Vernissage: Schwedter Ausstellung zu Elke Ring begeistert Publikum

Mittendrin hängt ihr Foto: Der Andrang in der Galerie am Kietz zur Ausstellungseröffnung von "Elke Ring – was bleibt!" ist so groß, dass die Räume die Besucher kaum fassen können.
Oliver Voigt/MOZSie verstarb im November 2016 nach langer Krankheit. Mehr als drei Jahre danach kann die Schwedter Galerie am Kietz den Andrang zur Vernissage nicht mehr bewältigen. Die Stühle reichen sowieso nicht, Stehplätze sind zu eng. In allen Räumen tummeln sich Gäste. Die Eröffnungsredner können sich kaum stimmlich durchsetzen. Es wird gar lautstark gefordert, auf den Hof hinauszugehen.
„Was bleibt!“ lautet der auffordernde Titel eines Lebensquerschnitts von Elke Ring (1952-2016). Die stadtbildprägende Künstlerin ist darin plötzlich wieder lebendig geworden. Es sollen 500 Arbeiten sein, die an den Wänden hängen, in eigens beschafften Vitrinen stehen, gerahmt, aufgestellt, beschriftet sind. Und doch ist es nur ein Bruchteil von dem, was unter ihren nimmermüden Händen entstand. Das begeisterte Publikum entdeckt die berühmten Katzen und Hühner wieder. Da sind ihre Entwürfe von Werken im öffentlichen Raum. Und da sind unglaublich viele Skulpturen, Vasen, Anhänger, winzige Schatullen, Skizzen, Bilder. Detailreich, farbenfroh, formenversessen.
„Danke, dass wir mit Dir arbeiten durften“, sagt Volker Rehberg von der Musik- und Kunstschule Schwedt. Er erinnert an die Honorarpädagogin für Plastisches Gestalten, die seine Einrichtung so nachhaltig geprägt hat. Ganze Schülergenerationen haben bei ihr gelernt. Und im Haus hat sie sogar bis in die Toiletten hinein ihren Humor in Keramik hinterlassen.
„Was bleibt, sind ihre Arbeiten“, antwortet Inge Hornburg auf die zentrale Frage der Ausstellung. 20 Jahre war die Lehrerin mit der Künstlerin Elke Ring bekannt und auch vertraut. "Sie hat so vielen Klumpen Ton Leben eingehaucht“, sagt Inge Hornburg in ihrer Laudatio. Entstanden sind fast ausnahmslos Unikate. Und wer es möchte, kann heute noch ein Stück aus den Händen der bekannten Schwedter Künstlerin erwerben, die zu den Gründungsmitgliedern des Schwedter Kunstvereins gehörte.
Liebe, Achtung, Anerkennung
Sichtlich bewegt nimmt Ehemann Peter Ring den rekordverdächtigen Andrang zur Vernissage wahr. Er sieht darin eine große Verehrung. Einige Leute hätten für die Ausstellung sogar Sachen von Zuhause weggegeben, um sie öffentlich zu zeigen. Gemeinsam mit Tochter Hendrikje wurde der Nachlass eines Lebenswerks gesichtet, dokumentiert, archiviert und neu sichtbar gemacht.
Was auch bleibt, sind „Achtung, Liebe und Anerkennung“ so vieler Menschen. In der Ausstellung steht noch ihre Werkbank, ihr Arbeitstisch. So als wäre sie gerade mal eben fortgegangen.
„Elke Ring – was bleibt!“ bis 19. März in der Galerie am Kietz in Schwedt.