900 Jahre Bistum Lebus: Findling wird zum Gedenkstein – so läuft die Einweihung ab

Sankt Marien in Lebus: Schon Tage vor der Einweihung ist vor der Stadtkirche der Gedenkstein für Herzog Mieszko von Lebus aufgestellt worden.
Katja Gehring- Gedenkstein für Herzog Mieszko wird am 14. September in Lebus feierlich eingeweiht.
- Anlass ist das 900-jährige Jubiläum des Bistums Lebus; Polen trägt Großteil der Kosten.
- Programm: Gottesdienst, Theaterspiel, Enthüllung, Imbiss und Pflanzung einer Jubiläumseiche.
- Info-Tafel zur Geschichte Mieszkos und Inschrift-Platte am Stein ergänzen die Gedenkstätte.
- Historischer Spaziergang durch die Altstadt von Lebus rundet die Feierlichkeiten ab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein tiefes Loch haben die Stadtarbeiter von Lebus schon zu Beginn der Woche in den Boden vor der Stadtkirche Sankt Marien gebuddelt. Seit Mittwoch (10. September) steht darin nun auch ein großer Findling, der mit einem Kran hineingehievt wurde. Am Sonntag (14. September) wird eine Zeremonie geben, um den Gedenkstein in Erinnerung an Mieszko von Lebus einzuweihen. Die Initiative dazu kommt aus Witnica (Vietz) und ist schon ein paar Jahre alt. Die Feierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen des Bistums Lebus zum Anlass genommen werden, das Projekt zu vollenden.
Bereits im Jahr 2014 waren die Bürgermeister von Witnica und Lebus zu dem Vorhaben in Kontakt. Es gab sogar schon Planungen für den Standort. „2017 war man schon einmal so weit“, so Ralf-Tore Fabig, Bürgermeister von Lebus. Dann war das Projekt durch die konservative Regierung in Polen ins Stocken geraten.
Lebus ehrt Herzog Mieszko – Polen trägt Großteil der Kosten
Im März hatte er dann erneut eine Anfrage aus Witnica auf dem Tisch – diesmal von Bürgermeisterin Agnieszka Chudiak, die versichert, dass die polnische Seite den größten Teil der Kosten tragen würden. Damit waren die Stadtverordneten einverstanden. Seither laufen die Vorbereitungen unter Federführung des Heimatvereins Lebus, zusammen mit Educatio Pro Europa Viadrina.
Mieszko von Lebus ist zwischen 1223 und 1227 geboren und verstarb um 1242. Ab 1241 war er Herzog des Landes Lebus. „Der einzige, den wir je hatten“, weiß Bürgermeister Ralf-Tore Fabig. „Das hat man uns in Polen erklärt.“ Tatsächlich gilt Mieszko als der einzig namentlich bekannte und in historischen Quellen erwähnte Herrscher des Landes Lebus. Er war der zweitälteste Sohn von Heinrich II. – auch bekannt als der Fromme von Schlesien – und Anna, Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. Premsyl.

Vorbereitungen: Die Grube für den Gedenkstein hatten die Stadtarbeiter von Lebus schon zu Beginn der Woche ausgehoben.
Katja GehringÖkumenischer Gottesdienst und Imbiss in Lebus
Neben dem Gedenkstein wird Mieszko zu Ehren auf der Wiese vor der Kirche eine Info-Tafel platziert. Am Mittwochmittag lehnte sie noch quer an einer Bank – eingepackt in Luftfolie und dickes Papier. Steht sie erstmal, werden die Betrachter einen Einblick in die Geschichte um den einstigen Herzog. Am Stein selbst wird eine Platte mit Inschrift angebracht. Noch ist das gute Stück in Polen, wird erst am Sonntag von der Delegation aus Witnica mitgebracht, aber noch nicht gleich angebracht, wie Swen Hübscher, Vorsitzender des Heimatvereins, auf Nachfrage informiert. Zuerst würden Löcher in den Stein gebohrt, um die Platte tief verankern zu können. „Dazu muss erst vor Ort präzise gemessen werden“, so der Vereinsvorsitzende. Um den feierlichen Akt der Enthüllung herum haben die Mitglieder des Heimatvereins ein Programm vorbereitet.
Um 11 Uhr beginnt die Feierlichkeit mit einem ökumenischen Gottesdienst, gehalten von einem Vertreter des polnischen Bischofs und der Lebuser Pfarrerin Susanne Noack. Eine deutsch-polnische Theatergruppe präsentiert im Anschluss ein historisches Schauspiel mit mittelalterlicher Musik vom Duo „Slowianskie Echa“. Danach erfolgt die feierliche Enthüllung des Gedenksteins für Mieszko von Lebus.
Nach dem Festakt gibt es einen Imbiss und Gelegenheit für Gespräche, bevor anlässlich des 900-jährigen Jubiläums der Gründung des Bistums Lebus ein Gedenkbaum – eine Eiche – gepflanzt wird. Wer Interesse hat, kann an einem gemeinsamen Spaziergang auf dem historischen Pfad durch die Altstadt von Lebus teilnehmen. Das Ende der Veranstaltung ist zwischen 14 und 15 Uhr geplant.


