von fünf auf sieben Euro und der Preis für Wartezeiten, die nach der zweiten Minute nunmehr 41,6 Cent pro Minute kosten, statt vorher 40 Cent.
Der Kreis hat 21 Taxiunternehmer beteiligt, die IHK und die Städte Schwedt und Prenzlau. Die Stadt Schwedt hatte die Preiserhöhung rundherum abgelehnt, Prenzlau teilweise. IHK und die Taxibetriebe hatten größtenteils deutlich höhere Preissteigerungen vorgeschlagen.
Die Taxifahrer hatten schon seit langem über nicht mehr auskömmliche Tarife auf den kurzen Strecken geklagt und das mit der Erhöhung des Mindestlohns, dem Anstieg der Kraftstoffpreise, teureren Anschaffungspreisen bei den Fahrzeugen und dem Rückgang der Aufträge begründet.
Das will die neue Tarifordnung berücksichtigen. Schon seit Mai sollte sie gelten. Die Taxibetriebe warten allerdings schon seit anderthalb Jahren darauf. Jetzt, wo sie endlich rechtsgültig beschlossen werden sollen, sind die neuen Preise nach Einschätzung der Taxiinnung längst wieder überholt.
Uwe Schönfeld nimmt kein Blatt vor den Mund: „Vor 21 Monaten haben wir die Anpassung der Tarife beim Kreis beantragt, in der gleichen Zeit hat der Berliner Senat die Taxitarife schon zweimal angepasst. Ich weiß nicht, was da so lange dauert. Das Ergebnis ist lachhaft. Von drei bis vier Fahrten am Tag für fünf bis zehn Euro kann man ja nicht mal den Fahrer bezahlen“, schimpft er. Er glaubt, dass seine Kunden weiter Taxi fahren müssen und etwa das Gleiche bezahlen. „Jetzt nur ohne Trinkgeld“, sagt er.
Von den neun Taxiunternehmen zu Beginn der 90-Jahre sind in Schwedt noch zwei übrig geblieben. Sechs Mitarbeiter hat Uwe Schönfeld, schätzungsweise zu 80 Prozent, so der Unternehmer, verdiene er sein Geld mit Krankentransporten und Dialysefahrten, das Geschäft mit Shuttlefahrten zum Flughafen sei während der Corona-Pandemie so gut wie weggebrochen. Das zweite Taxiunternehmen in Schwedt hat sich auf Fahrten für die UVG spezialisiert. Die Taxizentrale am Busbahnhof sei inzwischen ein Luxus, den sich Uwe Schönefeld kaum noch leisten könne.
50 Euro für zehn Fahrten
Bei den wenigen klassischen Taxirufen in der Stadt könne man kaum kostendeckend arbeiten. Fahrer Roland Ceglarek erklärt es an einem Beispiel. „Ich hatte gestern zehn Fahrten und gerade Mal 50 Euro auf dem Zähler. mein Chef sagt, ich müsste am Tag in acht Stunden 240 Euro verdienen. Wie soll das gehen, wenn das alles Kurzfahrten für fünf Euro sind?“ Beantragt hatten die Taxifahrer deutlich höhere Einschaltgebühren von acht bis 10 Euro unabhängig von der Fahrtlänge. Das hätte zu mehr als doppelt so hohen Taxipreisen gerührt. In Berlin kostet die drei Kilometer lange Stadtfahrt am Tage übrigens 10,80 Euro.
Der Kreis hatte zum Schutz der Fahrgäste, die eventuell auf die Nutzung der Taxis angewiesen sind, die deutliche Erhöhung der Preise abgelehnt und stattdessen die moderate Anhebung vorgeschlagen.
Vorgesehene neue Taxitarife Uckermark
Grundpreis steigt am Werktag von drei auf 3,50 Euro, nachts sowie an Sonn- und Feiertagen von 3,50 auf 3,90 Euro. Für Großraumtaxis ab fünf Fahrgästen werden sieben statt fünf Euro fällig
Kilometerpreis steigt am Werktag von 1,50 Euro auf 1,80 Euro bis fünf Kilometer und 1,60 ab fünf Kilometer, nachts sowie an Sonn- und Feiertagen von 1,70 auf zwei Euro bis fünf Kilometer und 1,80 ab fünf Kilometer.
Wartezeit kostet nach zwei Minuten 25 statt 24 Euro pro Stunde.⇥md

