Sommer
: Von Schwedt auf Expedition ins Tal der Liebe

Gleich jenseits der Oder liegt bei Schwedt ein Park-Wäldchen, das noch manches Geheimnis birgt – das Tal der Liebe.
Von
Thorsten Pifan
Schwedt
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  • Wolfgang Pirscher gehört zu den Experten, die viel über den verwunschenen Park im Tal der Liebe bei Schwedt wissen.

    Wolfgang Pirscher gehört zu den Experten, die viel über den verwunschenen Park im Tal der Liebe bei Schwedt wissen.

    Oliver Voigt/MOZ
  • Die Edelfrau Anna von Humbert gilt als Schöpferin des "Tals der Liebe". Sie ließ den Park nach zeitgenössischen Vorgaben anlegen, die damals eine Abkehr von den axialen Barock-Gärten vorsahen, hin zu eher sich schlängelnden Wegen. Ihr Sohn Henry setzte nach dem Tod der Eltern das Werk fort. Von den Aussichtspunkten gibt es einen wunderbaren Blick auf die Polder im Nationalpark Unteres Odertal. Auf den Teichen begrüßen Apollo und Venus die Besucher, die von einigen auch als Adam und Eva bezeichnet werden.

    Die Edelfrau Anna von Humbert gilt als Schöpferin des "Tals der Liebe". Sie ließ den Park nach zeitgenössischen Vorgaben anlegen, die damals eine Abkehr von den axialen Barock-Gärten vorsahen, hin zu eher sich schlängelnden Wegen. Ihr Sohn Henry setzte nach dem Tod der Eltern das Werk fort. Von den Aussichtspunkten gibt es einen wunderbaren Blick auf die Polder im Nationalpark Unteres Odertal. Auf den Teichen begrüßen Apollo und Venus die Besucher, die von einigen auch als Adam und Eva bezeichnet werden.

    Museum Schwedt
  • 17.07.2020: Wegweiser zum Gedenkberg - Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    17.07.2020: Wegweiser zum Gedenkberg - Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    Oliver Voigt
  • 17.07.2020: Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    17.07.2020: Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    Oliver Voigt
  • 17.07.2020: Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    17.07.2020: Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    Oliver Voigt
  • 17.07.2020: Auf dem Gedenkberg - Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    17.07.2020: Auf dem Gedenkberg - Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    Oliver Voigt
  • 17.07.2020: Wolfgang Pirscher am Eingang zum Tal der Liebe - Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    17.07.2020: Wolfgang Pirscher am Eingang zum Tal der Liebe - Das Tal der Liebe ist ein naturalistischer Landschaftspark und liegt zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny), Hohen Kränig (Krajnik Górny) und Nieder Saathen (Zatoń Dolna), in der Gemeinde Königsberg i.d.Neumark (Chojna).

    Oliver Voigt
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Wolfgang Pirscher führt im Auftrag des Touristikbüros in Schwedt immer wieder Besucher durch das „Tal der Liebe“, das in einer Endmoränen-Landschaft von Anna von Humbert angelegt worden ist. Nicht erst seit kurzer Zeit ist das Tal der Liebe gleich an der polnischen Grenze einer der Geheimtipps für Touristen. Es war schon vor vielen Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel für die Bürger aus Schwedt – allein in DDR-Zeiten geriet das Kleinod vorübergehend in Vergessenheit.

Anna von Humberts Ehemann Charles Philipp von Humbert gehörte zur Hugenotten-Gemeinde. Die Familie bewirtschaftete das Rittergut in Hohenkränig, das heute Krajnik Górny heißt. Allein der Adelstitel fehlte dem umtriebigen Mann noch zum Glück. 1848 erhielt er ihn. Mit dem Titel sind ihm nicht nur Vorrechte verliehen worden, er bekam auch gesellschaftliche Verpflichtungen, denen er ab jener Zeit in Berlin nachkam. Dort versuchte er, als Jurist seine Stellung auszubauen. Die Zeit als Strohwitwe wusste Humberts Ehefrau zu nutzen, um sich ihren eigenen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern.

