Tanken in Polen
: Die aktuellen Preise in Schwedt und hinter der Grenze

Trotz Preisanstieg bleibt Tanken in Polen günstiger – und lockt viele Autofahrer aus der Uckermark und darüber hinaus an.
Von
Leona Bellinda Schröder
Schwedt
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Explodierende Spritpreise lassen viele Menschen aus der grenznahen Region in Polen tanken. Eine junge Frau aus Neubrandenburg sieht deutlichen Handlungsbedarf bei der Politik. Auch in Polen liegen die Preise deutlich über dem Niveau der Vorwoche.

Explodierende Spritpreise lassen viele Menschen aus der grenznahen Region in Polen tanken. Eine junge Frau aus Neubrandenburg sieht deutlichen Handlungsbedarf bei der Politik.

Leona Bellinda Schröder
  • Spritpreise steigen: Diesel in Schwedt 2,21 €, Super E10 2,02 €, Super 2,08 €
  • V-Power: Racing 2,35 €, Diesel 2,46 € – bis zu 20 Cent mehr in einer Woche
  • In Krajnik Dolny: Diesel 1,89 €, Super 95 (E10) 1,65 €, Super 98 1,80 €
  • Trotz Anstieg: viele Deutsche tanken in Polen; E-Bike als Sparmaßnahme genannt
  • ADAC kritisiert Preise; Reiche gibt Ölreserven frei und plant 1 Preis-Erhöhung/Tag

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine Woche nach dem letzten Preisvergleich zeigt sich an den Zapfsäulen der Shell-Tankstelle in Schwedt und Krajnik Dolny ein gewohntes, aber verschärftes Bild: Die Kraftstoffpreise sind auf beiden Seiten der Grenze deutlich gestiegen. Besonders Diesel kostet inzwischen spürbar mehr – in Deutschland wie in Polen.

An der Shell-Tankstelle in Schwedt wird der Liter Diesel aktuell für rund 2,21 Euro angeboten, Super E10 liegt bei etwa 2,02 Euro, Super bei knapp 2,08 Euro. Für V-Power-Racing werden fast 2,35 Euro fällig, für V-Power-Diesel sogar rund 2,46 Euro. Damit hat sich der Preis innerhalb einer Woche um bis zu 20 Cent erhöht.

Auch im polnischen Krajnik Dolny mussten Autofahrer tiefer in die Tasche greifen. Der Diesel liegt hier mittlerweile bei 1,89 Euro pro Liter, Super 95 (E10) bei 1,65 Euro und Super 98 bei 1,80 Euro. Das sind zum Teil 30 Cent mehr als Donnerstag vergangener Woche – dennoch bleibt der Preisvorteil gegenüber der Uckermark deutlich.

Reges Treiben an der Tankstelle in Polen

Während an den deutschen Zapfsäulen wenig Verkehr herrscht, ist trotz der gestiegenen Preise an der polnischen Tankstelle reger Betrieb. Zahlreiche Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen aus der Uckermark, Vorpommern-Greifswald und der Region Neubrandenburg reihen sich an den Zapfsäulen ein. Für viele Menschen ist der Weg nach Polen weiterhin lohnenswert.

„Ich bin auf der Durchreise und tanke regelmäßig hier, wenn ich aus Prenzlau komme“, erzählt eine junge Frau aus Neubrandenburg. „Für Normalverdiener ist das im Moment sehr schwierig. Ich wünsche mir, dass die Politik etwas tut, um die Bürger zu entlasten.“ Sie habe sich innerhalb der Stadt mittlerweile ein E-Bike zugelegt, um wenigstens auf kurzen Strecken Sprit zu sparen.

ADAC hält Spritpreise für unangemessen

Der ADAC übt auf seiner Webseite scharfe Kritik an der derzeitigen Preisgestaltung, wirft der Mineralölwirtschaft eine unangemessene Preisgestaltung an Tankstellen vor. Als unverhältnismäßig bezeichnet er die Preisentwicklung und fordert, die Energiesteuer zu senken – diese Senkung müsse vollständig an Verbraucher weitergegeben werden.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat derweil einen Teil der nationalen Ölreserven freigegeben. Das macht sich an der Zapfsäule allerdings bislang nicht bemerkbar. Zudem kündigte Reiche an, dass Tankstellenbetreiber zukünftig nur noch einmal pro Tag die Preise erhöhen sollen. Vorbild ist Österreich, in dem dies schon länger gängige Praxis ist. Wann die Regelung in Kraft treten soll, ist noch nicht bekannt. Erst muss die Gesetzesgrundlage geschaffen werden.

Tanken in der Uckermark: Kein Ende der Preissteigerung in Sicht

Das Vorhaben wird unter anderem vom ADAC kritisiert. Dieser begrüße zwar, dass die Bundesregierung Handlungsbedarf erkannt hat, heißt es auf der Webseite. Allerdings sei es wichtig, in diesem Zusammenhang die Rolle der Mineralölkonzerne zu hinterfragen. „Durch eine Beschränkung auf eine Preiserhöhung pro Tag kann allerdings nicht vollends ausgeschlossen werden, dass Gewinne maximiert werden und Preise unangemessen steigen“, schreibt der ADAC auf seiner Webseite.

Das Auf und Ab an den Zapfsäulen dürfte Autofahrer weiter beschäftigen. Während die Preise auch in Polen stärker angezogen haben, ist der Preisunterschied zu Schwedt und anderen Orten in der Uckermark jedoch deutlich. Eine Entspannung ist bislang nicht in Sicht – und so bleibt der Tankstopp jenseits der Grenze für viele weiterhin die günstigere Option.

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