Tierpark
: Ein Weibchen für Äffchen Zappa

Der Angermünder Tierparkleiter Dennis Sonnenberg wünscht sich fürs nächste Jahr mehr Planungssicherheit. Seit einiger Zeit herrscht Stillstand.
Von
Kerstin Unger
Angermünde
Jetzt in der App anhören

Glückspilz: Weißbüscheläffchen Zappa bekam am Sonnabend ein Weibchen, um für Nachwuchs zu sorgen.

Kerstin Unger

Seit einem Jahr wartet der Tierpark auf ein Zeichen der Stadt, wie es in Zukunft weitergehen soll. Derzeit herrscht Stillstand, was Investitionen und Projekte betrifft. Der Aufwand zur Betreibung des Tierparks steigt. Der gesetzliche Mindestlohn wurde angepasst und erhöht sich weiter. Baukosten werden teurer. „Wir wollten den Vertrag mit der Stadt anpassen, aber bis Ende dieses Jahres ist rein gar nichts passiert“, sagt Tierparkleiter Dennis Sonnenberg.

Heutraktor in Aussicht

2020, im 57. Jahr des Bestehens des Tierpark, steht endlich ein Traktor für den Heutransport im Stadthaushalt. Den Brunnen für die Bewässerung, den die Mitarbeiter schon selbst bohren wollten, lässt die Stadt bauen. Damit kann künftig die Bewässerung so geregelt werden, dass die Teichflächen im Sommer nicht austrocknen. Gern würde der Angermünder Tierpark die zwei Azubis, die hier derzeit ausgebildet werden, behalten. Die Altersstruktur sei etwas fortgeschritten und es ist nicht leicht, in der Region fündig zu werden, wenn man nicht die Gehälter des öffentlichen Dienstes zahlen kann. „Wir hoffen, dass 2020 die versprochenen Änderungen kommen. Wir brauchen vertragliche Sicherheit mit einem Planungskonzept, das über fünf Jahre geht, statt in Scheiben“, erklärt der Tierparkchef.

Die Tierparkbesatzung ist glücklich, den Förderverein zu haben, der Arbeitseinsätze organisiert, die Weihnachtspost erledigt, sich um die Tierpatenschaften kümmert und bei Anschaffungen hilft. Der Besucher soll von seinen Spenden aber auch etwas sehen, zum Beispiel neue Tiere, so Dennis Sonnenberg. Der Bestand ist überaltert. Die Frage ist, wie man den Park und den Tierbestand entwickeln will und was man erwartet. Was passt nach Angermünde und welche Gehege müssen erneuert werden? Derzeit könnten nur einige Ecken umgeplant werden, für die keine Baugenehmigungen nötig sind. Es wird Zeit für Entscheidungen der Stadt als Eigentümer des Tierparks.

Zu den Plänen fürs nächste Jahr verrät Dennis Sonnenberg, dass es keinen Nachwuchs im Ziegengehege geben wird. Der Altbestand wird teilweise an Interessenten abgegeben. Auch bei den Luchsen steht Verhütung an, weil man Jungtiere nicht mehr loswerde. Der Vikunjahengst bekommt wieder ein Weibchen.

Einen Umbruch wird es in nächster Zeit bei den Kattas geben. Mit einem neuen Weibchen soll eine Gruppe aufgebaut werden. Freuen kann sich Weißbüscheläffchen Zappa. Er bekam am Sonnabend ein neues Weibchen aus Mecklenburg–Vorpommern. Hier besteht 2020 die Hoffnung auf Nachwuchs. Zudem könnte im nächsten Jahr mit Indischen Kurzkrallenottern eine neue Tierart angesiedelt werden. „Die sind sehr putzig und wunderbar für Schaufütterungen geeignet“, erklärt der Tierparkleiter. „Voraussetzung ist, dass die Gehege kommen.“

Dank an die Angler

Ziel ist es, die Nähe zum Tier herzustellen. Mehr als  55 Tierarten wie derzeit wird es wohl nicht geben. „Wir müssen mit dem Platz und dem Geld klarkommen und die Betriebskosten optimieren“, so Dennis Sonnenberg. Er lobt die gute Kooperation mit dem Kreis–anglerverband und dankt den Vereinen; die bei Turnieren und Veranstaltungen Fische zur Verfügung stellen, die auch für Kurzkrallenotter optimales Futter wären.