Durch die Querfahrt auf die Strom-Oder

Stadt- oder besser: Parkführer Pirscher zeigt sonnige und schattige Waldwege, die durch den Park führen. Als die Gegend jenseits der Oder noch zu Brandenburg gehörte, machten sich die Bürger mit dem Schiff auf, um ins Tal der Liebe zu gelangen. „Durch die Querfahrt ging es auf die Strom-Oder und anschließend zu einem der Anleger dort“, erzählt er. Eines der beliebtesten Ausflugsziele war der Waldkater, eine Gaststätte.

An der Gestaltung des Parks wirkte in den Gründungszeiten aus dem fernen Berlin auch Charles Philipp von Humbert mit. In zahlreichen Briefen machte er Vorschläge, die seine Ehefrau an die Landschaftsgärtner weiter gab. Doch Anna von Humbert brachte auch ihre eigenen Vorstellungen unter. Anders als in vielen Barock-Gärten zuvor wandte sie sich von der Axialität ab und den Schlängellinien bei den Wegen zu.

Heute ist das Tal der Liebe per Schiff von Schwedt aus nicht mehr zu erreichen. Wolfgang Pirscher bedauert dies sehr. Aufgrund der unterschiedlichen Interessen auf deutscher und polnischer Seite sieht er die Früchte eines Erfolgs, dass das Tal der Liebe wieder vom Wasser aus angesteuert werden kann, eher hoch hängen. „Dafür ist der Park mit dem Auto gut zu erreichen“, sagt er. Für die Sportlichen unter den Verliebten auch hervorragend per Fahrrad.

Was der Geheimtipp im Tal der Liebe ist? „Das gesamte Areal ist schon ein Geheimtipp an sich, war es doch lange aus den Erinnerungen der Menschen verschwunden“, sagt er. Denn als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Schwedt und der wunderbare Park durch die Grenze getrennt waren, kamen nicht mehr viele Menschen dorthin. Aus der Teichanlage, die der Sohn der Park-Gründer noch im 19. Jahrhundert anlegte, verschwanden die Skulpturen Apollo und Venus. „Die Figuren, die dort heute stehen, sind nur Repliken“, erklärt Pirscher. Der Berg des Gedenkens ist für Pirscher noch eine kleine Attraktion, die sich Wanderer im Tal der Liebe an-­schauen sollten. Dort liegen Findlinge, die an deutsche Persönlichkeiten erinnern. Dabei sind so kluge Köpfe wie Heinrich Hermann, Robert Koch oder Immanuel Kant und so kreative Charaktere wie Johann Wolfgang von Goethe, allerdings auch umstrittene Persönlichkeiten wie Paul Beneckendorff von Hindenburg. Pirscher sagt: „Von dort ist der Blick auf das Tal, aber auch die Aussicht in die Polder des Nationalparks überwältigend.“

Das Tal der Liebe bei Schwedt

Das Tal der Liebe ist von Anna vom Humbert um 1850 als Park angelegt worden. Zur Eröffnung der Anlage hatte sie für ihren Gemahl Charles Philipp von Humbert ein Transparant anbringen lassen mit dem Schriftzug: "Willkommen im Tal der Liebe". So sagt es die Legende, die auf Richter Maennell zurückgeht, der die Begrüßung des Herrn auf dem Rittergut beschrieb. Henry von Humbert, der Sohn des Paares, führte die Idee weiter und baute den Park aus. Er legte Teiche an. Auch ein Braunkohle-Tagebau und einige Tongruben integrierte er in die Endmoränen-Landschaft. Vor allem die Abbauhohlräume hatten die Aussicht im Park gestört. Der Name "Tal der Liebe" kam indes vermutlich erst in der Zeit um 1933 als Eigenname für das Areal auf.⇥pif