Bakterien im Trinkwasser: Was in Gorgast, Genschmar, Bleyen und Kuhbrücke jetzt zu beachten ist

MOL-Kreisverwaltung und WAZ Seelow warnen vor Bakterien im Trinkwasser in Gorgast, Genschmar, Bleyen, Kuhbrücke – und geben klare Anweisungen. (Symbolbild)
Patrick Pleul/dpaDas Bakterium Pseudomonas oleovorans wurde im Trinkwasser des Wasser- und Abwasserzweckverbands Seelow nachgewiesen, wie die Kreisverwaltung Märkisch-Oderland am Freitag (16. Juni) mitteilte. Die Verunreinigung des Trinkwassers betrifft die Gemeinden Gorgast, Bleyen, Kuhbrücke, Genschmar und am Oderdamm entlang. „Es wird wohl auf ein Abkochgebot und ein Duschverbot hinauslaufen“, kündigte Vize-Landrad Friedemann Hanke bereits am Vormittag auf Nachfrage von MOZ.de an.
Gegen Mittag war dann klar: „Kleine Kinder, Schwangere, ältere oder immungeschwächte Menschen sollten besonders achtsam sein, aber Pseudomonas oleovorans hat das Potenzial auch bei Immungesunden schwere Infektionen hervorzurufen“, informiert Kreissprecher Thomas Berendt. Die Infektionen sollten in der Regel mit Antibiotika gut zu behandeln sein, heißt es weiter aus der Kreisverwaltung, die die Bevölkerung auch über die Biwapp-App warnte. Berendt: „Das Bakterium kann bereits über kleinste Hautverletzungen aufgenommen werden.“
Leitungswasser vor dem Trinken unbedingt abkochen
„Trinken Sie Leitungswasser nur abgekocht“, lautet die wichtigste Anweisung des Gesundheitsamts Märkisch-Oderland. „Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen.“ Die Verwendung eines Wasserkochers werde aus praktischen Gründen empfohlen. Für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden soll ausschließlich abgekochtes Leitungswasser verwendet werden. Ebenso für die Körperhygiene.
Besonders wichtig an diesem Wochenende, für das sommerliche Temperaturen vorausgesagt sind, sei eine Poolnutzung ausschließlich mit gechlortem Wasser. Denn das Bakterium wächst in einem Temperaturbereich von 25 bis 44 °C, optimal bei 37 °C. Und: Auch Pferde sollten ausschließlich mit Regenwasser oder abgekochtes Leitungswasser getränkt werden.
Wasserverband spült das Leitungsnetz noch am Wochenende
Der Wasser- und Abwasserzweckverband Seelow (WAZ) arbeitet laut Berendt mit Hochdruck an der Lösung des Problems, so wird unter anderem das Leitungsnetz noch am Wochenende gespült. Auf der WAZ-Homepage wird direkt auf der Startseite der aktuelle Stand veröffentlicht. „Wir informieren Sie, sobald das Trinkwasser wieder einwandfrei ist“, wird von den Verantwortlichen zugesichert. Gebeten wird zudem darum, die Information auch an Mitbewohner und Nachbarn weiterzugeben. Am Freitagnachmittag waren haben WAZ-Mitarbeiter Info-Zettel an Anwohner verteilt.
Befürchtungen, die Verunreinigungen könnten mit dem Zustand der Oder zu tun haben, weist Berendt auf Nachfrage von MOZ.de zurück. „Nur die Lage der betroffenen Orte hat etwas mit der Oder zu tun.“ Vielmehr könne der Eintrag der Bakterien ins Wasser zum Beispiel durch Öl-Wasser-Emulsionen, die als Kühl- und Schmiermittel genutzt werden, verursacht worden sein. Entdeckt wurden die Unregelmäßigkeiten bei turnusmäßigen Beprobungen. „Nicht wegen eines Verdachts“, betont der Kreissprecher.


