Volksangeltag
: Philosophen und Fische

Ortsgruppe 1922 Schwedt lädt im Nationalpark Unteres Odertal Petrijünger zum Angeln an der Meglitze ein.
Von
Dietmar Rietz
Schwedt
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  • Angelidylle an der Meglitze: Opa Andreas Tollkamp und Enkel Levi beteiligen sich während des Volksangeltages am Angelwettbewerb der Ortsgruppe 1922. Sie angeln am Sonnabendmorgen im Nationalpark Unteres Odertal auf Weißfisch.

    Angelidylle an der Meglitze: Opa Andreas Tollkamp und Enkel Levi beteiligen sich während des Volksangeltages am Angelwettbewerb der Ortsgruppe 1922. Sie angeln am Sonnabendmorgen im Nationalpark Unteres Odertal auf Weißfisch.

    Tino Reuschel
  • Sieger des Erwachsenen-Wettkampfs: Andreas Schmidt.

    Sieger des Erwachsenen-Wettkampfs: Andreas Schmidt.

    Dietmar Rietz
  • Sieger im Kinder- und Jugendangeln: Pascal Losensky.

    Sieger im Kinder- und Jugendangeln: Pascal Losensky.

    Dietmar Rietz
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Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt werden kann, sagt man. Beim Volksangeltag in Schwedt prüften Angler den Wahrheitsgehalt dieser Worte. Nicht immer ging die Gleichung „Angler plus Angel plus Köder + Geduld gleich Fisch“ auf.

Dirk Schmidt, der Vorsitzende des Angelvereins der Ortsgruppe Schwedt 1922, hatte am Sonnabend zum vierten Volksangeltag gerufen. Die aktiven Angler machten sich morgens auf den Weg zu ihren Plätzen an den Ufern der Meglitze im Nationalpark.  Drei Stunden dauerte der Wettbewerb um den Pokal der Stadtwerke Schwedt.

Jürgen Koch (62) angelt von Kindesbeinen an. Gelernt hat er es vom Vater. Verfeinert hat er es mit der Stippprute mit Freunden. Heute besitzt er Angelruten zwischen drei und neun Metern Länge. Sein größter Fang war ein 15–Kilo–Weißfisch. Beim Fischwiegen am Sonnabend präsentierte er eine Brasse mit 1700 Gramm Wettkampfgewicht.

Normalerweise angelt Koch an der Oder, am Kanal oder im Oderbruch mit einem Kumpel. Manchmal ist Angeln für ihn wirklich die unverdächtigste Art des Nichtstuns. „Es entspannt und spült den Stress von der Seele“, sagte er. „Beißt was, ist es gut. Beißt nichts, ist es auch gut.“

Tony Wolter ist 16. Bei ihm hatte alles angefangen, als er beim Fußball eine Angel gewonnen hat. Er machte dann alle erforderlichen Scheine und hat seitdem ein neues Hobby. Er angelt hauptsächlich auf Karpfen und Schleie. Für ihn ist Angeln Freizeitspaß Nummer 1, gern auch mit Freunden. Sein Fang katapultiert ihn am Sonnabend bei den Kindern und Jugendlichen auf Platz 3 im Wettkampf.

Beim Wiegen der gefangenen Fische zeigte die Waage irgendwann mehr als zehn Kilogramm an. Damit war Andreas Schmidt Champion bei den Erwachsenen.

Nach dem Mittag startete ein Familienprogramm. Auf dem Vereinsgelände öffneten Infostände der Stadtwerke, der Naturwacht und des Anglervereins. Wissenswertes rund um Naturschutz, Energiesparen und Angeln gab es gratis. Für die jüngsten Gäste war eine Hüpfburg aufgestellt. Gern ritten die Kinder auf Pferden, schossen mit dem  Bogen oder fuhren auf einem Pocketbike.

Zur Siegerehrung hatte Vereinsvorsitzender Dirk Schmidt die Bürgermeister Jürgen Polzehl (Schwedt) und Hendrik Sommer (Prenzlau) eingeladen. Und den Schwedter Stadtwerke–Geschäftsführer Dirk Sasson. Der Kommunalbetrieb unterstützt den Volksangeltag von Anfang an. Der Prenzlauer Bürgermeister ist selbst begeisterter Angler. Beim Kinder–Wettbewerb kam auf Platz 1 Pascal Losensky, auf Platz 2 Niclas Thieß und auf Platz 3 Tony Wolter. Bei den Erwachsenen gewann Andreas Schmidt. Auf Platz 2 folgte Wolfgang Rückert, auf Platz 3 Marcel Gieseler.

Dirk Schmidt freute sich, dass der Mitgliederstand des Vereins steigt. Waren es 2009 nur noch 69, so sind es heute wieder 118 Mitglieder in der Ortsgruppe 1922 Schwedt. Um die Wendezeit gab es in Schwedt 39 Angelvereine mit 3800 Mitgliedern.