Uckermärkische Bühnen Schwedt: Wer holt den begehrten Uckermark-Oskar?

Uckermark Oskar : Thorsten Pifan, Paulina Wojtowicz, Andreas Philemon Schlegel, Franz Kießling, Waltraud Bartsch, Ute Schäfer und Cindy Mutschler
Oliver VoigtBühnenspiel auf hohem Niveau, dafür haben die Uckermärkischen Bühnen Schwedt ihren Ruf längst weg. Ensemble und Programm sind weit über die Stadtgrenzen hinweg und auch jenseits der Grenzen der Uckermark ein Begriff. Nicht nur zu Premieren kommen die Besucher aus anliegenden Regionen und sogar aus dem Nachbarland Polen. Denn einige der Stars in Schwedt sind Schauspieler mit Wurzeln in Polen.
Die Uckermärkischen Bühnen sind eines der Aushängeschilder der Industriemetropole und Nationalparkstadt Schwedt – und auch die Schauspieler des festen Ensembles haben ihre Fans, in Schwedt und auch darüber hinaus. Daher wird einmal im Jahr der Uckermark-Oskar verliehen, in Anlehnung an den berühmten Filmpreis der Traumfabrik an der Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika, in Hollywood.
Der Vergleich passt – wenn Schwedt auch nicht ganz so glamourös ist wie Los Angeles, sondern eher rustikal, aber keineswegs hinterwäldlerisch. Die hohe Kunst des darstellenden Spiels ist hüben wie drüben Ausgangspunkt, um die Menschen zu unterhalten, ihnen Kurzweil und Ablenkung vom Arbeitsalltag zu bieten.
Märkische Online-Zeitung sponsert einen der Theaterpreise
Deshalb beteiligt sich auch die Märkische Online-Zeitung an der Finanzierung des Preises für die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler der Saison. Gekürt werden die Akteure bereits seit 1997 vom Förderverein der Uckermärkischen Bühnen und jedes Jahr fällt die Entscheidung schwer, müssen sich die Vertreter in der Jury den Kopf zerbrechen und oft bei Nuancen Unterschied heiß diskutieren, wer den Preis denn nun verdient hat.
Ute Schäfer, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, betont denn auch, wie wichtig es bei der Entscheidung ist, dass auch das Publikum ein Wörtchen mitzureden hat, wenn es darum geht, die Lieblinge der Saison zu küren. Die Zuschauer klatschen. Gerade ist das fulminante Finale des aktuellen Sommermusicals über die Odertalbühne gelaufen. Die Gäste auf den Rängen sind noch ganz beeindruckt von den neuen Abenteuern des Baron Münchhausen.
Wer wird das weibliche Sternchen der Theatersaison?
Dann wird es spannend. Wer ist das weibliche Sternchen der Saison? „Sie hat sich in unser aller Herzen gespielt und gesungen. Bescheiden, unprätentiös und zugleich mit unglaublicher Bühnenpräsenz und klarer Stimme überzeugt sie ihr Publikum“, beschreibt Ute Schäfer die Schauspielerin. Seit 2017 ist sie Teil des Ensembles.
„In dieser Spielzeit verkörperte sie als Diva der Uckermärkischen Bühnen“, zitiert die Vize-Vorsitzende des Fördervereins dieses Nachrichtenportal über das Bühnenstück „Marilyn – Träume, Sex & Hollywood“. Hinter der Bühne brandet indes schon Jubel und Beifall auf. Denn die Preisträgerin stand bis vor wenigen Minuten noch bei der Premiere des Sommermusicals in einer der Hauptrollen auf der Bühne.
Pauline Wojtowicz holt sich den Uckermark-Oskar
Pauline Wojtowicz ist Schauspielerin der Spielzeit 2023/24 und darf an diesem Abend noch einmal den Applaus ihres Publikums genießen – hochverdient. Die Geehrte freut sich aufrichtig und genießt den Jubel sichtlich, auch die Gratulationen ihrer Schauspielkollegen, die sie hinter der Bühne schon geherzt und gefeiert haben.
Ungewöhnlich, dass sich ein Schauspieler schon in der ersten Spielzeit in die Herzen schon Publikum und Jury spielt. Andreas Philemon Schlegel ist es dennoch gelungen. Der Schauspieler ist erst seit einigen Monaten Teil des Ensembles an den Uckermärkischen Bühnen. In der Laudatio spricht Ute Schäfer dennoch schon in den höchsten Tönen von ihm.
Berührende Verkörperung eines suchenden Jugendlichen
„In den unterschiedlichsten Rollen bewies dieser oft privat so zurückhaltend wirkende junge Darsteller seine Vielseitigkeit und sein schauspielerisches Talent“, sagt Ute Schäfer und beschreibt: „Zutiefst berührend war seine Verkörperung eines suchenden Jugendlichen im Jugendstück ,Selfie‘, verunsichert in seiner Hilflosigkeit darüber, was nun richtig und was falsch ist, was verantwortliches Handeln beim Erwachsenwerden nun eigentlich bedeutet.“
Auch am Ende der aktuellen Saison ist sich die Jury einig, dass es einen Sonderpreis geben muss. Diesen bekommen die Theaterpädagogen Waltraut Bartsch und Franz Kießling. Sie sind die Macher der Klassenzimmerstücke. Ute Schäfer würdigt sie mit den Worten: „Sie zeigen klassische Stoffe in einer jugendgemäßen Sprache, wie „Faust gerafft“, regen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus an wie bei „3 Helden“ oder stellen Fragen zur eigenen Selbstbestimmung und Grenzziehung wie in dem Jugendstück „Selfie“.



