Schwedt: Uckermark Klinikum ist auf Corona-Ernstfall vorbereitet
Denn mit hochansteckenden Krankheiten muss in einem Krankenhaus immer gerechnet werden, wenn hierzulande auch weniger mit dem Corona-Virus. Erkrankungen wie Masern oder Windpocken seien in mitteleuropäischen Breiten da schon eher zu erwarten. „Wir dürfen auch die jedes Jahr wiederkehrende Influenza nicht unterschätzen“, sagt Klinkmann. In der Grippe-Saison 2017/18 gab es bundesweit rund 334 000 von den Gesundheitsämtern bestätigte Fälle. Rund 25 000 Menschen starben an der Grippe – nur in Deutschland.
Patienten isoliert
Wenn Patienten mit dem Verdacht auf ansteckende Krankheiten ins Klinikum kommen, gibt es den ersten Kontakt meistens in der Notfallambulanz. Bereits dort gebe es einen Raum, in dem die Patienten isoliert werden können, um Gefahren für andere Patienten und Klinikpersonal zu minimieren. In der Praxis komme so etwas aber eher selten vor. Klinkmann erinnert sich an einen Fall, als ein Patient mit dem Verdacht auf eine hochansteckende Hirnhautentzündung eingeliefert wurde. Da griff dann der Notfallplan, den jedes Krankenhaus hat.
Andere ansteckende Krankheiten wie beispielsweise Masern habe es im Klinikum Uckermark seit Jahren nicht gegeben. Dabei bereiten die Masern Experten wie Klinkmann viel mehr Kopfzerbrechen als der Corona-Virus. Denn Masern sind über die Luft übertragbar. Der Corona-Virus oder auch die Influenza durch Tröpfchen-Infektion. „In zwei Metern Abstand ist die Gefahr sich anzustecken, kaum noch da“, sagt er. Andere gefährliche Epidemien wie Ebola übertragen sich ausschließlich durch Körpersekret.
Luftdruck hält Keime gefangen
Grundsätzlich gibt es im Klinikum Uckermark aufgrund der vielfältigen Gefahren mit ansteckenden Krankheiten auch Zimmer, die mit einer Schleuse ausgestattet sind, sodass die Verbreitung von Viren und Keimen nahezu ausgeschlossen werden kann. In den Zimmern werde mit unterschiedlichem Luftdruck gearbeitet, erklärt Klinkmann: Im Zimmer ist der Luftdruck hoch, in der Schleuse niedriger. Dadurch blieben die Krankheitserreger quasi im Zimmer gefangen. Mit Schleusen sind auch sechs Betten auf der Intensivstation des Klinikum ausgestattet.
Sollten tatsächlich Patienten mit dem Verdacht auf das Corona-Virus ins Klinikum kommen, werden zuerst die Risikofaktoren abgeschätzt. Hatte der Patient Kontakt mit Patienten, bei denen das Virus bereits diagnostiziert worden ist, waren sie in China oder hatten sie Kontakt mit China-Reisenden. Letzte Sicherheit könne dann nur ein Test geben. Dazu wird eine Labor-Probe von dem Patienten in die Charité nach Berlin gesandt, die sich auf diese Tests spezialisiert habe.
Das Corona-Virus
Corona-Viren sind seit Jahrzehnten bekannt. Im Dezember tauchte in China ein neuer Stamm auf mit dem Namen: 2019-nCov. Weil er sich rasant verbreitet, hat die Weltgesundheitsorganisation den medizinischen Notstand ausgerufen.Das Corona-Virus kann zu schweren Atembeschwerden, Lungenentzündungen und hohem Fieber führen. Weil es noch nicht lange bekannt ist, kann über seine Gefährlichkeit nicht abschließend Auskunft gegeben werden. Die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch kann bis zu 14 Tage betragen. Tückisch: Bereits in diesem Zeitraum kann ein Infizierter Mitmenschen anstecken. Ein Impfstoff steht womöglich erst in einigen Wochen zur Verfügung.⇥pif


