Sturm in Angermünde: Lebensgefahr – wie lange Friedhof und Tierpark gesperrt sind

Gesperrt: Der Friedhof in Angermünde darf zurzeit nicht betreten werden. Der Orkan Bastian hat Dutzende alte Bäume entwurzelt und beschädigt, sodass das Betreten für Besucher lebensgefährlich wäre. Die Stadt muss zunächst Bestandsaufnahme machen.
Daniela Windolff- Orkan Bastian verursachte in Angermünde massive Schäden, v.a. an alten Bäumen.
- Friedhof und Tierpark bleiben wegen Lebensgefahr durch entwurzelte Bäume gesperrt.
- Tierpark: Schäden an Gehegen, Spielplatz; Öffnung evtl. am Wochenende.
- Stadt begutachtet Schäden, Priorität liegt auf Gefahrenabwehr.
- Parks und Wälder sind weiterhin gefährlich, Betreten wird gewarnt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Angermünde kreischen die Motorsägen. Nach dem Sturm Bastian mit Orkanstärke, der am 26. Juni 2025 über die Region brauste und vor allem in Angermünde eine Schneise der Verwüstung anrichtete, ist das Sichern von Gefahren und das große Aufräumen in vollem Gange. Doch das wird noch Tage dauern. Das bringt viele Einschränkungen mit sich.
Friedhof und Tierpark sind weiterhin für Besucher gesperrt. Vor dem Betreten von Parks und Wäldern wird dringend gewarnt. Der Grund: Entwurzelte Bäume, abgebrochene Äste, angeschlagene Baumkronen können noch immer zur tödlichen Gefahr werden.
Stadt Angermünde sichtet noch Schäden und Gefahren
Die Stadtverwaltung mit Grünamt, Friedhofsverwaltung, Bauamt, Tierpark sowie externe Gutachter und Unternehmen, und auch die Freiwillige Feuerwehr sind seit dem Unwetter unentwegt im Einsatz, um Schäden zu sichten und nach und nach Schäden zu beseitigen. Priorität hat die akute Gefahrenabwehr.

Orkan Bastian in Angermünde: Umgestürzte Bäume haben hunderte öffentliche und private Grundstücke verwüstet und viel Schaden angerichtet. Betroffen sind vor allem alte, große Bäume.
Daniela WindolffDeshalb bleiben Friedhof und Tierpark vorerst geschlossen, um die Sicherheit der Besucher nicht zu gefährden. Im Tierpark Angermünde sind Dutzende alte Bäume entwurzelt oder beschädigt. Viele stehen direkt am Hauptweg und am Spielplatz. Auch Gehege wurden in Mitleidenschaft gezogen. Tierparkleiter Dennis Sonnenberg sorgt sich schon lange um den rund 100-jährigen Baumbestand, der einerseits den Park prägt, andererseits durch Altersschwäche, Klimastress, Trockenheit und zunehmende Unwetter zunehmend gefährdet ist.
„Wir beobachten seit einigen Jahren, wie die Bäume leiden. Kurios: Einen Tag vor dem Gewittersturm waren im Tierpark turnusmäßig die Baumpfleger im Einsatz, einen Tag später mussten sie erneut anrücken. Jetzt ging es nicht mehr nur um abgestorbene, kranke oder trockene Kronen und Äste. Vor allem Eschen leiden unter einem Spitzensterben“, so Sonnenberg. Der Sturm hat erneut Tabularasa gemacht und auch augenscheinlich noch intakte Bäume zerlegt. Eschen, Ahorn, Eichen ... querbeet. Es geht nicht um bestimmte Arten.
Vitalität der Bäume im Tierpark Angermünde leidet
„Die Vitalität der Bäume ist durch Stressfaktoren wie Trockenheit, Klimawandel und Alter angeschlagen“, beobachtet Tierparkleiter Dennis Sonnenberg. Die höchsten Bäume sind über 30 Meter hoch. Jeder Sturm rüttelt an der Standfestigkeit. Und es werden mehr. Ein weiteres Problem: reißen Fällungen und Stürme Bäume um, sind durch entstehende Lücken frei stehende Nachbarbäume mehr gefährdet. Ein Domino-Eeffekt.

Sturmschäden in Angermünde: Große Äste haben den Wasserspielplatz für Kinder im Tierpark Angermünde unter sich begraben.
Eva BethgeEin heftiger Sturm, der drei Tage vor dem Orkan schon über die Region fegte, hatte bereits Schäden verursacht. Ein Baum krachte auf das neue Dach der Scheune, ein anderer auf die Umzäunung des Damwild-Geheges. Die Tiere freute der unerwartete Futternsegen von oben übrigens, schmunzelt Dennis Sonnenberg. Sie labten sich an den frischen Zweigen und Blättern und halfen so bei der Entsorgung.
Das ganze Team vom Tierpark sowie Ehrenamtliche vom Förderverein räumen auf, machen Wege frei, sichern Gehege usw. Die großen Baumsicherungsarbeiten sind in Verantwortung der Stadt Angermünde als Eigentümer des Geländes.
Angesichts der vielen Schäden im Stadtgebiet müssen Prioritäten gesetzt werden. Dennis Sonnenberg hat Verständnis. Bei der derzeitigen Hitze ist das Strandbad am Wolletzsee ohnehin die bessere Wahl für Familien, als der Tierpark. „Aber wir hoffen, zum Wochenende vielleicht schon wieder öffnen zu können“, so der Tierparkleiter.
Friedhof Angermünde bleibt gesperrt
Der Friedhof bleibt zunächst weiter gesperrt. Hier hat der Orkan Dutzende Bäume entwurzelt oder abgeknickt. Bäume und Äste fielen auf Wege und auf Grabstellen. Etliche abgebrochene Äste und ganze Baumkronen schweben noch in den Wipfeln und könnten jederzeit herabstürzen. Auch bei ruhigem Wetter.
Deshalb ist das Betreten derzeit lebensgefährlich. Das gilt übrigens auch für alle anderen Parks und Wälder, warnt die Stadtverwaltung. Nach ersten Notsicherungen ist das Grünamt der Stadtverwaltung Angermünde aktuell noch bei der Schadensbegutachtung. Die Sicherung und Beräumung erfolgt nach Priorität. Wichtige Verkehrsverbindungen und öffentliche Räume haben Vorrang. Auch der Friedhof gehört dazu und soll so schnell wie möglich wieder sicher und offen sein. Doch einige Tage Geduld müssen Angermünder noch aufbringen.


