Radfahren in Angermünde: Fahrrad statt Auto, so sicher ist die Stadt

Setzen aufs Fahrrad: Mitglieder des ADFC Uckermark wollen Angermünde fahrradfreundlicher machen. Regelmäßig treffen sie sich zu gemeinsamen Radtouren und testen Strecken und Radwege. Sie beteiligen sich auch an der bundesweiten Aktion Stadtradeln und starteten vor dem Rathaus.
Daniela Windolff- Angermünde will fahrradfreundlicher werden – ADFC sieht dennoch großen Handlungsbedarf.
- Stadt setzt auf Radwegekonzept, mehr Stellplätze, Servicepunkte und Teilnahme am Stadtradeln.
- Hauptproblem sind fehlende sichere Wege zwischen Ortsteilen, oft wegen externer Zuständigkeiten.
- Priorität ist der Radweg Mürow–Angermünde, doch Eigentumsfragen bremsen das Projekt.
- In der Altstadt und am Bahnhof gibt es Konflikte, ein neues Fahrradparkhaus mit 148 Plätzen entsteht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Angermünde hat sich auf den Weg zur fahrradfreundlichen Stadt gemacht – oder bescheidener ausgedrückt – wenigstens fahrradfreundlicher zu werden. Ein beschlossenes Radwegekonzept, der Ausbau von Radwegen und Fahrradstellplätzen, Verbesserung der touristischen Infrastruktur an Radwanderwegen, Installation von Service- und E-Bike-Ladestationen, Verleih von Rikscha und kostenlosen Lasten-Fahrrädern und die Teilnahme an der internationalen Aktion Stadtradeln sind einige Schritte auf dem Weg. Doch der ist weit.
Das konstatiert die Regionalgruppe Uckermark des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club), die sich 2023 in Angermünde gründete und sich für mehr Fahrradfreundlichkeit engagiert.
Das reicht von politischer Lobbyarbeit für sicheren Fahrradverkehr über öffentliche Aufklärung, Veranstaltungen bis zu gemeinsamen Radtouren für Jedermann.
ADFC engagiert sich für Radfahren in Angermünde
„Unser Ziel ist es, nicht nur den Radtourismus weiter auszubauen, der in der Uckermark schon einen recht guten Standard hat, sondern auch die Bedingungen für Radfahrer im Alltag, auf Schul- und Arbeitswegen und bei täglichen Besorgungen, attraktiver und vor allem sicherer zu machen“, betont Norbert Hüsers, Vorsitzender der ADFC-Regionalgruppe Uckermark.
Der Angermünder ist passionierter Radfahrer und möchte mehr Menschen für den Umstieg vom Auto aufs Rad auch in der ländlichen Region gewinnen.
„Entscheidend für den Umstieg vom Auto aufs Rad sind sichere Radwege“, betont der ADFC. Daran hapert es noch, gerade außerhalb der Stadt Angermünde.
In Angermünde gibt es gute Radwege für Touristen
Auf den Ortsverbindungen zwischen den Dörfern und der Kernstadt Angermünde gibt es bisher wenige sichere Radwege. Während touristische Routen, wie von Angermünde nach Kerkow, Peetzig, Herzsprung, Wolletz oder zum Wolletzsee bereits gut für Radfahrer erschlossen sind, hapert es in anderen Ortsteilen, wie in Neukünkendorf, Stolpe, Bölkendorf, Wilmersdorf, Mürow, Frauenhagen und Biesenbrow.
Das Problem ist, dass viele dieser Straßen nicht in kommunaler Verantwortung liegen, sondern in der vom Landkreis Uckermark, dem Land Brandenburg oder dem Bund.
Angermünde beschließt Radwegekonzept
Im Radwegekonzept der Stadt sind wichtige Maßnahmen festgeschrieben. Priorität hat der Neubau eines Radweges zwischen dem Ortsteil Mürow und Angermünde, für den die Stadtverordnetenversammlung und der Bürgermeister der vergangenen Legislaturperiode bereits die Weichen stellten.
Bisher müssen Fahrradfahrer die unübersichtliche, kurvenreiche Landesstraße L 28 benutzen, für Radfahrer kreuzgefährlich, moniert immer wieder die Stadtverordnete Maxi Sommerschuh, die sich für diesen Radweg stark macht.
Angermünde will Radweg nach Mürow bauen
Doch das Projekt Radweg Mürow stockt. Ein Grund sollen Eigentumsprobleme für Flächen der geplanten Wegeführung sein, zu denen die Stadt verhandelt.
Auch in der Kernstadt Angermünde gibt es Bedarf. Der ADFC testet regelmäßig Strecken auf Schwachpunkte. In der Stadt gibt es bereits ein gutes Radwegenetz, das alle Hauptverkehrsrouten begleitet und die Altstadt umkreist. Radwege begleiten die Schwedter- und Klosterstraße, die Prenzlauer Straße, die Puschkinallee, die Rudolf-Breitscheid-Straße, die Straße des Friedens und den Grundmühlenweg.
Altstadt Angermünde ist wenig freundlich für Radfahrer
Direkt in der historischen Altstadt sowie am Bahnhof gibt es jedoch Konfliktpotenzial durch enge Straßen mit Parkstreifen und Kopfsteinpflaster. Die Stadt baut derzeit ein neues Fahrradparkhaus für Pendler am Bahnhof.

Am Bahnhof Angermünde baut die Stadt ein neues und größeres Fahrrad-Parkhaus mit insgesamt 148 überdachten Plätzen, darunter auch 58 sicher geschlossene Stellplätze.
Daniela WindolffAnregungen zur Verbesserung gibt der AFDC an die Stadt weiter. „Wir wissen, dass überall das Geld knapp ist und haben Vorschläge erarbeitet, wie ohne viel Geld die Sicherheit für Radfahrer erhöht werden könnte, zum Beispiel durch Fahrbahnmarkierungen“, so Hüsers.
ADFC schlägt Verbesserungen in Angermünde vor
Umgesetzt wurde bisher kaum etwas. Vieles hänge an unterschiedlichen Zuständigkeiten und am Geld. „Wir als ADFC fordern Handeln vom Land Brandenburg, das sich die Förderung des Radverkehrs auf die Fahnen geschrieben hat“, sagt Norbert Hüsers. Entscheidend für mehr Fahrradfreundlichkeit seien auch der politische Wille vor Ort, konkrete Ziele, verabschiedete Konzepte und eine Person, die das Projekt vorantreibt.
Als Verband übt der ADFC Druck aus. Eine Aktion ist das Stadtradeln, eine internationale Initiative für klimafreundliche Mobilität, an der Angermünde seit fünf Jahren teilnimmt. Lokale Teams sammeln so viele Fahrradkilometer wie möglich für Angermünde. Anliegen ist es, Bürger und Kommunalpolitiker für das Fahrradfahren im Alltag zu sensibilisieren und die Themen Radverkehr und Klimaschutz stärker in den Fokus der Kommunen zu rücken.
Die ADFC Regionalgruppe Angermünde ist mit einem Team gestartet, ebenso das Team der Bürgerinitiative Radweg Mürow. Bis zum 2. Juli 2026 kann jeder jeden geradelten Kilometer beim Stadtradeln für Angermünde eintragen, egal ob täglicher Arbeits- oder Schulweg oder Wochenend-Radtour.



