Tierheim Schwedt: Warum sechs Katzenbabys um ihr Leben kämpfen

Mit einer Spritze wird dem Kätzchen die Ersatzmuttermilch von Hand verabreicht. Das Muttertier hat den gesamten Wurf nicht angenommen. Wie das Tierheim Schwedt nun um jedes einzelne Leben der Katzenbabys kämpfen muss.
Oliver Voigt- Im Tierheim Schwedt kämpfen Mitarbeiter um das Überleben von sechs verlassenen Katzenbabys.
- Ursache: Unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen und Freigängern ohne Kastration.
- Appell: Katzenhalter sollen Tiere kastrieren lassen, um Leid und Überpopulation zu vermeiden.
- Angermünde verpflichtet Katzenhalter zur Kastration, Schwedt hat keine solche Verordnung.
- Tierheim Schwedt bittet um Spenden und Hilfe für die aufwendige Versorgung der Katzenwaisen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein leises Piepsen, ein hilfloses Kratzen auf dem kalten Boden – und eine Mutterkatze, die sich von ihren gerade geborenen Jungen abwendet. Was sich im Tierheim Schwedt in einer einzigen Nacht abspielte, steht beispielhaft für ein Problem, das Tierfreunde und Tierschützer seit Jahren beschäftigt: die unkontrollierte Vermehrung von wildlebenden Katzen und den sogenannten „Freigängern“.
Die Mutterkatze kam bereits trächtig ins Tierheim, wie die Mitarbeiter berichteten. In der Nacht gebar sie ihre Jungen – auf dem kalten Boden im Fruchtwasser völlig schutzlos von der Mutter zurückgelassen. „Eines der Kätzchen hatte sogar noch die Nachgeburt am Körper, die schließlich auf Anweisung der Tierärztin entfernt werden musste“, beschreibt Kathleen Lichtenberg die dramatische Situation um die Geburt.
Kastration von Katzen reduziert Streuner und Katzenelend
Seitdem kämpfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierheims um jedes einzelne Leben. Die sechs winzigen Kätzchen werden rund um die Uhr betreut, gewärmt, gefüttert, medizinisch versorgt. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, erzählt Lichtenberg. „Und alles nur, weil jemand es versäumt hat, Verantwortung zu übernehmen.“

Die erst wenige Tage alten Kätzchen müssen sich gegenseitig wärmen, ihre Mutter will sie nicht. Im Tierheim Schwedt wird sich um sie gekümmert.
Oliver VoigtWas viele nicht wissen: Katzen können schon im Alter von fünf Monaten geschlechtsreif werden und mehrmals im Jahr Nachwuchs bekommen. Ein einziges Katzenpaar kann so in wenigen Jahren für eine große Zahl Nachkommen sorgen – und viele davon fristen dann vielleicht ein Dasein als Streuner.
„Das ganze Elend hätte so leicht verhindert werden können – nur durch eine rechtzeitige Kastration!“, betont Kathleen Lichtenberg vom Tierheim Schwedt. Doch immer noch gibt es viele Halterinnen und Halter, die ihre Katzen unkastriert nach draußen lassen oder Menschen, die Streunerkatzen in ihrer Umgebung füttern, sich sonst aber nicht kümmern.
Das Tierheim Schwedt appelliert deshalb eindringlich an alle Katzenhalter, die nicht gerade züchten wollen: „Lassen Sie Ihre Tiere kastrieren – auch Freigänger! Wer eine streunende Katze im Garten oder auf dem Hof bemerkt, kann das Tierheim oder den Tierschutzverein informieren. Gemeinsam können so unnötiges Tierleid verhindert und die Population kontrolliert werden.“
Regelungen und Pflichten in Angermünde und Schwedt
In Angermünde müssen alle frei laufenden Katzen ab fünf Monaten kastriert und gekennzeichnet oder gechippt sein; Ausnahmen gelten nur für Rassekatzen, die auch zur Zucht eingesetzt werden. Wer verwilderte Katzen regelmäßig füttert, gilt rechtlich ebenfalls als Halter und muss diese Tiere ebenfalls kastrieren und kennzeichnen lassen. In Schwedt/Oder existiert hingegen keine entsprechende Katzenschutzverordnung mit solchen Pflichten.
„Jedes Tier hat ein Recht auf ein artgerechtes Leben“, erinnert das Team des Tierheims. „Kastration ist ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz – und manchmal sogar überlebenswichtig.“
Unterstützung für das Tierheim Schwedt und die Katzenwaisen
Die Versorgung der kleinen Katzenwaisen ist kosten- und zeitintensiv. Das Tierheim freut sich deshalb über jede Unterstützung – sei es durch Sachspenden, finanzielle Hilfe oder ehrenamtliches Engagement. Wer helfen möchte, kann sich direkt an das Tierheim Schwedt wenden.
Kontakt zum Tierheim Schwedt unter Telefon 03332 523933.

