Tierheim Schwedt: Zwei Katzen plötzlich allein, was Halter früh regeln sollten

Ein schwarzer Kater und eine Schildpattkatze sind die aktuellen Sorgenkinder im Tierheim in Schwedt.
Oliver Voigt- Zwei Katzen kamen nach einem Todesfall ins Tierheim Schwedt – Angehörige fehlten.
- Leiterin Ursula Wyrembek mahnt: Haustiere nur mit Vorsorge und Notfallplan anschaffen.
- Eine Vermittlung „auf Zeit“ lehnte sie ab, auch bei einem Senior ohne Absicherung.
- Frühzeitig regeln: Wer übernimmt im Notfall und am besten schriftlich festhalten.
- Alternativen für Ältere: Besuche, Patenschaften oder zeitweise Betreuung im Tierheim.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gleich zwei Katzen bezogen vor wenigen Tagen Quartier im Schwedter Tierheim. Nicht freiwillig, doch es gab keine andere Option: Ihr Besitzer ist verstorben, Angehörige gab es offenbar nicht. Niemand kümmerte sich um die Tiere.
Für Tierheimleiterin Ursula Wyrembek ist eine derartige Situation nicht neu. Dennoch übt sie gerade deshalb auch ein gewisses Maß an Kritik an Tierhaltern und appelliert an jene, die es noch werden wollen.
„Wir möchten niemandem ein Tier ausreden, doch jeder sollte sich vor der Anschaffung genau überlegen, ob er einem Hund, einer Katze oder jedem anderen Geschöpf auf Dauer gerecht werden kann“, so Wyrembek. Damit will sie vornehmlich ältere Menschen ansprechen, die vielleicht schon allein leben und mit einem Haustier auch ein wenig der Einsamkeit entfliehen wollen.
Tierheim Schwedt: Katze nicht zur Vermittlung auf Zeit
Grundsätzlich sei das verständlich. „Doch was passiert, wenn Herrchen oder Frauchen vor ihrem geliebten Vierbeiner ihre letzte Reise antreten und nichts zur weiteren Unterbringung von Mieze und Bello im Vorfeld geregelt ist?“, fragt Wyrembek. Erst jüngst verweigerte die Tierschützerin die Vermittlung einer kleinen Katze an einen Senioren, der offen zugab, dass das Tier in einem solchen Fall ja zurück ins Tierheim könne.
„Wir sind gern bereit, vielleicht zwischenzeitlich bei notwendigen Krankenhausaufenthalten mal einzuspringen, aber nicht für eine Vermittlung auf Zeit“, betont Wyrembek. Schließlich gehe es darum, dem Tier ein liebevolles und dauerhaftes Zuhause zu bieten.
Vorsorge für Haustiere und Plan für den Notfall
Ihre beiden Neuzugänge werden nun erst noch dem Tierarzt vorgestellt. Der kann vielleicht auch das Alter bestimmen. Noch nicht einmal Namen hat das Team des Tierheims Schwedt für sie gefunden. Der schwarze Kater leidet sehr unter dem tragischen Verlust, seine Begleiterin, eine Schildpattkatze, scheint sich zumindest besser mit der Situation zu arrangieren.
Aus Sicht des Tierheims ließen sich viele solcher Fälle vermeiden, wenn Tierhalter frühzeitig Vorsorge träfen. Eine erstrebenswerte Lösung sei etwa, schon bei der Anschaffung eines Haustieres mit Familienangehörigen, Freunden oder Nachbarn verbindlich zu besprechen, wer im Notfall einspringen könnte. Sinnvoll sei es auch, eine schriftliche Vereinbarung zu hinterlegen, damit im Ernstfall keine Unsicherheit entsteht.
Haustier statt Einsamkeit? Tierheim Schwedt rät zu Alternativen
Wyrembek wirbt außerdem dafür, dass ältere Menschen vor der Tieranschaffung prüfen, ob vielleicht auch andere Wege gegen Einsamkeit helfen können – etwa regelmäßige Besuche im Tierheim, Patenschaften für Tiere oder die zeitweise Betreuung eines Vierbeiners. So lasse sich die Nähe zu Tieren erleben, ohne sofort die volle Verantwortung für viele Jahre übernehmen zu müssen.
Wer sich dennoch bewusst für ein Haustier entscheidet, sollte nach Ansicht der Tierheimleiterin nicht nur Herz, sondern auch Vernunft mitbringen. „Ein Tier ist kein Trostpflaster auf Zeit, sondern ein Lebewesen, für das man Verantwortung übernimmt – im besten Fall bis zuletzt, und darüber hinaus mit einem Plan für den Notfall.“
Wer das alles beherzt und den beiden Samtpfoten ein neues Zuhause bieten möchte, kann sich im Tierheim unter Telefon 03332 523933 melden.


