Schweinemast bei Schwedt: Entscheidung um Erweiterung des Betriebs steht kurz bevor

Schweinezuchtanlage Blumberg GmbH in Blumberg, Casekow soll vergrößert und modernisiert werden. Landwirt Joep Derks plant das bereits seit rund zehn Jahren. Der BUND klagt dagegen. Jetzt kommt es zur gerichtlichen Entscheidung.
Leona Bellinda Schröder- In Blumberg bei Schwedt soll ein Schweinemastbetrieb auf 16.000 Tiere erweitert werden.
- Der BUND klagt gegen die Erweiterung und warnt vor Umwelt- und Brandschutzproblemen.
- Landwirt Joep Derks plant die Modernisierung seit rund zehn Jahren – mit 400.000 Euro Investition.
- Kritisiert werden Ammoniak-Emissionen, Grundwassergefährdung und fehlender Brandschutz.
- Eine gerichtliche Entscheidung über die Zukunft des Projekts wird am 22. Januar erwartet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit rund einem Jahrzehnt verfolgt Landwirt Joep Derks aus Blumberg das Ziel, seine Schweinezuchtanlage deutlich zu erweitern. Grundlage dafür ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan der Gemeinde Casekow, der die Erweiterung des Betriebs sichern soll, der Bebauungsplan trat 2021 in Kraft.
Die Planungen reichen zurück bis in das Jahr 2016. In den folgenden Jahren wurden die Planunterlagen mehrfach überarbeitet und erneut öffentlich ausgelegt, begleitet von umfangreichen Fachgutachten. Laut Landwirt Joep Derks lagen auch durch das Amt Gartz verursachte Verfahrensfehler vor. „Es war ein langwieriger Prozess mit vielen Fehlern“, erzählt Derks im Gespräch mit diesem Nachrichtenportal.
Trotz der mittlerweile abgeschlossenen Verfahrensschritte ist die Erweiterung rechtlich nicht endgültig gesichert, denn nach Inkrafttreten des Bebauungsplanes war eine Normenkontrollklage möglich, die der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Landesverband Brandenburg (BUND) 2022 gegen den Bebauungsplan stellte.
Darum klagt der BUND gegen die Gemeinde Casekow
Der BUND sieht grundlegende Mängel in dem Bebauungsplan, die Klage richtet sich gegen die Gemeinde Casekow. Axel Heinzel-Berndt, Naturschutzreferent beim BUND Brandenburg, erklärt auf Nachfrage: „Der Umweltbericht und die Begründung des Bebauungsplanes sind mangelhaft.“
So berge die geplante Anlage erhebliche Umweltgefahren. Kritisiert wird insbesondere, dass von der Anlage Ammoniak freigesetzt wird, wobei die offiziellen Berechnungen das Jauchebecken nicht berücksichtigen und die tatsächlichen Emissionen daher wohl höher ausfallen. Diese Stickstoffeinträge könnten benachbarte Biotope, Wälder und Schutzgebiete belasten, befürchtet der BUND.
Zudem weist der Umweltschutzverband darauf hin, dass sich nördlich des Plangebietes eine Trinkwasserschutzzone befindet und das Grundwasser durch die Anlage beeinträchtigt werden könnte. Besonders besorgt zeigt sich der Verband auch über mögliche negative Auswirkungen auf das Vogelschutzgebiet „Randow-Welse-Bruch“ sowie das nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützte Gebiet „Blumberger Wald“.
So möchte der Landwirt seinen Betrieb in Blumberg erweitern
Landwirt Derks plant mehrere Veränderungen in seinem Betrieb in Blumberg, Gemeinde Casekow: Die Anzahl der Schweine soll von rund 1600 auf insgesamt rund 2800 Tiere steigen, die Anzahl von Ferkeln variiere, hält sich der Landwirt hierzu auf Nachfrage bedeckt. Das Landesamt für Umwelt gibt im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) die geplante Zahl der Ferkel mit rund 13.000 an, sodass insgesamt rund 16.000 Tiere in der Anlage leben dürften. Die vorhandenen Ställe sollen um rund 4000 Quadratmeter erweitert werden, erklärt Derks.
„Wir halten uns an die Vorgaben, bauen auch größere Buchten für die Sauen“, bekräftigt der Landwirt. Der BUND dagegen sieht einen mangelhaften Brandschutz, der die Schweine gefährde. „Wir sehen Probleme beim Tierschutz, weil die Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten werden.“ Es sei nicht möglich, alle Tiere im Fall eines Brandes zu evakuieren, so Axel Heinzel-Berndt. Gegen die geplante Erweiterung des Maststalls und eines weiteren Schweinemaststalls in der Region hatte der BUND eine eigene Kampagne ins Leben gerufen.
Wie geht es weiter mit der Schweinemastanlage in Casekow?
Derzeit arbeiten rund 15 Beschäftigte im Betrieb, nach dem Umbau sollen es sieben weitere sein. Für den Landwirt steht einiges auf dem Spiel, das wirtschaftliche Risiko ist hoch, denn bisher hat Derks rund 400. 000 Euro in sein Vorhaben investiert. Das meiste davon sei in Anträge und das Genehmigungsverfahren geflossen, erklärt der Schweinezüchter.
Mit der Verhandlung am Donnerstag (22. Januar) rückt der Konflikt um die Schweinemastanlage Blumberg in eine entscheidende Phase. Wenn das Oberverwaltungsgericht die Satzung über den Bebauungsplan aufhebt, kann die Schweinemastanlage nicht erweitert werden, die Gemeinde könnte einen neuen Plan aufstellen. Landwirt Derks erklärt, in diesem Fall werde er die Betriebserweiterung nicht weiterverfolgen.

