Randale: Angermünde will Ballermann am Mündesee Einhalt gebieten

Aufräumen: Mindestens einmal in der Woche reinigen Mitarbeiter des städtischen Grünamtes die Mündeseepromenade und finden oft Unmengen von Scherben zerbrochener Bier- und Weinflaschen, Zigarettenkippen und Abfall an den Sitzbänken.
Daniela WindolffDie Stadtordnung wurde geändert und an noralgischen öffentlichen Plätzen Alkoholverbot angeordnet: an der Mündeseepromenade, am Bahnhof und im Friedenspark. Das sind Orte, an denen sich häufig minderjährige Jugendliche treffen. Ist Alkohol im Spiel, und das ist zu vorgerückter Stunde nicht selten, wird es laut.
Verwarngeld bei Verstößen
Weil Kontrollen mit dem Ordnungsamt und der Polizei nicht ausreichten, beauftragte die Stadt einen Wachschutz. Am Bahnhof ist die Bundespolizei im Einsatz, berichtet der stellvertretende Bürgermeister Christian Radloff vor der Stadtverordnetenversammlung. Geahndet werden Ruhestörung und Verstöße gegen das Alkoholverbot mit schriftlichen Verwarnungen. Wenn das nicht hilft, wird Kontakt zu den Eltern aufgenommen und ein Verwarngeld verhängt.
Ein paar Monate lang über den Winter, war Ruhe. Allerdings nahm Vandalismus an anderen, verborgeneren Plätzen zu, vor allem am Uckermark–Center in der Prenzlauer Straße. Doch seit dem Frühling geht es wieder an der Mündeseepromenade heiß, sprich laut her. Jeden Tag hagelt es Beschwerden von wütenden Anwohnern. Mittlerweile ziehen sich die Jugendtreffs bis hinter zum Schöpfwerk, wo man sich offenbar unbeobachtet fühlt.
„Wir versuchen, mit den Jugendlichen zu reden. Teilweise sind sie zugänglich, aber wenn Alkohol im Spiel ist, eskalieren Diskussionen schnell. Und wenn die Ordnungshüter den Rücken kehren, wird die Musik wieder aufgedreht“, räumt Christian Radloff ein. Es sei sehr schwer zu kontrollieren. „Es geht nicht darum, dass sich junge Leute nicht treffen dürfen, sondern um Ruhestörung, Müll und Vandalismus. Das ist nicht akzeptabel.“ Jetzt will die Stadt die Anordnung der Bänke an der Promenade so verändern, dass nicht mehr zwei Bänke dicht beieinander stehen. Eine Bank mit Lehne soll weiter in Richtung Café Seeblick versetzt werden. Auch zusätzliche Papierkörbe werden aufgestellt, „um den Jugendlichen die Argumente zu nehmen, sie wüssten nicht, wo sie ihren Müll lassen sollen“, sagt Christian Radloff. Außerdem werden Hinweisschilder zum Alkoholverbot auch am Schöpfwerk sowie am Friedenspark und am Bahnhof aufgestellt.
Ruf nach Streetworkern
„Aber wir wissen, dass wir mit dem Umsetzen von Bänken das Problem nur verlagern“, so Christian Radloff. Eine dauerhafte Lösung sei nur durch zusätzliche Jugendbetreuung aussichtsreich. Die Stadt wolle sich deshalb mit dem Angermünder Bildungswerk über einen möglichen Einsatz von Streetworkern beraten. Das Bildungswerk betreibt das städtische Jugendkulturzentrum „Alte Brauerei“. Die Vertragsverlängerung steht wieder an.
Einen kleinen Lichtblick gibt es. Die regelmäßigen Kontrollen durch den Wachschutz am Mündesee haben zumindest bewirkt, dass es in den Abendstunden ruhiger geworden ist und sich die Treffen mehr auf den Nachmittag verschoben haben. Da hofft man auch auf mehr Kontrollwirkung durch Bürger.
