Stadtfest
: Schlagerstar tanzt in Angermünde auf den Festzeltbänken

Erinnerung an die berühmte Sängerin Bärbel Wachholz wird wach gehalten. Zum Schlagerfest kamen viele Schlagergrößen.
Von
Oliver Schwers
Angermünde
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  • Auf die Bühne will er nicht: Dafür zieht Sänger und Entertainer Hans-Jürgen Beyer eine Super-Show im Festzelt ab und springt sogar auf die Bänke, gefeiert vom Publikum. Beim Schlagerfestival geben sich Stars die Klinke in die Hand.

    Auf die Bühne will er nicht: Dafür zieht Sänger und Entertainer Hans-Jürgen Beyer eine Super-Show im Festzelt ab und springt sogar auf die Bänke, gefeiert vom Publikum. Beim Schlagerfestival geben sich Stars die Klinke in die Hand.

    Stefan Csevi
  • Mit einem Zisch fließt es: Fassbieranstich durch Bürgermeister Frederik Bewer und seine Partnerin Antonia

    Mit einem Zisch fließt es: Fassbieranstich durch Bürgermeister Frederik Bewer und seine Partnerin Antonia

    Stefan Csevi
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Das kann ich niemals vergessen“ — mit diesem Titel holte sich die legendäre Bärbel Wachholz im Jahre 1962 den ersten Platz im Internationalen Schlagerfestival der Ostseeländer. Und vergessen ist auch sie bis heute nicht. In ihrer Heimatstadt Angermünde, wo sie 1938 geboren wurde, feiert vor allem das ältere Publikum weiter die einst so populäre Interpretin, die im DDR–Fernsehen und im Radio auftrat.

Und ihr zu Ehren sind wieder bekannte Schlagerstars zum 10. Bärbel–Wachholz–Schlagerfest gekommen. Dagmar Frederic, Regina Thoss, Andrea und Wilfried Peetz oder Peter Wieland werden von ihrem Publikum geliebt bis heute. Das große Zelt neben dem Rathaus ist gerammelt voll. Arme, Beine und Körber schwingen mit im Rhythmus der Evergreens. Musik hält so jung, dass Entertainer Hans–Jürgen Beyer auf die Bänke springt und mitten im Publikum singt. Dagmar Frederic eröffnet dann die große Gala, bei der auch Originalaufnahmen von Bärbel Wachholz zu hören sind.

Großartige Sängerin

„Es ist ein Stück Kulturpflege“, sagt Michael–Peter Jachmann, Organisator des Festivals. „Wir wollen das Bewusstsein bewahren, dass aus Angermünde eine so großartige Sängerin hervorgegangen ist.“ Jachmann hat es geschafft, ihr ein Denkmal zu setzen. Mit einer Ausstellung, mit Veröffentlichungen, mit dem Schlagercafe an den Uckermärkischen Bühnen in Schwedt. Durch seine Kontakte zu vielen Schlagersängern gelingt es ihm, bekannte Stars auf die Bühne oder eben auf die Bänke zu holen.

Drei Tage hat Angermünde beim Deutsch–polnischen Stadtfest von der Musik verschiedener Stilrichtungen gelebt. Motto: „Das Best vom Land“. Schon der Auftakt gelingt stilvoll: 90 Sänger von fünf Chören füllen die Bühne in der voll besetzten Marienkirche. Gemeinsam singend ziehen sie anschließend im Gänsemarsch zum Hohen Steinweg, wo sie im Festzelt mit Applaus empfangen werden.

Es ist zufällig genau der Tag, an dem vor drei Jahren Bürgermeister Frederik Bewer sein Amt antritt. Diesmal lässt er sich und seiner Partnerin Antonia eine Lederschürze umbinden, um zusammen das erste Fass Bier anzustechen. Und es gelingt, ohne nass zu werden. „Brot“ in flüssiger Form bringen auch die polnischen Partner aus Trzcinsko–Zdroj mit, bevor die Big Band der Musik– und Kunstschule Schwedt anstimmt und zu aller Überraschung Sängerin Sarah Svarovski die Bühne übernimmt, und zwar mit ihrem Baby vor dem Bauch, friedlich schlafend und geschützt durch dicke Kopfhörer.

Auch den Kindern gilt die Musik. Sie haben ihren eigenen Festbereich mit eigener Bühne direkt vor dem Rathaus bekommen. Tanz, Rock, Pop und Show nonstop. Mit dabei eine polnische Kindermusical–Gruppe aus Trzcinsko–Zdroj.

Motorenmusik vom Lande

Weil die Stadt das Fest organisiert, muss der Bürgermeister durcharbeiten. Er versteigert regionale Produkte für einen guten Zweck. Der Erlös geht zur Hälfte an die Kita Burgzwerge in Greiffenberg und an die Jugendfeuerwehr.

Musik vom Lande ist auch in der Rosenstraße zu hören. Dort tuckern die Motoren bekannter Traktorenmarken. 15 Stück haben die Treckerfreunde Kunow ausgestellt, alle sauber gewienert. Die 35 Kilometer nach Angermünde bewältigen die rüstigen Gefährte mit ihren ebenso rüstigen Fahrern spielend, berichtet Karl–Heinz Hahn. „Alle top in Ordnung und zugelassen.“

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