Sorgen: Jäger der Uckermark fürchten Afrikanische Schweinepest
Amtstierarzt Achim Wendlandt nutzte deshalb die große Mitgliederversammlung des Jagdverbandes Ost–Uckermark am Sonnabend, um über die aktuelle Situation und über wichtige Vorsorge und Schutzmaßnahmen zu informieren und aufzuklären. Sowohl das Veterinäramt im Landkreis Uckermark als auch die Jägerschaften seien auf den Ernstfall vorbereitet. Der scheint nicht mehr so weit entfernt.
Die ASP habe sich seit ihrer Einschleppung von Afrika nach Georgien im Jahre 2007 über ganz Europa ausgebreitet und ist inzwischen in Westpolen angekommen. Im Januar wurden Fälle im Lebuser Land, nur 12 Kilometer von der Grenze nach Deutschland festgestellt. Das Gefährliche der Afrikanischen Schweinepest ist neben der hohen Sterblichkeit und damit verbundene Verluste in den Wildbeständen die Bedrohung der Hausschweinbestände mit dramatischen wirtschaftlichen Folgen. In China mit dem weltweit größten Schweinebestand hat die ASP die Hausschweinebestände bereits um 40 Prozent reduziert, informiert Achim Wendland. Einen Impfstoff gibt es noch nicht. Die ASP ist allerdings nicht auf den Menschen übertragbar.
Um Einschleppung des Virus zu verhindern, haben Aufklärung und Schutzmaßnahmen auch im grenzüberschreitenden Reiseverkehr, zum Beispiel bei der Einfuhr tierischer Lebensmittel oberste Priorität.
Wichtigste Aufgabe der Jäger ist die Reduzierung des Schwarzwildbestandes. Als Anreiz erhielten Jäger bis Ende Januar dafür eine zusätzliche Abschussprämie, die sogenannte Pürzelprämie, wenn sie Organ– oder Blutproben des erlegten Wildes entnahmen und zur Untersuchung einreichten. Auch Totfunde und auffälliges Wild müssen gemeldet und Proben veranlasst werden. Das erleichtert auch eine Tierfund–App, über die Tote Wildtiere auch von Spaziergängern gemeldet werden können.
Preisverfall für Wildbret
In dieser Jagdsaison bis März haben allein die Jäger der Hegegemeinschaft Schwedt/Angermünde, mit 60 000 Hektar eine der größten in Brandenburg, schon über 2400 Stück Schwarzwild erlegt. „Das ist ein stolzes Ergebnis, doch wir können uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, weil Schwarzwild ohne Bejagung Zuwachsraten von über 300 Prozent haben“, erklärt der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Jörg Kabelitz. Unabhängig vom Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest steht die Regulierung der Wildschweinbestände deshalb für die Jäger ganz oben und hat auch für die Land– und Forstwirtschaft enorme Bedeutung. „Die Leistungen der Jäger kann man gar nicht hoch genug bewerten, doch die Preise für Wild sind im Keller, die Jäger bekommen fast gar nichts mehr dafür und müssen doch stundenlang nachts bei Wind und Wetter raus, um Wildschäden zu regulieren oder werden zu Wildunfällen gerufen. Da müssen sich Politik und Behörden Gedanken machen, wie man die Jäger künftig weiter motivieren will“, sagt Jörg Kabelitz.
Mit dem Landkreis Uckermark und dem Veterinäramt arbeite man sehr partnerschaftlich zusammen, bestätigte auch der Vorsitzende des Jagdverbandes Ost–Uckermark, Stefan Dähn. Er hofft, dass dies künftig auch mit Naturschutzverbänden wie dem Nabu gelingt. „Wir haben das gleiche Ziel, den Schutz und Erhalt unserer Natur.“


