Unternehmen in Schwedt
: So befeuert die Hochschule Eberswalde Startups

Ein Wettbewerb für Firmengründer: Als Preis erhalten die Startups Geld, um erste Projekte mit namhaften Partnern in Schwedt umzusetzen. Wer kann mitmachen?
Von
Thorsten Pifan
Schwedt
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Offizieller Startschuss für das Start-up-Labor mit (von links): Michael Kellner, Sasacha Lademann und Alexander Pfriem.

Offizieller Startschuss für das Start-up-Labor mit (von links): Michael Kellner, Sasacha Lademann und Alexander Pfriem.

Das Startup-Labor in Schwedt bringt mit einer Challenge Schwung in das Projekt der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Fördergeld für die Projekte gab unter anderem aus dem Bundeswirtschaftsministerium (v.l.): Staatssekretär Michael Kellner, Laborleiter Sascha Lademann und HNEE-Professor Alexander Pfriems.

Thorsten Pifan
  • Die Hochschule Eberswalde startet eine Challenge für Startups in Schwedt.
  • Bis zu 2 Mio. Euro stehen für Projekte zur Verfügung.
  • Partner: PCK-Erdölraffinerie, Leipa, Enertrag und Verbio.
  • Bewerbungen bis 24. Februar, Projekte starten am 15. Juli.
  • Bis zu 300.000 Euro für die zweite Phase verfügbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schwedt als innovativer Wirtschaftsstandort, an dem sich experimentelle Forschung austesten darf – und dafür auch den Rahmen bekommt, Unterstützung von den Platzhirschen der Industrie vor Ort zu erhalten. Möglich macht das die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung aus Eberswalde (HNEE), die mit ihrem Startup-Labor aktuell eine Challenge für Neugründungen von Unternehmen auf den Weg bringt.

Hoch interessant für die Teilnehmer des Wettbewerbs ist es, dass die Jungunternehmer nicht nur erfahrene Partner an die Seite gestellt bekommen, sondern auch knallharte Euro als Währung erhalten, um ihre Projekte zu finanzieren. „Dafür stehen rund zwei Millionen Euro zur Verfügung“, rechnet Laborleiter Sascha Lademann vor.

Startups werden für drei Monate mit ihren Projekten finanziert

Am Ende können mit zwei Millionen Euro auch keine Berge versetzt werden. Es könne aber gelingen, kleine Projekte über einen Zeitraum von drei Monaten zu finanzieren. Das ist zumindest der Plan der Challenge. Bis zum 24. Februar können sich Startups bewerben. Projektpartner im Zuge der von er HNEE organisierten Challenge sind die PCK-Erdölraffinerie, der Papierhersteller Leipa, und die Spezialisten für erneuerbare Energie Enertrag und der Bio-Treibstoffhersteller Verbio.

Bis zu zehn Teams werden dann im Anschluss Konzepte für ihre Pilotprojekte ausarbeiten und dafür schon die Unterstützung von Industriepartnern bekommen. In die zweite, lukrative Phase des Projektes können dann noch bis zu fünf der Teilnehmer aus der ersten Runde kommen. Bereits in der ersten Phase fließt ein Teil des Geldes.

In der ersten Runde erhalten die Unternehmen je bis zu 25.000 Euro

„Je nach Finanzbedarf stehen für jedes Team bis zu 25.000 Euro zur Verfügung“, sagt Sascha Lademann. Dabei sei das Interessante an dem Projekt, dass die Startups sich nicht melden, um am Ende von einer Förderung zu profitieren. „Die jungen Unternehmen erhalten einen konkreten Auftrag, um zu zeigen, wie ihre Idee funktioniert.“

Und dabei soll es um Themen gehen, die sich besonders gut mit der Infrastruktur in der Uckermark umsetzen lassen. Beispiele gefällig? Der Laborleiter liefert sie gleich mit und erklärt: „Da kann es um die Effizienzsteigerung industrieller Technologien – auch durch digitale Werkzeuge gehen.“ Mit Blick auf Leipa, wo bereits Experimente in dieser Hinsicht laufen, stehen auch intelligente Steuerungen von Stoffkreisläufen mit künstlicher Intelligenz auf der Liste.

In der Uckermark gibt es mehr erneuerbare Energie als verbraucht wird

Weitere Möglichkeiten sind Fragen rund um die Nutzung von überschüssiger elektrischer Energie. Bekanntlich wird in der Uckermark mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen als aktuell vor Ort verbraucht werden kann. Für eine Kohlendioxid-neutrale Zukunft ist das eine riesige Chance, heißt es nicht nur aus der Politik, sondern auch aus der Wirtschaft.

Für die zweite Phase, die dann in enger Zusammenarbeit mit den Industriepartnern erfolgen soll, stehen für die Startups bis zu 300.000 Euro bereit. Damit sei das Budget von insgesamt rund zwei Millionen Euro ausgeschöpft. Finanziert wird die Challenge aus den Projektgeldern, die dem Startup-Labor Schwedt von Bund und Land zur Verfügung stehen. Insgesamt handelt es sich dabei um 6,25 Millionen Euro, von denen auch das Team des Startup-Labors bezahlt werden muss.

Challenge bringt mehr Tempo als Verfahren mit Förderanträgen

Der Vorteil der Challenge gegenüber dem üblichen Verfahren einer Startup-Förderung sei, dass die Challenge einen ehrgeizigen Zeitplan habe. „Wenn wir erst Förderanträge stellen müssen, kann das im Gegensatz dazu ein langwieriger Prozess werden“, erklärt Sascha Lademann. Nun gebe es den Weg, die Projekte kurzfristig zu finanzieren.

Und tatsächlich ist der Zeitplan sportlich. Denn bereits im Sommer sollen die Pilotprojekte der Unternehmen, die es bis dahin geschafft haben, starten. Konkret soll der Startschuss am 15. Juli fallen. Bis dahin gilt es, die Teams auszuwerten und zwischen Ende März und Anfang Juli die Konzepte zu erstellen.