"Das habe gleich einen neuen Schwung an Besuchern gebracht", freut er sich am Sonnabend. Jedes zweite Wochenende im Monat lädt er zum Schauen und Kaufen auf den einstigen Großbauernhof in Posedin ein, den er im Auftrag seiner Tochter verwaltet.
Viele Leute haben davon schon gehört und fragen sich dennoch, wo dieses Posedin liegt. "Es gehört schon lange zu Letschin", sagt der 58-Jährige und kann sich selbst an diesem heißen Tag nicht über mangelnden Zuspruch beklagen. Oft seien es Stammkunden. "Sie suchen etwas Konkretes oder auch nicht", berichtet er und fügt hinzu: "Geld spielt dabei keine Rolle."
Händler, die sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert haben, würden von Zeit zu Zeit ebenfalls vorbeischauen und nach "Neuem" fragen. Zurzeit seien die Leute sogar froh, mal herauszukommen, erzählt Strauch, der unter anderem auch Eier zum Mitnehmen sowie selbstgemachte Buletten und frisch gebackenen Kuchen zur Stärkung anbietet. Draußen steht bereits Hofladen dran, doch der ist noch im Entstehen. Im September soll es wieder Schafsbratwurst geben.
Das habe er mit Fleischermeister Andreas Herter in Neubarnim bereits besprochen. Geräusche vom Dach lassen kurz aufhorchen. "Das ist eine Ente, nein, es sind sogar zwei", erklärt er und ermuntert zu einem Blick zum Fenster. Da schaut gerade eines der Lamas herein. Wer vorher fragt, kann Tiere auch gern füttern oder streicheln. Sogar mittrödeln könne man auf dem Hof, sagt Frank Strauch, der in der Region als Diskotheker und Veranstalter bekannt ist. Das letzte Mal aufgelegt habe er Anfang März. Kurz darauf kam Corona.
Doch auf dieses Thema will er nicht weiter eingehen. Er habe sein Auskommen und auf dem Hof werde ohnehin viel selbst gemacht. "Natürlich hätten mir die weggebrochenen Veranstaltungen Geld gebracht, das zum Beispiel für Material gebraucht wird. Aber dann lassen wir uns jetzt einfach mehr Zeit." Das gelte auch für die geplanten vier vertikalen Windräder, die zur Eigenversorgung auf dem Hof installiert werden sollen.
"Zur Ergänzung der Solaranlagen auf dem Haupthaus", erläutert Frank Strauch, der sonst selbst gern auf Gebrauchtes setzt und in dem Zusammenhang an den Wertverlust beim Neuwagenkauf erinnert. Und trödeln könne man mit allem von A bis Z, vom Auto bis hin zur Zange. Wobei die Frau vor ihm gerade eine alte Metallfeile in der Hand hält. Die sei für den Feinschliff zum Schluss geeignet, sagt der gelernte Werkzeugmacher, hält für das Vorhaben der Frau aber eher einen Trennjäger geeignet.
Preisangebot erwünscht
"Ich höre?", fragt Strauch kurz darauf, als die Frau mit einem Zylinderschloss in der Hand zurückkehrt. Sie hat sich gegen die Feile entschieden, ihr Mann aber noch eine Zwischensteckdose mit Schalter gefunden. Beides wechselt schließlich für zwei Euro den Besitzer. Wenn das Schloss nicht passt, werde sie es beim nächsten Mal einfach zurücklegen, meint die Frau. Kinder bezahlen für ihren Stand übrigens nichts, Erwachsene zehn Euro pro Tag für die Unkosten wie Strom, Wasser, Werbung und auch Kaffee.