Schule in der Uckermark: Benefizkonzert soll kranken Schülern zu Schulrobotern verhelfen

Christopher Wieprecht an der Odertalbühne: Hier wird am 28. Juni um 20 Uhr das Benefizkonzert "Brenner und Freunde mit Herz" starten, das Geld für Schulroboter (rechts neben dem Plakat) sammelt, die kranken Kindern zugute kommen sollen.
Gabriela A. ProdöhlChristopher Wieprecht brennt für Menschen mit Beeinträchtigungen. Der Uckermärker hat gemeinsam mit Freunden das bundesweite Projektnetzwerk „Künstler mit Herz“ für kranke Kinder ins Leben gerufen, welches seit April durch Berlin und Brandenburg tourt. Am 28. Juli um 20 Uhr werden junge Künstler aus der Pop– und Schlagerszene auf der Odertalbühne mit dem Konzert „Brenner und Freunde mit Herz“ in Schwedt ihr Bestes geben, denn der Erlös ist für einen guten Zweck bestimmt.
„Wir wollen für kranke und behinderte Schüler Schulroboter anschaffen und ihnen dann zur Verfügung stellen. Auf diese Weise können diese jungen Menschen wieder aktiv am Unterricht teilnehmen“, schildert er begeistert. Zwei dieser Roboter seien bereits in Uckermärkischen Schulen eingesetzt worden, deutschlandweit sollen es 35 sein. Einer von ihnen steht in der Astrid Lindgren Grundschule in Schwedt.
Junge Popsänger engagieren sich für kranke Kinder
Die in Schwedt auftretenden jungen Musiker sind allesamt „Künstler mit Herz“. Mit dabei sind die Popgruppe Brenner, aber auch Lucidez (Josephine Helle), die mit eigenen Songs sowie deutschem und englischsprachigem Pop kommt. Die 20–Jährige ist auch Botschafterin von Kolibri Deutschland, der krebskranke Kinder und Angehörige unterstützt. Dem Verein hat sie sogar einen eigenen Titel, nämlich „Flügelschlag Kraft“ gewidmet.
Auch die junge Popsängerin Diana Burger ist mit von der Partie, die ihre Schlager selbst mit der Gitarre begleitet und bereits eigene Alben herausgegeben hat. Florian Bunke kommt mit Deutschpop und Schlagern. Der Kieler ist in Kliniken seiner Heimatstadt unterwegs. Der 30–jährige Newcomer ist seit letztem Jahr bei „Künstler mit Herz“ und tritt ebenfalls mit eigenen Songs auf. Mit Martin Goldenbaum, dem Sänger von Brenner, war Wieprecht sogar schon im Haus Paul, der Palliativen Wohngemeinschaft in Schwedt. Die Bandmitglieder von Brenner kommen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands und treffen sich immer wieder für Projekte. Alle Mitwirkenden haben einen sozialen Hintergrund oder sind schon mit ihrer Musik in Krankenhäusern aufgetreten.
Wieprecht kennt Unterstützungsbedarf aus eigener Erfahrung
Die Aktion „Künstler mit Herz“ gibt es seit 2020. „Es begann während der Coronazeit mit Onlinekonzerten“, erinnert sich Christopher Wieprecht. Der gelernte Sozialassistent wollte etwas für Kranke tun. Er selbst hat zwei nahe Angehörige, die von langwierigen Krankheiten betroffen sind. „Daher weiß ich, wie groß der Unterstützungsbedarf bei den Menschen sein kann“, schildert er. „Für junge Menschen ist es immer besonders schwierig, wenn sie beispielsweise dauerhaft ans Krankenbett gefesselt sind. Deshalb finde ich die interaktiven Schulroboter so wertvoll.“
Diese können die Kinder mit Hilfe eines Laptops aktiv steuern. Der Roboter steht sozusagen stellvertretend für das kranke Kind im Klassenzimmer und folgt in seinen Bewegungsaktionen dem Kind, das ihn vom Krankenbett oder von zu Hause aus steuert. Das Kind ist über Bildschirm und Lautsprecher zu sehen und zu hören. Dabei kann der Roboter sich durch das ganze Klassenzimmer bewegen und drehen. All das verfolgt der Schüler auf seinem Laptop und interagiert dadurch direkt mit den Klassenkameraden und natürlich dem jeweiligen Lehrer. Die Roboter unterstützen nicht nur Kinder im Krankenhaus, sondern auch solche, die zu Hause gepflegt werden oder in einer Reha–Einrichtung sind.
Eintritt und Spenden für den guten Zweck
Doch das Geld für so einen Roboter will beschafft sein. Zwischen 5000 bis 6000 Euro kostet solch ein kleines technisches Wunder. „Die Künstler verzichten auf jegliche Gage. Wir erstatten ihnen lediglich die Fahr– und Übernachtungskosten sowie Aufwendungen, die anfallen“, erklärt Wieprecht. Ziel sei es, möglichst viel Geld für den guten Zweck zu sammeln. Der Eintritt in das Konzert kostet 28 Euro. Es wird wahrscheinlich eine Tombola und auf jeden Fall Spendendosen geben, damit zusätzliches Geld gesammelt wird. Christopher Wieprecht betont, dass alles, was er im Zusammenhang mit Künstlern und für die Kinder tut, ehrenamtliche Arbeit ist. Er selbst verdiene nichts daran. Er hat das, was er tut, als eine wichtige Aufgabe erkannt, die getan werden muss.
Roboter wurden bislang über Spenden finanziert
Gestartet wurde die Tour von „Künstler mit Herz“ in der Hafenbar Berlin Tegel mit einem großen Konzert aus Schlager, Deutsch Pop und englischem Pop. In den letzten Monaten ging die Aktion weiter mit Ständen in der Uckermark und einem Kindertag im Helios Klinikum Berlin. Bislang wurden die Roboter durch Spenden finanziert. Christopher Wieprecht lässt aber auch keine Gelegenheit aus, mit Politikern und Entscheidungsträgern zu sprechen. So hat Andreas Landgraf von Kolibri das Projekt mit den Robotern sogar schon dem Bundeskanzler Olaf Scholz vorgestellt. „Es ist auch noch wichtig, in dem Zusammenhang den Datenschutz zu klären“, sagt Christopher Wieprecht.
Karten für das Benefiz Sommer Open Air gibt es bei den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, Berliner Straße 46—48, Tel. : 03332 538111 und online unter theater–schwedt.de /tickets.

