Abfallentsorgung
: Müll wird verstromt

Nach der Zustimmung des Werkausschusses galt die des Kreistags für die neuen Gebühren nur noch als Formsache.
Von
Anett Zimmermann
Seelow
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Symbolbild Müll

Jaime Reina/dpa

Der Abfallkalender 2020 des Entsorgungsbetriebs Märkisch–Oderland soll bis Ende der Woche an alle Haushalte verteilt sein. Mit der Abfallentsorgungs– beziehungsweise Abfallgebührensatzung und dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs des Landkreises für das neue Jahr hat sich unterdessen der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung befasst. Die Änderungen seien notwendig, um Rechtssicherheit für die Verwaltung und die Bürger zu schaffen, erläuterte Werkleiterin Angela Friesse und erinnerte an die Einführung der Biotonne im Juni, die ebenfalls berücksichtigt werden müsse. Den Bürger interessieren natürlich vor allem die Auswirkungen auf sein Portemonnaie.

Gebühren sinken

Und: Die Müllgebühren sollen 2020 im Vergleich zu anderen Kreisen sinken, machte Angela Friesse deutlich. So wird sich die Grundgebühr je Einwohner von 1,37 Euro im Monat ab Januar auf 1,33 Euro reduzieren. Für Wochenendnutzer liegt diese dann bei 0,67 statt 0,69 Euro. Bei Gewerbe sinkt sie ebenfalls um zwei Cent auf 1,50 Euro. Dem stimmte nun auch der Kreistag zu.

Die Leerungsgebühren je Hausmüllbehälter liegen künftig bei 80–Liter–Tonnen zum Beispiel bei 1,46 Euro je Vorgang (vorher 1,88 Euro), bei 120–Liter–Tonnen bei 2,19 Euro (2,82 Euro), bei 240–Liter–Tonnen bei 4,38 Euro (5,63 Euro) und bei 1100–Liter–Tonnen bei 20,06 Euro (25,81 Euro). Veränderungen zugunsten der Verbraucher gibt es auch bei den Bioabfällen und Säcken. Nur bei Ast– und Strauchwerk bleibt der Preis gleich. Henrik Wendorff, Fraktionschef von Bauern und ländlicher Raum, bezeichnete die Einführung der Biotonne auf freiwilliger Basis als gut. In den ländlichen Gebieten sollte der Kompost im Sinne der Nachhaltigkeit aber Vorrang haben, meinte er. Und er fragte, wie bei Müll der Kreislauf geschlossen werden könne, wenn der Landkreis über keine eigene Deponie verfügt. Laut Angela Friesse sind die kreiseigenen Deponien nicht mehr in Betrieb. Seit dem Jahr 2005 dürfe ohnehin kein unbehandelter Abfall mehr auf eine Deponie. In Märkisch–Oderland erfolge die thermische Verwertung und damit Verstromung über das Industriekraftwerk Rüdersdorf. Über die Firma MEAB, so die Werkleiterin weiter, werde auch der Sperrmüll entsorgt. Eine eigene Deponie sei nicht vorgesehen. „Wenn Gemeinden Interesse haben, werden wir dies liebevoll behandeln“, brachte sich kurz Landrat Gernot Schmidt ein.

Neuvergabe nach Ausschreibung

Der Bioabfall werde, so Angela Friesse weiter, noch bis März 2021 über das Unternehmen Remondis verwertet. Die Neuvergabe müsse über eine Ausschreibung erfolgen. Bei diesen Themen würden die Landkreise Märkisch–Oderland, Oder–Spree und Barnim schon länger versuchen, sich zu unterstützen. Hartmut Kretschmer (Bündnis 90/Grüne und Pro Zukunft) wollte angesichts von Fernsehberichten wissen, ob der Hausmüll aus Märkisch–Oderland wirklich thermisch verwertet wird und nicht etwa in Afrika landet. „Ja“, erklärte Angela Friesee und verwies auf eigene Fahrzeuge, die den Müll zum IKW in Rüdersdorf bringen.

Info:www.entsorgungsbetrieb–mol.de