Warntag 2025
: So werden Menschen in der Uckermark im Ernstfall alarmiert

Sirenen und Apps im Test: Die Uckermark beteiligt sich am bundesweiten Warntag 2025. Doch erreichen die Warnsignale tatsächlich alle Menschen im Ernstfall?
Von
Leona Bellinda Schröder
Schwedt
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Alarmsirene auf Hausdach: ARCHIV - 07.09.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Lassahn: Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach. (zu dpa: «Warntag mit Sirenen und Warn-App in Teilen von MV») Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nicht erschrecken, wenn am Donnerstag, 11.9.2025 um 11 Uhr die Sirenen heulen: Der Warntag findet wieder statt.

Jens Büttner/dpa
  • Warntag 2025: Am 11.9. um 11 Uhr Probealarm in Deutschland – Uckermark testet Sirenen & Apps.
  • 186 Sirenen in der Uckermark, aber nicht alle aktiv – einheitliche Signale klären Warnung & Entwarnung.
  • Prenzlau nutzt erstmals mobile Lautsprecheranlage für akustische Warnungen, feste Position im Stadtgebiet.
  • Warn-Apps wie NINA, Cell Broadcast & Medien informieren digital – Entwarnung nicht über Cell Broadcast.
  • BBK bietet Notfallratgeber & Checklisten an – Ziel: Bevölkerung für Katastrophen sensibilisieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Donnerstag, dem 11. September 2025, findet in ganz Deutschland erneut der bundesweite Warntag statt. Auch der Landkreis Uckermark beteiligt sich an diesem Aktionstag, bei dem Sirenen, Warn-Apps und weitere Systeme gleichzeitig getestet werden. Ziel ist es, die Technik zu prüfen und die Menschen für Katastrophenlagen zu sensibilisieren.

Ab 11 Uhr heißt es für die Menschen im Landkreis: aufmerken. Denn Sirenen, Smartphones, Radios und Fernseher sollen zeitgleich den Probealarm weitergeben. Welche Signale in der Uckermark tatsächlich zu hören und zu sehen sein werden, ist genau geplant. Ein Blick auf die Details.

Warntag 2025: Uckermark verfügt über 186 Sirenen

Die Integrierte Regionalleitstelle NordOst (IRLS NO) in Eberswalde löst am Warntag die im Kreisgebiet verfügbaren Sirenen aus. Derzeit gibt es 186 Sirenenstandorte in der Uckermark. Allerdings werden nicht alle Geräte an diesem Tag aktiv sein.

Robert Richter, stellvertretender Leiter im Ordnungsamt Uckermark, erläutert auf Nachfrage dieses Nachrichtenportals: Sirenen werden im Alltag seltener genutzt, um die Bevölkerung zu warnen. Sie dienen insbesondere Feuerwehrkräften, wenn diese nicht über digitale Meldeempfänger erreichbar sind. In der Uckermark kommen solche Alarmierungen noch im ländlichen Raum vor.

Einheitliche Sirenensignale

Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden in Deutschland 2019 verbindliche Sirenensignale eingeführt:

  • Sirenenprobe: einmaliger Ton, 12 Sekunden
  • Feuerwehralarm: drei aufeinanderfolgende Töne, je 12 Sekunden
  • Warnung: einminütiger auf- und abschwellender Heulton
  • Entwarnung: einminütiger gleichbleibender Dauerton

Richter betont, dass grundsätzlich ein Handlungsbedarf nur beim Signal „Warnung“ besteht. Welche Maßnahmen dann wichtig sind, erfahren Bürger über Apps, Radio und Fernsehen sowie die Internetseiten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Von einer Orientierung über soziale Netzwerke rät er ausdrücklich ab, da dort oft unvollständige oder fehlerhafte Meldungen kursieren.

Hochleistungslautsprecher in Prenzlau

In Prenzlau wird erstmals eine mobile Lautsprecheranlage der unteren Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Uckermark eingesetzt. Dieses Warnsystem befindet sich in einem Mannschaftstransportfahrzeug der Medical Task Force 16 mit Sitz beim Deutschen Roten Kreuz in Melzow.

Das leistungsstarke Lautsprechersystem dient zur akustischen Warnung der Prenzlauer Bevölkerung. Um 11 Uhr wird ein einminütiger Warnton mit auf- und absteigender Frequenz abgespielt, gefolgt von einer Entwarnung um 11:45 Uhr, die durch einen einminütigen Dauerton signalisiert wird. Die Anlage ist fest am Georg-Dreke-Ring positioniert und sorgt für eine breitflächige und gut wahrnehmbare Warnung in der Umgebung. Anwohner müssen sich also auf akustische Beeinträchtigungen einstellen.

Am Warntag 2025 Alarm über Apps und Medien

Neben Sirenen setzt der Landkreis Uckermark auf digitale Informationswege. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verschickt am Warntag eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem MoWaS. Von dort wird sie an Rundfunksender, Fernseher und Warn-Apps wie NINA weitergeleitet.

Wer die NINA-App auf seinem Smartphone installiert hat, bekommt die Nachricht in Echtzeit. Auch der Mobilfunkdienst Cell Broadcast wird genutzt. Dabei erscheint die Warnung automatisch auf dem Handybildschirm – eine Anmeldung oder App ist dafür nicht notwendig. Allerdings entfällt am Warntag die Entwarnung über Cell Broadcast.

Im Notfall informieren einheitliche Signale

Die Sirenentöne sind bundesweit einheitlich. Der an- und abschwellende Heulton bedeutet Warnung, der gleichbleibende Dauerton Entwarnung. So soll sichergestellt werden, dass die Bevölkerung im Notfall und bei Katastrophen eindeutig informiert wird und reagieren kann.

Vorbereitung auf Notfälle in der Uckermark

Einen direkten Zusammenhang zwischen Art des Notfalls und dem jeweils genutzten Warnmittel gibt es nicht. Dennoch rät das Ordnungsamt, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. Das BBK hat dazu das Szenarien-Portfolio sowie den „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ entwickelt. Darin finden sich praktische Checklisten und Tipps für den Ernstfall. Die Broschüre kann auf den Internetseiten des BBK heruntergeladen oder als Druckexemplar bestellt werden.

Warntag: Wie gut werden die Menschen in der Uckermark erreicht?

Neben den offiziellen Alarmwegen können auch Städte und Gemeinden in der Uckermark eigene Mittel einsetzen, etwa Lautsprecherwagen oder digitale Anzeigetafeln. Ziel ist ein möglichst dichter Warnmittelmix, der viele Menschen zuverlässig erreicht – unabhängig von Alter oder technischer Ausstattung.

Ob jedoch alle Menschen im Ernstfall eine Warnung erhalten, hängt stark vom genutzten System ab. Wer regelmäßig Smartphone, Apps oder Computer verwendet, wird schnell über die digitalen Kanäle erreicht. Menschen, die ansonsten ohne digitale Endgeräte auskommen, sind dagegen auf klassische Warnmittel wie Sirenen, Radio oder Lautsprecherwagen angewiesen. Daher ist fraglich, wie gut alle Menschen im Notfall wirklich erreicht werden.