Selbsthilfe: Starke Partner für kranke Seele

Will die Selbsthilfe stärken: Dr. Martin Sandner, Chefarzt in Angermünde
Daniela WindolffPsychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst– oder Zwangsstörungen oder Schizophrenie verändern nicht nur die Betroffenen, sondern wirken sich auch auf das soziale Umfeld, auf die Familien, auf Angehörige aus. Dr. Martin Sandner, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie/-somatik und Suchtmedizin am GLG Krankenhaus Angermünde, kennt auch die Sorgen und Probleme der Angehörigen. Um nicht nur Hilfe aus fachlich–medizinischer Sicht anzubieten, will er in der Psychiatrie die Selbsthilfe stärken und Betroffene ermutigen, sich zusammenzufinden, um sich auszutauschen, sich gegenseitig Rat, Unterstützung aber auch Abwechslung und Entlastung zu ermöglichen. Nach einer Informationsveranstaltung unter dem Motto „Allein mit Ihren Sorgen? — Verbünden Sie sich!“ im Herbst vergangenen Jahres fassten erste Betroffene Mut, sich zusammenzuschließen. Am 7. März um 17 Uhr findet nun im Krankenhaus Angermünde ein erstes Treffen der Angehörigenselbsthilfe in der Psychiatrie für den Landkreis Uckermark statt. Christine Schmidt, die die neue Gruppe ins Leben ruft, und Siegrid Thiel vom Verein Mimose e.V. wollen noch mehr Betroffene ermutigen, sich unter Gleichgesinnten auszutauschen und laden alle zu diesem Treffen ein, die sich angesprochen fühlen. Bei dem Treffen geht es auch unter anderem um das Thema, was ambulante psychiatrische Krankenpflege leisten kann und warum sie zur Entlastung der Familie wertvoll ist.
„Die Angehörigen leiden mit den Patienten und sind durch deren Kranksein ebenfalls belastet“, sagt Dr. Martin Sandner. „Selbsthilfegruppen bieten einen geschützten Rahmen für Austausch. Deshalb freue ich mich außerordentlich über diesen weiteren Schritt, die Selbsthilfe der Angehörigen in der Uckermark zu stärken.“
Informationen zum Treffen unter Telefon: 03331 271—410
