Unser Dorf hat Zukunft 2026: Warum Naugarten gute Chancen auf den Sieg hat

Begrüßung der Jury in Naugarten. Das uckermärkische Dorf nahm am Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil.
Charly Schwarz- Naugarten präsentierte sich der Bundesjury von „Unser Dorf hat Zukunft“ beim Dorfspaziergang.
- Am Montag (8. Juni) gab es Stationen bei Feuerwehr, Kinder- und Jugendbeirat, Kirche und Theater 89.
- Juryvorsitzende Marion Frohnapfel nannte die Gruppe „sehr neugierige Freunde“ – viele Fragen folgten.
- Natur, See mit Stegen und gepflegte Höfe überzeugten, der Männerchor sorgte für einen Überraschungsauftritt.
- Ina Rostek resümierte im Dorfwohnzimmer: „Gewonnen haben wir sowieso“, der Zusammenhalt sei gewachsen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Montag (8. Juni) war ein ganzes uckermärkisches Dorf auf den Beinen. Dafür gab es einen guten Grund: Nach der Erstplatzierung in Kreis und Land machte sich eine vielköpfige Jury auf den Weg in die Uckermark, um einem dreistündigen Dorfspaziergang beizuwohnen.
Dabei sollte Naugarten in all seinen Facetten präsentiert werden. Beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schaut die Jury auf wirtschaftliche Initiativen und Infrastruktur, auf Baukultur, Natur und Umwelt sowie auf soziales Engagement und kulturelle Aktivitäten.
Die Naugartener waren vorbereitet – und aufgeregt waren sie natürlich auch, als der große bunte Bus mit der Jury vorfuhr. Doch was dann folgte, war mehr als nur ein Rundgang. Es wurde ein Tag voller Eindrücke, Begegnungen und Überraschungen, der am Ende noch eine Frage offenließ ...
Jury kommt als „sehr neugierige Freunde“
Marion Frohnapfel, Bürgermeisterin der hessischen Gemeinde Nüsttal, begrüßte als Juryvorsitzende alle Anwesenden überaus herzlich. „Wir kommen als Freunde, als sehr neugierige Freunde“, sagte sie.
Ina Rostek als Ortsvorsteherin von Naugarten lud alle, die gekommen waren, ins sich noch im Ausbau befindende Dorfwohnzimmer ein. Dort, einem der ambitionierten Projekte der Naugartener, standen Begrüßungsreden und die Vorstellung aller Jurymitglieder auf dem Programm.
Drei Stunden Dorfspaziergang mit Stationen
Ina Rostek hatte einen genauen Zeitplan einzuhalten. Drei Stunden können lang sein – hier jedoch wurde so viel Abwechslung geboten, dass es bei schönstem Wetter gar nicht so einfach war, die Besucher wieder zum nächsten Spielpunkt zu bewegen.

Ina Rostek, Ortsvorsteherin von Naugarten
Charly SchwarzUnd derer gab es viele: Der Kinder- und Jugendbeirat des Dorfes stellte sich vor, die Freiwillige Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr präsentierten ihre Räumlichkeiten und später sogar eine kurze Löschvorführung. Das Theater 89 hat hier seinen Sitz und präsentierte eine Kostprobe.
Kirche, Dorfgemeinschaftshaus und Chor
Auch die Kirche wurde begutachtet, der Kirchenchor sang einige Lieder seines Repertoires. Das kleine Dorfgemeinschaftshaus wurde ebenfalls unter die Lupe genommen.
Jeder Anlaufpunkt war geschmückt worden und wurde durch verschiedene Akteure beschrieben. Wie angekündigt war die Jury sehr freundlich, sehr aufmerksam und hatte viele Fragen. Wohlwollend war schon bei der Vorstellung zur Kenntnis genommen worden, dass auch die Jurymitglieder in ländlichen Räumen zu Hause sind.
Naugarten begeisterte durch Naturnähe und Landschaft
Die zu dieser Jahreszeit besonders reizende Natur mit allen Grüntönen, die die Farbskala zu bieten hat, konnte die Gäste sehr entzücken. Landschaftlich ist Naugarten mit Strand und Bootsstegen am wunderschönen See ein Kleinod unter den Dörfern.
Dabei wurde auch betont, dass es Zeiten gab, in denen die Naugartener zum Baden an andere Seen fahren mussten, weil die Wasserqualität damals nicht dafür ausreichte. In vielen Vorträgen und Gesprächen wurde anschaulich erklärt, dass ein solch gepflegtes Dorf kein Selbstläufer ist.
Alle packten in Naugarten mit an
So packten alle mit an, den durch einen Sturm umgelegten Wald wieder aufzuforsten, diesmal mit Bäumen, die dem Klimawandel besser entgegentreten und in großer Artenvielfalt. Vom Schlossberg ohne Schloss hatte man einen atemberaubenden Blick über das dörfliche Areal. Viele Einwohner hatten ihre großen Tore weit geöffnet, um Einblicke in ihre Höfe zu gewähren. Am Hof Kokurin angekommen, überraschte der Naugartener Männerchor die Gäste mit seinen Liedern.
Seinen Abschluss fand die große Runde auf dem Marktplatz, wo verschiedene Vereine ihre Aktivitäten an Ständen ins rechte Licht gerückt hatten und bereitwillig Auskunft gaben. Bei noch immer bestem Wetter deckten sich so manche Jurymitglieder beispielsweise mit Honig aus der Region ein. Anschließend wurde unter großen, schattenspendenden Bäumen gemütlich bei Kaffee und Kuchen weiter geplaudert – und dabei die Füße ein wenig ausgeruht.
Unser Dorf hat Zukunft – „Gewonnen haben wir sowieso“
Dann nahmen die Gäste pünktlich Abschied und fuhren mit dem Bus wieder davon. Die Naugartener, war zu hören, haben ein gutes Bild abgegeben. Ina Rostek brachte es auf den Punkt: „Gewonnen haben wir sowieso.“
Gemeint damit ist die Tatsache, dass die erste Bewerbung für den Wettbewerb einen Stein ins Rollen gebracht hat, den wohl niemand genau so hat kommen sehen, aber auch keiner bereut hat. Viele Initiativen sind dadurch noch gezielter in Angriff genommen worden, und der Zusammenhalt hat sich einmal mehr bewiesen.
Ein Dorf mit einer solchen Sozialkompetenz wie hier findet man nicht an jeder Ecke. Naugarten ist mit Leben erfüllt und hat auch noch viel vor. Ideen dazu konnte man auf einem großen Plakat in der Dorfmitte nachlesen. Ganz egal, wie die Jury entscheiden wird – Naugarten ist ein wirklich schöner Platz zum Leben.

