Tag des offenen Denkmals: Friedhof bis Ritterfest – das ist um Angermünde geboten

Die Reste der mittelalterlichen Burg Greiffenberg bei Angermünde wurden restauriert und einer Sehenswürdigkeit und Stätte für Kultur nutzbar gemacht. Der Rundturm ist begehbar und bietet auf der Aussichtsplattform einen Rundumblick über die Landschaft der Uckermark.
Daniela WindolffVom Hügelgrab der Eiszeit bis zur Burgfestung aus dem Mittelalter, vom Dorfgefängnis bis zur historischen Benzin-Zapfsäule reicht die Aufzählung der wertvollen Bau- und Kulturdenkmäler in der Denkmalliste Brandenburg allein für die Stadt Angermünde und ihre Ortsteile. Es scheint, als wandele man auf Schritt und Tritt durch ein Museum auf den Spuren der Geschichte. Mindestens einmal im Jahr, am Tag des offenen Denkmals am zweiten Septembersonntag, wird tatsächlich ganz gezielt dieser Reichtum an historischen Zeugnissen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
Dann öffnen sich Türen zu geheimnisvollen Denkmalen und wird Geschichte durch Veranstaltungen erlebbar gemacht. Der seit 1993 bundesweit von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz ins Leben gerufene Aktionstag steht 2024 unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“.
Angermünde: Mittelalter-Ritterfest am Tag des Denkmals
Allein in der Uckermark gibt es zum Denkmaltag 2024 dutzende Veranstaltungen, die einladen, Zeitzeugen unserer Vorfahren kennenzulernen, von Kirchenführungen über Architekturspaziergänge durch Boitzenburg bis zum Herbstfest im Eisenbahnmuseum Gramzow.
Die zentrale Eröffnung in der Uckermark findet am 8. September um 10 Uhr in der Dorfkirche Jagow in der Gemeinde Uckerland statt. In Angermünde gibt es bereits am Sonnabend, dem 7. September, ein ganz besonderes Spektakel für die ganze Familie: ein mittelalterliches Ritterfest auf einer echten Burg. Nach jahrelanger aufwändiger Restaurierung und Sanierung wird die Burgruine Greiffenberg offiziell als neue Sehenswürdigkeit und kultureller Veranstaltungsort eingeweiht.
Burg Greiffenberg: Neue Attraktion für Kultur und Geschichte
Die mittelalterliche Burganlage, die eigentlich auf Günterberger Territorium auf dem Burgberg thront, zeigt noch Reste von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Ringmauer, Brunnen und Burgwall, Torturm und Rundturm. Letzterer wurde nach strengen Vorgaben des Denkmalschutzes als Aussichtsturm wieder begehbar gemacht und bietet von seiner Dachplattform einen faszinierenden Blick über Greiffenberg und die Welselandschaft.
Künftig wird die Burganlage wieder für Feste, Konzerte, Theateraufführungen, Mittelaltermärkte und Tanz genutzt werden können. Wie sich das an so einem besonderen historischen Ort anfühlt, kann man am 7. September 2024 ab 14 Uhr bei einem bunten Programm für die ganze Familie erleben. Ab 19 Uhr wird Tanzmusik aufgelegt.
Ruhe, Andacht und Hingabe strahlt dagegen eine andere Veranstaltung am Sonntag, dem 8. September 2024 aus. Auf dem historischen Stadtfriedhof in der Schwedter Straße wurde zum zweiten Mal eine Kunstausstellung eröffnet, die sich unter dem Titel „Hingabe“ erneut der Trauer- und Erinnerungskultur widmet. Auch die hat Geschichte.
Tag des Denkmals: Kunst auf dem Friedhof Angermünde
Zwischen den denkmalgeschützten Mauergräbern präsentieren sechs Künstlerinnen und Künstler ihre eigens für diesen besonderen, magischen und historischen Ausstellungsort konzipierten Werke, Skulpturen, Zeichnungen und audiovisuellen Installationen. Am Sonntag, dem 8. September, wird um 15 Uhr zu einer Führung eingeladen. Treffpunkt ist an der Trauerhalle, die übrigens auch unter Denkmalschutz steht. Sie ist mit ihrer auffälligen Hyparschalen-Konstruktion ein Zeugnis typischer Architektur der 1970er Jahre und ist auch in der Innenausstattung noch original erhalten. Das kann man sich bei der Führung ebenfalls anschauen.
Übrigens gibt es ein Wochenende später, am 14. September 2024, um 15 Uhr noch einmal eine Führung, dann anlässlich des bundesweiten Tag der Baukultur.
Zum Tag des offenen Denkmals öffnen auch zahlreiche Kirchen in Angermünde zu besonderen Veranstaltungen. Ein einzigartiges Kleinod mit ungewöhnlicher Geschichte ist die Scheunenkirche im Ortsteil Wilmersdorf. Der gleichnamige Förderverein saniert und belebt dieses schlichte Kirchlein wieder, das tatsächlich einst eine Scheune war. Am 8. September lädt er von 11 Uhr bis 16 Uhr zu Gottesdienst, Kaffee, Kuchen, Trödelbasar, Führung, Vortrag und um 13 Uhr zu einer Ausstellung als Andenken an den 2023 verstorbenen Bernd Janowski, langjähriger Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Er hat maßgeblichen Anteil an der Rettung der historisch wertvollen Scheunenkirche.
Die Olsenbande taucht im Schlosstheater Landin auf
In der kleinen Heilig-Geist-Kapelle Angermünde wird am Sonnabend ab 14 Uhr und Sonntag ab 15 Uhr zur Besichtigung mit gemütlicher Kaffeetafel, Musik und Gesprächen eingeladen. In der größten Angermünder Kirche St. Marien findet um 14 Uhr eine Orgelführung mit Klangbeispielen durch die berühmte barocke Wagner-Orgel statt.
Ziemlich turbulent geht es dagegen am 8. September Ab 14 Uhr in der Kirche Hohenlandin zu, denn hier schlägt die legendäre Olsenbande auf, die das Schlosstheater Landin zum Leben erweckt. Im Tabakmuseum Vierraden dreht sich um 10 bis 17 Uhr alles um Tabak und Landwirtschaft in der Uckermark, bei Führungen, Unterhaltung und Musik im Museumsgarten. Und auch das Feuerwehrmuseum Kunow öffnet zum Tag des offenen Denkmals und präsentiert historische Feuerwehr- und Löschtechnik zum Anfassen.




