Tanken in Polen
: Die aktuellen Spritpreise mit Schwedt im Vergleich

Schwedt zahlt Rekordpreise an der Zapfsäule, in Polen ist Tanken günstiger. Der gesunkene Ölpreis wird aktuell nicht weitergegeben. Ursachen und die aktuellen Preise im Vergleich.
Von
Leona Bellinda Schröder
Schwedt
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Die Preise an der Schwedter Shell-Tankstelle erreichen astronomische Höhen., von einer Senkung des Ölpreises ist noch nichts zu spüren Wie sieht es im benachbarten Polen aus?

Die Preise an der Shell-Tankstelle in Schwedt erreichen astronomische Höhen, von einer Senkung des Ölpreises ist noch nichts zu spüren. Wie sieht es im benachbarten Polen aus?

Leona Bellinda Schröder
  • Schwedt meldet Rekordpreise: Diesel 2,43 €/l, Super E10 2,22 €/l an einer Shell.
  • In Polen gilt eine tägliche Preisobergrenze – MwSt. und Energiesteuer wurden gesenkt.
  • Aktuelle Preise in Polen: Diesel 7,87 Zloty (~1,85 €/l), Super E10 6,21 Zloty (~1,46 €/l).
  • Viele Fahrer aus der Uckermark tanken über der Grenze, es bilden sich lange Schlangen.
  • Ölpreis fällt, doch laut ADAC wirkt der „Rakete-und-Feder“-Effekt an den Zapfsäulen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Spritpreise bleiben für viele Autofahrer in der Uckermark ein Dauerthema. Vor allem in Grenzregionen rückt dabei immer wieder die Frage in den Mittelpunkt, warum eine Senkung des Ölpreises sich noch nicht an der Zapfsäule bemerkbar macht.

Im Alltag zeigt sich der Unterschied zwischen den Preisen in Deutschland und Polen besonders deutlich. Wer regelmäßig mit dem Auto in der Uckermark unterwegs ist, schaut dabei häufig über die Grenze.

Dahinter stehen mehrere Faktoren: der Ölmarkt, politische Unsicherheiten, Wechselkurse und die langsame Weitergabe sinkender Rohölpreise an die Verbraucher. Das sind die aktuellen Preise an den Zapfsäulen in Schwedt und auf der polnischen Seite der Grenze.

So unterscheiden sich die Spritpreise in Schwedt und Polen

An der Shell-Tankstelle in Schwedt liegt der Dieselpreis am Mittwochmittag bei knapp 2,43 Euro je Liter und erreicht damit ein Rekordhoch. Super E10 kostet dort knapp 2,22 Euro und somit ebenfalls deutlich mehr als jenseits der Grenze. In Polen ist das Tanken spürbar günstiger, denn seit dem 31. hat das Nachbarland täglich festgelegte Preisobergrenzen eingeführt – gleichzeitig wurden Mehrwertsteuer und Energiesteuer gesenkt, um bei den Verbrauchern für Entlastung zu sorgen. Der Dieselpreis liegt in Polen aktuell bei 7,87 Zloty, umgerechnet rund 1,85 Euro je Liter. Das bedeutet eine Ersparnis von rund 60 Cent pro Liter.

Auch bei Super E10 bleibt der Unterschied groß. Dort werden 6,21 Zloty verlangt, also umgerechnet etwa 1,46 Euro je Liter. Für viele Autofahrer in der Region ist diese deutliche Ersparnis ein klarer Anreiz, zum Tanken über die Grenze zu fahren, denn der Unterschied summiert sich schnell, besonders bei großen Tankfüllungen. An der polnischen Tankstelle bilden sich lange Schlangen, zu sehen sind Kennzeichen aus dem Landkreis Uckermark, aus Berlin, Vorpommern-Greifswald, Pasewalk, Schwedt und Neubrandenburg.

Frust an der Zapfsäule

Tom aus der Uckermark findet die Lage nicht komisch. Er ist zwar mit einem Dienstwagen unterwegs, nutzt aber dennoch die Gelegenheit, in Polen zu tanken. Von einer staatlichen Rationierung, wie sie jüngst diskutiert wurde, hält er nichts. „Die Leute rationieren sich schon selbst“, sagt er. Sein Vorschlag fällt deutlich aus: „Wirtschaftsministerin Reiche entlassen“, so Tom.

Ein Mann aus Schwedt sieht die Sache etwas nüchterner. Er fährt eigenen Angaben zufolge nur wenig und ungern über die Grenze. Deshalb tanke er auch in Schwedt, sagt er. Zu teuer findet er die Preise trotzdem. Auch der ADAC gibt auf seiner Webseite bekannt, die aktuellen Spritpreise seien „unangemessen“. Der Automobilclub fordert dringend ein Eingreifen des Kartellamts, um die Preisgestaltung an den Tankstellen zu begrenzen.

Ursachen für die hohen Spritpreise

Das sind die Gründe für die jüngsten Preisbewegungen: Am Ölmarkt hat sich die Lage nach der aktuellen Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Irankrieg und der vorläufigen Freigabe der Straße von Hormus zwar etwas entspannt, doch an der Zapfsäule kommt das bislang kaum an. Der Preis für die Ölsorte Brent fiel auf derzeit rund 92 US-Dollar je Barrel, nachdem am Vortag noch etwa 105 US-Dollar gezahlt worden waren.

Für die Verbraucher bleibt die Entlastung also vorerst  aus. Das liegt auch am sogenannten Rakete-und-Feder-Effekt, den der ADAC auf seiner Webseite beschreibt: Steigen die Kosten, schlagen sie schnell an der Tankstelle durch, sinken sie aber, dauert die Weitergabe deutlich länger. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag Brent noch bei rund 72 US-Dollar je Barrel.

Kein Ende in Sicht?

Solange sich die Lage an den internationalen Märkten nicht stabilisiert und die Preisweitergabe an den Kunden so schleppend bleibt, dürfte der Frust an den Tankstellen bestehen bleiben.

Für Schwedt und die Uckermark bleibt das Thema damit hochaktuell. Zwischen Rekordpreisen an der heimischen Zapfsäule und deutlich günstigeren Angeboten in Polen wird das Tanken weiter zur Rechenaufgabe – und für viele Menschen zu einer politischen Frage.

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